Aktienfonds

Wer sein Geld in Fonds anlegt, hofft auf Gewinnchancen bei geringem Risiko.

Boersentafel mit Aktienkursen und Kursverlaufdiagramm. – Bildnachweis: gettyimages.de © phonghan5922

Aktive und passive Aktienfonds

Aktienfonds bieten die Möglichkeit, die Renditechancen des Kapitalmarkts zu nutzen und senken durch ihre Streuung gleichzeitig die Anlagerisiken im Vergleich zu einem Investment in die Aktie nur eines oder weniger Unternehmen.

Fonds investieren das Geld der Anleger in Aktien oder sonstige Wertpapiere bestimmter Branchen, Märkte oder Regionen. Sie bilden Aktienindizes wie den DAX ab oder investieren wiederum in verschiedene Fonds, um Verlustrisiken nochmals zu senken.

Unterschieden wird zwischen

  • aktiv gemanagten Fonds, bei denen die Fondsmanager je nach Marktgeschehen über den Kauf und Verkauf von Aktien entscheiden, und
  • passiven Fonds, die nach festen Regeln zusammengestellt einen bestimmten Aktienindex abbilden.

Ob aktiv gemanagte Fonds den höheren Preis für die Arbeit der Fondsmanager wert sind, kann man im Voraus nicht sagen. In der Vergangenheit war das nicht immer so, vor allem dann, wenn die Kapitalmärkte durch Krisen erschüttert wurden. Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ rechnete im Juli 2009 vor:
„2008 gelang es nur jedem vierten Deutschlandfondsmanager, den DAX zu schlagen. 75 Prozent scheiterten an der Messlatte – kassierten aber eifrig Gebühren.“

Auch jüngere Studien kommen zu dem Ergebnis, das passive Fonds bei der Renditeentwicklung häufig besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds: Bericht über Morningstar-Studie auf www.finanzen.net

Dagegen schneiden anderen Untersuchungen zufolge aktive gemanagte Fonds unter Umständen auch besser ab als passive Fonds: www.dasinvestment.de.

Beim Kauf eines Investmentfonds beziehungsweise von Anteilen eines Fonds wird in der Regel ein Ausgabeaufschlag fällig. Bei manchen Instituten sind Fonds aber auch ganz ohne Ausgabeaufschlag zu haben. Ein Preisvergleich lohnt sich also unter Umständen.

Dazu kommen bei vielen Fonds Verwaltungsgebühren, die aus dem Fondsvermögen entnommen werden. Der Anleger hat die Wahl zwischen verschiedenen Fondstypen.

Aktienfonds

Aktienfonds bieten die Möglichkeit, sich auch mit kleineren Beträgen am Kapitalmarkt zu engagieren, ohne sich direkt an einem Unternehmen beteiligen zu müssen. Je nach Ausrichtung des Fonds kaufen die Manager mit dem Geld der Anleger eine Vielzahl von Aktien einer Branche, eines Landes oder einer Region, um mögliche Verlustrisiken zu streuen. Damit will man vermeiden, dass die Pleite eines einzelnen Unternehmens einen großen Teil des Vermögens vernichtet.

Trotz der Risikostreuung ist das Verlustrisiko nicht gänzlich ausgeschlossen. Aktienfonds unterliegen Kursschwankungen. Sie können sich zwar von dem Auf und Ab einzelner Aktien abkoppeln, die Gesamtbewegung des Marktes bekommen sie aber dennoch mit.

Für den langfristigen Vermögensaufbau kann eine Talfahrt der Börsenkurse dennoch eine durchaus günstige Ausgangssituation sein: Die Aktien sind günstiger und wer in einer solchen Situation anlegt, kann sich möglicherweise einen Vorteil verschaffen – vorausgesetzt, die Kurse steigen später wieder.

Die Geldanlage in Aktienfonds ist den meisten Fachleuten zufolge als langfristige Angelegenheit zu sehen. Wer regelmäßig jeden Monat oder jedes Vierteljahr in einen Fondssparplan einzahlt, kann über Jahre und Jahrzehnte vom Durchschnittskosteneffekt profitieren.

Nicht erst zu Beginn des Ruhestands sollten Aktienfonds in weniger schwankungsanfällige Anlagen umgeschichtet werden. Wer damit rechtzeitig beginnt und regelmäßig den Aktienanteil am Vorsorgevermögen verringert, kann wie beim Erwerb der Fondsanteile von Durchschnittskosteneffekt profitieren.

