Riester-Rente: Zulagen und Beiträge

Wer sich für die Riester-Rente entscheidet, bekommt über die Altersvorsorgezulagen einen Zuschuss vom Staat. Es gelten aber bestimmte Voraussetzungen.

Riester-Rente: Zulagen und Beiträge

Riester-Zulagen: Wer bekommt welche und wieviel?

Der Staat fördert die Riester-Rente mit einer Grundzulage, einer Kinderzulage und einem Bonus für Berufsstarter. Alle Zulagen fließen direkt in den Riester-Vertrag.

Riester-Zulagen auf einen Blick
Zulage Höhe
Grundzulage bis zu 175 Euro im Jahr
Kinderzulage für bis 2008 geborene Kinder bis zu 300 Euro im Jahr
Kinderzulage für vor 2008 geborene Kinder bis zu 185 Euro im Jahr
Berufseinsteigerbonus einmalig 200 Euro

Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus

  • Die Grundzulage erhält jeder Riester-Sparer.
  • Die Kinderzulage wird pro Kind gezahlt, in der Regel an die Mutter. Ehepaare mit jeweils eigenem Riester-Vertrag können die Kinderzulage auf den anderen Partner übertragen.
  • Den Berufseinsteigerbonus gibt es nur einmalig, Grundzulage und Kinderzulage dagegen jedes Jahr der Ansparphase, solange Anspruch besteht.

Wichtig: Nicht zu wenig einzahlen

Achten Sie darauf, den Mindestbeitrag nicht zu unterschreiten. Sonst gibt es die Förderung höchstens anteilig.


Kinderzulage – wie lange?

Der Anspruch auf die Kinderzulage besteht so lange wie Sie Kindergeld erhalten. Die Familienkasse zahlt Kindergeld für alle minderjährigen Kinder bis zum 18. Geburtstag. Wenn sich das Kind auch danach noch in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet, fließt das Kindergeld auch länger, aber höchstens bis zum 25. Geburtstag.

Berufseinsteigerbonus – für wen?

Riester-Sparer bekommen neben Grundzulage und Kinderzulage einen Berufseinsteigerbonus vom Staat, wenn sie beim Abschluss des Riester-Vertrages unter 25 Jahre sind. Voraussetzung: Sie sind rentenversicherungspflichtig beschäftigt und zahlen mindestens vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres in den Vertrag ein.

  • Der Bonus für Berufsstarter beträgt einmalig 200 Euro.
  • Wenn Sie im Vorjahr noch kein sozialversicherungspflichtiges Einkommen hatten, zahlen Sie den Mindestbeitrag von 60 Euro pro Jahr.
  • Sie dürfen den Berufseinsteigerbonus wie Grundzulage und Kinderzulage von den vier Prozent abziehen. Da er nur einmal gezahlt wird, wirkt er sich nur im ersten Jahr auf ihren Eigenanteil aus.

Zulagenantrag stellen: Unterlagen und Fristen

Kein Geld ohne Antrag – auf diese einfache Formel lässt sich die staatliche Förderung bringen. Nur wer mindestens einmal einen der standardisierten Zulagenanträge ausfüllt, erhält die Grundzulage und gegebenenfalls Kinderzulagen.

  • Sie erhalten den Antrag auf Altersvorsorgezulage von Ihrem Riester-Vertragspartner.
  • Füllen Sie den Antrag aus und senden Sie ihn an die aufgedruckte Adresse zurück. Ihr Anbieter leitet Ihren Antrag an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) weiter.
  • Mit einem Dauerzulagenantrag ersparen Sie sich viel Aufwand.

Zulagenantrag richtig ausfüllen

  • Wenn Sie den Antrag per Post erhalten, sind in der Regel bereits persönliche Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum enthalten. Prüfen Sie die Angaben genau.
  • Für die Kinderzulage müssen Sie ein zusätzliches Formular ausfüllen, den Ergänzungsantrag Kinderzulage.
  • Die Kinderzulagen fließen automatisch an die Frau. Allerdings können Paare im Antrag gemeinsam bestimmen, dass der Mann die Zulagen einstreichen darf (Abschnitt B).

