Riester-Rentenversicherung

Die Riester-Rentenversicherung ist der Klassiker unter den Riester-Produkten. Reich wird man damit aber nicht unbedingt.

Junges Paar liegt auf dem Sofa und schaut gemeinsam in ein Notebook. – Bildnachweis: wdv.de © Jan Lauer

Sicher, aber teuer

Von allen etwa 16,5 Millionen Riester-Verträgen sind knapp zwei Drittel Riester-Rentenversicherungen. Das heißt aber nicht, dass die staatlich geförderte Rentenversicherung auch das beste Riester-Produkt ist. Sie ist zwar sicher und garantiert schon beim Vertragsabschluss eine Rente, besonders hoch dürfte die beim derzeitigen Garantiezins von 0,9 Prozent (Stand 2017) nicht ausfallen. Außerdem ist die Riester-Rentenversicherung mit Abstand das teuerste Produkt, weil die hohen Verwaltungskosten der Versicherungskonzerne in den ersten Vertragslaufjahren einen großen Teil der Einzahlungen auffressen.

So funktioniert die Riester-Rentenversicherung

Mit einem Versicherungskonzern schließen Sparer eine Rentenversicherung von bestimmter Laufzeit ab. Bei Vertragsbeginn steht fest, wie hoch die spätere garantierte Renten ausfallen wird. Wirtschaftet das Unternehmen gut und legt die Beiträge clever an, kann sich die Rente durch Überschussbeteiligungen erhöhen. Verzinst wird nur der Sparanteil. Das ist die Beitragssumme abzüglich der Kosten für Abschluss und Verwaltung.

  • Tipp: Vergleichen Sie Angebote. Je niedriger die garantierte Rente – bei gleicher Beitragssumme – desto teurer ist die Versicherung.

Ab Vertragsabschluss zahlen Sparer jährlich vier Prozent ihres Bruttogehalts, aber maximal 1.946 Euro ein und bekommen dafür die staatliche Zulage von 154 Euro. Endet die Vertragslaufzeit, wird die monatliche Rente ausgezahlt. Eine Rentengarantiezeit macht nur für Sparer Sinn, die Angehörige versorgen möchten. Dann wird die Rente zwar länger gezahlt, fällt aber niedriger aus.

  • Tipp: Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Riester-Rentenversicherungen und andere Riester-Produkte.

Vorteile der Riester-Rentenversicherung

  • Sicher und planbar: einzige Riester-Variante, die schon bei Abschluss eine feste Rente garantiert.
  • Breites Angebot: Die meisten Versicherungskonzerne bieten Riester-Rentenversicherungen an.
  • Ansprechpartner vor Ort: Versicherungsvertreter sind Ansprechpartner

Nachteile der Riester-Rentenversicherung

  • Hohe Abschlusskosten: Die Kosten fressen in den ersten Vertragsjahren einen großen Teil der Beiträge auf.
  • Geringe Flexibilität: Wer Beiträge bei finanziellen Engpässen senkt oder aussetzt, verzichtet nicht nur auf die staatliche Zulage, sondern auch verliert auch Geld. Eine Rendite gibt es nämlich nur auf die Beiträge nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten.
  • Mangelnde Transparenz: Es ist oft nicht leicht zu durchschauen, wie hoch die Kosten für eine Versicherung wirklich sind.

Für wen geeignet

Die klassische Riester-Rentenversicherung ist geeignet für Sparer mittleren Alters bis etwa 50 Jahre, die ihre Beiträge dauerhaft zahlen können, sehr sicherheitsorientiert sind und hohen Wert auf die Planbarkeit ihrer Altersvorsorge legen.

  • Tipp: Wer nicht sicher ist, die Beiträge dauerhaft einzahlen zu können, sollte einen geförderten Bank- oder Fondssparplan in Betracht ziehen. Hier sind die Kosten niedriger und die Produkte flexibler.