AS-Fonds

Altersvorsorgefonds, kurz AS-Fonds, waren als Altersvorsorge-Sondervermögen gedacht. Mit ihnen schufen der Gesetzgeber und die Fondsbranche 1998 eine Anlageform, die Aktien, Anleihen und Immobilien kombinierte. AS-Fonds waren nicht sehr erfolgreich, was letztlich wohl auch auf die ausbleibende steuerliche Förderung zurückzuführen ist. 2002 verloren sie mit Einführung der Riester-Rente endgültig an Bedeutung – seitdem war die Zahl der angebotenen Fonds rückläufig. 2013 wurde die Neuauflage von AS-Fonds im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verboten (Paragraf 347 Absatz 2 KAGB). Bestehende Fonds haben aber Bestandsschutz.

Dachfonds

Dachfonds investieren das Anlagevermögen ausschließlich in andere Fonds. Auf diese Weise soll die Anlagesicherheit gegenüber normalen Fonds gesteigert werden. Allerdings ist das mit Kostennachteilen verbunden.

Dachfonds investieren in mindestens fünf andere Zielfonds. Möglich sind Aktienfonds, Geldmarktfonds, Mischfonds, offene Immobilienfonds und Rentenfonds. Sie dürfen allerdings nur höchstens zehn Prozent der Anteile eines Zielfonds besitzen. Außerdem sind Investitionen in andere Dachfonds ausgeschlossen.

Darauf sollte man achten:

  • Manche Fondsgesellschaften investieren bei Dachfonds nur in Produkte aus dem eigenen Konzern.
  • Auch wenn die Verwaltungsvergütung der gekauften Fonds auf die Verwaltungsvergütung der Dachfonds angerechnet werden muss, fallen manche Kosten – zum Beispiel für die Depotbank – doppelt an. Die Fonds kassieren neben den Depot- und Verwaltungsgebühren häufig auch noch Vertriebsprovisionen.

Andere Dachfonds wählen aus den Angeboten verschiedener Investmentgesellschaften aus und bieten so im Idealfall eine Auswahl der besten Fonds in einem Produkt. Doch auch hier können Kosten doppelt anfallen, da neben den Gebühren für die gekauften Fonds noch Gebühren für den Dachfonds selbst berechnet werden.

Bei der Auswahl eines Dachfonds sollte man auf dessen Ausrichtung achten: Einige Produkte investieren stets zu 100 Prozent in Aktienfonds. Andere passen die Aktienquote innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite flexibel an das Marktgeschehen an. Wiederum andere kaufen in erster Linie Rentenfonds und mischen nur wenig Aktienfonds bei.

Fondssparpläne

Fondssparpläne bieten die Möglichkeit, auch mit kleineren Beträgen (ab etwa 25 Euro pro Monat) Geld in Investmentfonds anzulegen. Dabei erhält man entsprechend der Kursentwicklung der im Fonds enthaltenen Wertpapiere für seine feste Einzahlung bestimmte Fondsanteile. Auf diese Weise sollen Anleger auch in schwachen Börsenzeiten profitieren können. So jedenfalls die Idee der Anlageform.

Bei niedrigen Kursen erhält man mehr Anteile fürs Geld. Die sollen nach späteren Kurssteigerungen einen entsprechenden Gewinn bringen. Wie bei allen Investitionen in frei handelbare Wertpapiere hängt der Erfolg dieser Strategie von der Kursentwicklung ab.

Garantiefonds

Vorsorge mit Aktien und Investmentfonds unterliegt einem höheren Risiko als mit anderen Anlageformen. Dafür können bei günstiger Entwicklung auch höhere Erträge erzielt werden. Wer kein Risiko eingehen, aber dennoch Aktienbesitzer sein möchte, kann in Garantiefonds einzahlen.

Garantiefonds garantieren einen Mindestrückzahlungsbetrag zu einem festgelegten Zeitpunkt. Diese Garantie bezahlt man über eine verringerte Teilhabe an Kursgewinnen, die durch die sogenannte Partizipationsrate ausgedrückt wird. Diese liegt in der Regel zwischen 50 und 75 Prozent. Eine Variante dazu bilden Absicherungsfonds, die erreichte Höchststände gegen Kursverluste absichern. Sie laufen zeitlich unbegrenzt.

Auch Garantiefonds sind letztlich nicht komplett risikolos, da die Garantie von der Zahlungsfähigkeit des Garantiegebers abhängig ist. Darüber hinaus kritisieren Verbraucherschützer hohe Gebühren, die die Rendite der Anlage mindern.

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit oder in Bankguthaben. Geldmarktfonds galten seit ihrer Zulassung in Deutschland Mitte der Neunzigerjahre als sichere Anlageform, so lange sie nicht in Währungen außerhalb der EU investierten und so von Wechselkursen abhängig wurden.

Ein Vorteil von Geldmarktfonds war und ist, dass der Anleger jederzeit über sein Geld verfügen kann.

Geldmarktfonds wurden gern genutzt, um kurzfristig Geld „zwischenzuparken“, bevor man es neu längerfristig anlegt. Sie galten als Alternative zum Sparbuch mit seiner vergleichsweise mageren Rendite.

