Riester-Fondssparplan

Gute Renditechancen statt absoluter Sicherheit – der Riester-Fondssparplan kann für jüngere Sparer Vorteile bringen.

Frau im Büro am Schreibtisch tippt mit Stift in der Hand auf einem Taschenrechner. – Bildnachweis: gettyimages.de © PhotoBylove

Zurzeit die besten Renditechancen

Etwa 20 Prozent der Riester-Sparer zahlen in einen Fondssparplan ein. Dabei ist der Fondssparplan in der jetzigen Niedrigzinsphase das Riester-Produkt mit den besten Renditechancen – vor allem für junge Sparer.
Im Unterschied zu konventionellen Fondssparplänen müssen bei Riester-Fondssparplänen ab dem Zeitpunkt der Rente mindestens die eingezahlten Sparbeiträge sowie die Zulagen für die Rentenzahlungen auf dem Anlagekonto zur Verfügung stehen. Dafür wird ein Teil des Anlagevermögens in sichere Rentenfonds gesteckt.

So funktioniert der Riester-Fondssparplan

Einzahlungen und alle Zulagen zahlt die Fondsgesellschaft in unterschiedliche Fonds ein (Aktien-, Renten- Immobilien- oder Geldmarktfonds). Dabei gibt es zwei Gruppen von Riester-Fondssparplänen:

  1. Das dynamisch gemanagte Modell: So lange es an der Börse gut läuft, stecken Fondsmanager die eingesammelten Gelder großzügig in Aktien. Läuft es schlechter, schichten sie die Gelder in Rentenfonds um. Nachteil: Kommt es zum Kurssturz kurz vor Rentenbeginn, können die Verluste meist nicht mehr ausgeglichen werden. Je höher der gemanagte Aktienanteil, desto höher die Vertragskosten.
  2. Das Lebenszyklusmodell: Je älter der Sparer wird (sprich je kürzer der Vertrag noch läuft), desto geringer wird der Aktienanteil und der Anteil an Rentenfonds steigt. Damit wollen die Anbieter verhindern, dass Sparer kurz vor Vertragsende durch Kursverlust Geld verlieren. Nachteil: Läuft es an den Börsen auch kurz vor Rentenbeginn gut, haben die Sparer nichts davon.

Ab Vertragsabschluss zahlen Sparer jährlich vier Prozent ihres Bruttogehalts, aber maximal 1.946 Euro ein und bekommen dafür die staatliche Zulage von 154 Euro. Endet die Vertragslaufzeit, wird die monatliche Rente ausgezahlt.

Vorteile des Riester-Fondssparplans

  • Guten Renditechancen: Bei einem langem Anlagehorizont sind hohe Renditen möglich, weil Kursschwankungen ausgeglichen werden können.
  • Transparenz: Fondsanbieter legen ihre Anlagestrategie offen.

Nachteile des Riester-Fondssparplans

  • Kursschwankungen: Läuft es an der Börse schlecht, wirkt sich das negativ auf die Rendite aus. Deshalb ist der Riester-Fondssparplan das risikoreichste Riester-Produkt. Garantiert sind nur die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen.
  • Wenige Anbieter: Der Markt für Riester-Fondssparpläne ist überschaubar. Aber die Stiftung Warentest testet die Anbieter regelmäßig.
  • Kosten: Trotz guter Renditechancen sollten Sparer auch die Kosten im Blick behalten. Einige Anbieter verlangen hohe Abschlussgebühren; dazu kommen Fondsgebühren und Verwaltungskosten.

Für wen geeignet?

Fondssparpläne sind geeignet für jüngere Sparer, die noch 20 bis 30 Jahre Zeit haben bis zur Rente. Denn Fondsgesellschaften können dann einen größeren Anteil des Geldes in Aktienfonds anlegen, was die Renditechancen erhöht. Und Kursschwankungen und Börsentiefs können sich über eine lange Laufzeit eher ausgleichen.

  • Tipp: Wer in absehbarer Zeit Wohneigentum kaufen möchte, sollte sich für einen Riester-Banksparplan entscheiden. Hier ist die Rendite zwar geringer, aber das Geld lässt sich bequem zur Finanzierung des Eigenheims nutzen (über Wohn-Riester).

Anbieter wechseln

Weil der Anteil am Vertragsguthaben, der ab 85 Jahren ausgezahlt werden soll, vor Beginn der Auszahlungsphase in eine Rentenversicherung gesteckt wird, sollten Sparer sich frühzeitig über die Höhe der garantierten Rente informieren, Vergleichsangebote einholen und von ihrem Wechselrecht zu Beginn der Auszahlungsphase Gebrauch machen, um die Rente zu verbessern. Die Wechselgebühren können je nach Anbieter bis zu 150 Euro betragen. Das Problem: Es gibt bisher nicht viele Versicherer, die Riester-Sparer bei Renteneintritt aufnehmen. Bis 2013 mussten Versicherer eine Beitragsgarantie für das übertragene Kapital abgeben – was nur funktioniert, wenn sie für den Vertrag keine Kosten berechnen. Das ist jetzt anders.

Die Auszahlungsphase

Am Ende der Sparzeit erhalten Sparer in jedem Fall ihre eingezahlten Beiträge und die Förderung. Wie bei allen anderen Riester-Sparformen können Anleger zum Rentenbeginn 30 Prozent der Ersparnisse abheben. Der Rest wird in einen Auszahlplan und eine Rentenversicherung gesteckt, die eine lebenslange Riester-Rente ab 85 Jahren garantiert.

Die ausgezahlte Rente wird voll versteuert. Außerdem werden Zahlungen aus der Riester-Rente zurzeit noch voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Ab 2019 wird es in der Grundsicherung im Alter allerdings Freibeträge von bis zu 50 Prozent des Regelbedarfs (2017: 204,50 Euro) geben – für Einkünfte aus zusätzlicher Altersvorsorge wie Riester-Rente, betrieblicher Altersvorsorge oder freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung.

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