Bankprodukte

Banken und Sparkassen bieten mehrere Möglichkeiten, Geld auch kurzfristig anzulegen. Die Zinsen sind derzeit aber eher bescheiden.

Junges Paar schaut gemeinsam in ein Notebook im Wohnzimmer. – Bildnachweis: gettyimages.de © shapecharge

Sparkonto

Sparkonten und Sparbücher gelten als Renditekiller, weil sie inzwischen nicht einmal mehr einen Inflationsausgleich gewähren. Bei vielen Geldinstituten gibt es Zinsen im Zehntel-Prozent-Bereich oder gar keine Zinsen mehr.

Manche Direktbanken bieten geringfügig höhere Zinsen an. Zu beachten ist die Kündigungsfrist, die das kurzfristige Abheben höherer Beträge mit Strafzinsen belegt.

Tagesgeld

Tagesgeldkonten sind täglich verfügbare Konten für Privatanleger, auch bekannt unter den Namen Abrufkonto, Geldmarkt- oder Pluskonto.

Die Zinsen sind nicht festgeschrieben, sondern orientieren sich an den Sätzen, die sich die Banken untereinander für täglich fälliges Geld zahlen. Diese Konditionen werden mit einem Abschlag an die Kunden weitergegeben. Der Kunde muss deshalb mit kurzfristigen Veränderungen bei den Zinssätzen rechnen. Vorteil gegenüber dem Sparkonto: schnellere Verfügbarkeit, da auf die Kündigungsfrist verzichtet wird.

  • Mindestanlagesumme: von Bank zu Bank sehr unterschiedlich
  • Perspektive: im Allgemeinen bieten Tagesgelder bessere Zinsen als andere Kurzfristanlagen wie etwa Sparbücher
  • Verzinsung: aktuell meist deutlich unter 1 Prozent (10.000 Euro Anlagesumme, 1 Jahr Laufzeit)
  • Sicherheit: Anlagebetrag und Verzinsung sind zu 100 Prozent gesichert, bei Privatbanken nur zu 90 Prozent
  • Flexibilität: unbegrenzte Verfügbarkeit, täglich kündbar
  • Besteuerung: Zinserträge sind nach Ausschöpfen des Sparerfreibetrags voll steuerpflichtig.

Festgeld

Unter diesem Begriff versteht man Guthaben auf Konten, für die Kunde und Bank eine feste Anlagedauer und feste Zinsen vereinbaren.

  • Mindestanlagesumme: von Bank zu Bank verschieden
  • Verzinsung: je nach Bank, Anlagesumme und Marktzinsen derzeit kaum mehr als 1,5 Prozent (10.000 Euro Anlagesumme, Laufzeit 1 Jahr)
  • Sicherheit: wie bei Tagesgeld
  • Flexibilität: während der Laufzeit keine Verfügbarkeit, kein Kündigungsrecht
  • Besteuerung: Zinserträge sind nach Ausschöpfen des Sparerfreibetrags voll steuerpflichtig

Banksparplan

Sparpläne ermöglichen es, regelmäßig auch kleine Beträge zu sparen. Häufig gibt es neben den Zinsen zusätzlich einen Bonus. Die Auszahlung des Bonus erfolgt in der Regel am Ende der Laufzeit. Da die Zinsen und der Bonus als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu versteuern sind, empfiehlt es sich beispielsweise, die Bonuszahlung ins Rentenalter zu verlegen, sofern die Sparerfreibeträge bereits ausgeschöpft sind.

Ein gewisser Nachteil liegt in der eingeschränkten Verfügbarkeit des Gelds. Wer während der Laufzeit nicht sicher auf das Geld verzichten kann, sollte sich einen möglichst flexiblen Sparplan mit variabler Laufzeit aussuchen.

Sparbrief

Sparbriefe liegen formal zwischen Kontospareinlagen und festverzinslichen Wertpapieren und werden meist als Bank- oder Sparkassenbrief bezeichnet. Sie beziehen sich auf einen festen Betrag, den der Sparer in einer Summe einzahlen muss.

Die Laufzeit liegt zwischen einem und zehn Jahren, in der Regel zwischen zwei und sechs Jahren. Die festgelegten Zinsen werden üblicherweise jährlich gutgeschrieben. Es gibt zwei verschiedene Varianten, die sich in Zinshöhe, Zeitpunkt und Laufzeit unterscheiden.

  • Aufgezinster Sparbrief: fester Anlagebetrag, Zinserträge werden dem Anlagebetrag gutgeschrieben und in den folgenden Jahren mit verzinst.
  • Abgezinster Sparbrief: anfallende Zinsen werden im Voraus berechnet und vom Anlagebetrag abgezogen. Bei Fälligkeit des Sparbriefs erhält der Sparer den vollen Nennwert ausgezahlt. Der Unterschied zwischen Ausgabe- und Rückgabepreis stellt den Zinsertrag dar.

Tipp: Experten raten Anlegern, ihr Geld nicht länger als zwei Jahre festzulegen. Der Grund: Auch bei längeren Laufzeiten sind die Zinsen nicht wesentlich höher. Dann kommt aber unter Umständen der Nachteil der Sparbriefe stärker zum Tragen: Das Geld ist festgelegt. Man kommt nicht heran oder könnte mittlerweile anderweitig höhere Zinsen erzielen.

  • Mindestanlagesumme: zwischen 250 Euro und 5.000 Euro
  • Verzinsung: in jedem Fall höher als beim Sparbuch
  • Sicherheit: kein Kursrisiko
  • Flexibilität: während der Laufzeit keine Kündbarkeit, im Notfall aber beleihbar, kann also mit Zustimmung des Kreditinstituts an Dritte abgetreten werden
  • Besteuerung: Zinserträge sind voll steuerpflichtig, bei Auszahlung am Laufzeitende in einer Summe kann Sparerfreibetrag überschritten werden

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