Dieses Bild ist inzwischen durch die Marktentwicklung getrübt. Im Verlauf der Finanz- und Währungskrisen seit 2007 verschlechterten sich Geldmarktfonds. Einige Fonds stellten sogar ihren Betrieb ein. Andere Papiere verloren – je nach ihrer Zusammensetzung – teilweise erheblich an Wert.

Mischfonds

Die Kombination aus Renditechancen von Aktien und der Sicherheit von festverzinslichen Wertpapieren erscheint verlockend. Außerdem entwickeln sich Aktien nicht immer besser als Anleihen. Mischfonds investieren deshalb in beide Anlageformen. Etliche dieser Produkte variieren zudem abhängig vom Marktgeschehen den Anteil, den sie in festverzinslichen Wertpapieren und in Aktien anlegen.

Offene Immobilienfonds

Immobilienfonds galten über viele Jahre als zwar nicht besonders renditestarke, dafür aber durch und durch solide Geldanlage, die auch für Kleinanleger und Vorsorgesparer geeignet ist. Schließlich investieren diese Fonds das Geld der Anleger in Beton, sprich in Häuser und Grundstücke. So kam bis 2008 in Deutschland eine Anlagesumme von insgesamt fast 90 Milliarden Euro in knapp 50 offenen Immobilienfonds zusammen.

Meistens handelt es sich bei den Anlagewerten von offenen Immobilienfonds um Bürogebäude oder Einkaufszentren. Hinzu kommen noch Zinspapiere für die Liquiditätsreserve. Die ist nötig, weil sich Bürotürme nicht jederzeit über Nacht zu Geld machen lassen.

Die flüssigen Reserven reichten aber offenbar nicht aus. Als zahlreiche institutionelle und private Anleger – durch die Immobilienkrise ab 2008 verunsichert – ihre Anteile zurückgaben, waren viele Fonds nicht mehr in der Lage, die Forderungen zu befriedigen.

Die Manager zogen die Notbremse und schlossen zahlreiche Fonds. Das zog natürlich einen großen Vertrauensverlust nach sich. Der Ruf von Immobilienfonds ist seitdem stark beschädigt. Ende Januar 2017 listete der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) noch 25 offene Immobilienfonds mit einem Anlagevermögen von rund 81 Milliarden Euro auf. Weitere Fonds sind aufgelöst oder eingefroren.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren das Geld der Anleger ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie staatliche Anleihen oder Pfandbriefe. Die Rendite der Fonds setzt sich aus den regelmäßigen Zinszahlungen sowie Kursgewinnen zusammen. Obwohl Rentenfonds ebenso Kursschwankungen unterliegen wie andere Investmentfonds, gelten sie als vergleichsweise sicher – zumindest, solange die Kreditwürdigkeit des Anlageemittenden gegeben ist.

Unter diesen Voraussetzungen sind Rentenfonds eine Anlagemöglichkeit für Sparer, denen es auf Sicherheit und einen stabilen Vermögensaufbau ankommt. Chancen und Risiken sind deutlich geringer als bei Aktienfonds. Dennoch sind auch Rentenfonds nicht ohne Risiko.

Der Erfolg eines Rentenfonds hängt unter anderem von drei Faktoren ab:

  • 1. Rendite: Die Kurse der Anleihen fallen in der Regel, sobald die Zinsen steigen und umgekehrt. Die Anleihen legen an Wert zu, wenn die Zinsen sinken.
  • 2. Laufzeit: Je länger die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen im Depot, desto stärker fallen die Wertschwankungen bei Zinsänderungen aus. Umgekehrt gilt: Je kürzer die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihen im Depot, desto schwächer fallen die Wertschwankungen bei Zinsänderungen aus.
  • 3. Währungsgewinne: Wer in internationale Rentenfonds investiert, hat neben den oft höheren Zinsen als bei vergleichbaren Eurolandanleihen nebenbei die Möglichkeit, von Währungsgewinnen zu profitieren. Dabei besteht natürlich auch das Risiko von Währungsverlusten.

Die anhaltend niedrigen Zinsen machen inzwischen auch die Anlage in Rentenfonds unattraktiver. Die Erträge bei Staatsanleihen europäischer Staaten tendieren gegen Null, in einigen Fällen werden sogar Negativzinsen (Verlinkung ins Lexikon, neues Stichwort) fällig.

Magazin

Artikel zum Thema

Aktuell beleuchtet   / 

Für die lieben Kleinen: Vorsorgen statt versichern

Ausbildungsversicherungen sind teuer, Sparpläne senken Kosten und erzielen mehr Rendite

 

Aktuell beleuchtet  /

Das Tagesgeldkonto: Zinsen & Co.