Kosten beim Wechsel

Möchten Kunden den Vertrag in der Sparphase loswerden, hat er wegen der hohen Abschluss und Verwaltungskosten meist nur noch einen niedrigen Rückkaufwert. Meist werden alle Kosten einer privaten Rentenversicherung innerhalb der ersten fünf bis zehn Vertragsjahre abgegolten. Wer nach kurzer Laufzeit den Vertrag oder den Versicherer wechseln möchte, verliert daher mehr Geld. Beim Abschluss eines neuen Vertrages fallen dann neue Abschlusskosten an. Außerdem verlangen Anbieter oft Wechselkosten von bis zu 150 Euro.

Die Alternative kann sein, den Vertrag stillzulegen. Dann gibt es aber auch keine staatliche Förderung mehr. Den Vertrag zu kündigen ist dagegen nicht empfehlenswert, denn dann Sparer sowohl die Zulagen als auch die Steuervorteile zurückzahlen.

Besonderheit: Berufsunfähigkeitsschutz

Bei der Riester-Rentenversicherung können Sparer einen Berufsunfähigkeitsschutz einbauen – das gibt es bei keinem anderen Riester-Produkt. Wenn sie nicht mehr arbeiten können, springt die Versicherung mit einer Berufsunfähigkeitsrente ein. Die ist allerdings kleiner und kann die Lücke zum alten Erwerbseinkommen nicht annähernd schließen. Das schafft eine getrennt abgeschlossene private Berufsunfähigkeitsversicherung besser. Grundsätzlich ist es besser, Alters- und Risikovorsorge zu trennen, denn wer – etwa durch Arbeitslosigkeit – in einen wirtschaftlichen Engpass rutscht, kann eine der beiden Produkte beitragsfrei stellen und muss nicht für beide die Handbremse ziehen.

Alternative: Riester-Fondspolice

Fondspolicen sind Riester-Rentenversicherungen mit einem Fondsanteil. Eine Riester-Fondspolice verbindet die Sicherheit einer Versicherung mit den Renditechancen der Börse. Das klingt gut und trotzdem sind die Stiftung Warentest und einige Verbraucherschützer nicht begeistert.

Der Grund dafür ist die Konstruktion des Produkts: Damit die Beitragsgewähr (eingezahltes Geld muss in der Rentenphase zur Verfügung stehen) erfüllt werden kann, müssen die Anbieter konservativ kalkulieren. Deswegen kann nur ein Teil der Beiträge in Fonds fließen. Gleichzeitig müssen Sparer in der Ansparphase die Fonds selbst auswählen. Wer sich da nicht auskennt, geht in Sachen Altersvorsorge ein hohen Risiko ein. Außerdem muss man im Auge behalten, wie die Fonds laufen und schlechte gegebenenfalls austauschen. Das ist aufwendig.

  • Achtung: Viele Riester-Kunden schließen unwissentlich eine Riester-Fondspolice ab, im guten Glauben eine klassische Rentenversicherung unterschrieben zu haben.

In der Auszahlungsphase

Wie bei allen anderen Riester-Sparformen können Anleger zum Rentenbeginn 30 Prozent der Ersparnisse abheben. Den Rest zahlt die Versicherung als monatliche Rente. Die kann höher ausfallen als die garantierte Mindestrente, wenn der Versicherer gut gewirtschaftet hat, aber auch niedriger, wenn Sparer zwischenzeitlich weniger eingezahlt haben.

Die ausgezahlte Rente wird voll versteuert. Außerdem werden Zahlungen aus der Riester-Rente zurzeit noch voll auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Ab 2019 wird es in der Grundsicherung im Alter allerdings Freibeträge von bis zu 50 Prozent des Regelbedarfs (2017: 204,50 Euro) geben – für Einkünfte aus zusätzlicher Altersvorsorge wie Riester-Rente, betrieblicher Altersvorsorge oder freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung.

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