Diese Unterlagen und Daten brauchen Sie

  • Die Vertragsunterlagen, wie sie vom Kreditinstitut, der Fondsgesellschaft oder der Versicherung zugeschickt wurden, um die Angaben zu prüfen.
  • Die Meldung zur Sozialversicherung nach der DEÜV für das Vorjahr. Das ist eine Aufstellung Ihrer Sozialversicherungsbeträge, die das Personalbüro verschickt. Sie ist meist die Grundlage zur Berechnung des Sparbetrags.
  • Ihre Sozialversicherungsnummer und die Ihres Partners, wenn er mittelbar zulagenberechtigt ist. Sie finden die Nummern zum Beispiel auf der Meldung zur Sozialversicherung. Beamte, Richter und Berufssoldaten müssen unter Umständen über ihre Besoldungsstelle eine Zulagennummer beantragen.
  • Einen Einkommensteuerbescheid, aus dem die Steuernummer und das zuständige Finanzamt hervorgehen.
  • Für Kinderzulagen einen Kindergeldbescheid, um die zuständige Familienkasse sowie die Kindergeldnummer angeben zu können.

Darüber hinaus können weitere Dokumente nötig sein, etwa zum Nachweis von Arbeitslosengeld oder Krankengeld oder wenn Sie in Altersteilzeit arbeiten.

Dauerzulagenantrag spart Arbeit

Unter dem Punkt „H“ können Sie aus dem Antrag einen Dauerzulagenantrag machen. Damit müssen Sie nicht jedes Jahr erneut die Zulagen beantragen, das macht dann der Riester-Vertragspartner in den Folgejahren automatisch. Das spart viel Arbeit.

Achtung: Zulagenantrag regelmäßig anpassen

Bei Hochzeit, Geburt eines Kindes, dem Wegfall des Kindergeldes oder beim Wechsel vom Arbeitnehmer zum Beamten oder Selbstständigen muss der Zulagenantrag angepasst werden. Sonst laufen Sie Gefahr, nicht die volle Zulagenhöhe zu erreichen oder zu Unrecht erhaltende Zulagen später zurückzahlen zu müssen.


Fristen beachten

Der Zulagenantrag muss bis spätestens zwei Jahre nach Vertragsabschluss gestellt worden sein. Wer zum Beispiel noch Riester-Zulagen für 2018 erhalten will, muss den Antrag bis spätestens 31.12.2020 abgeben. Das Geld verfällt, wenn Sie zwei Jahre nach Ablauf eines Jahres keinen Zulagenantrag gestellt haben.

Riester-Zulagen zurückzahlen

Wenn Sie Zulagen zu Unrecht erhalten haben, kann die Zentrale Zulagenstelle das Geld bis zu vier Jahre rückwirkend zurückverlangen. Auch wer seinen Vertrag vor dem Beginn der Auszahlungsphase kündigt, muss Zulagen und die gewährten Steuervorteile zurückzahlen. Mehr dazu finden Sie im Artikel Riester-Rente: Wann Sparer Zulagen zurückzahlen müssen.

Prüfen Sie deshalb mindestens einmal im Jahr, ob Beitragszahlungen und Zulagenanträge noch aktuell sind. Das kann Anfang des Jahres sein, wenn Sie wissen, was Sie im vergangenen Jahr verdient haben, oder Ende des Jahres, damit sie durch Sonderzahlungen noch die Beitragshöhe erreichen, die für die volle Zulage nötig ist.

Riester-Beitrag: Mindestbeitrag, Sockelbetrag, Höchstbeitrag

Riester lohnt sich vor allem dann, wenn Sie die staatliche Förderung voll ausschöpfen. Dazu muss ein Mindestbeitrag in den Vertrag fließen. Die Höhe berechnet sich nach Ihrem Einkommen.

  • Mindestens vier Prozent Ihres Bruttoeinkommens des Vorjahres (rentenversicherungspflichtiges Einkommen) müssen in den Vertrag fließen, dann erhalten Sie die Zulagen zu 100 Prozent.
  • Aber: Ihr Eigenteil ist meist niedriger, denn die Zulagen können Sie davon bereits abziehen.
  • Der Höchstbeitrag liegt bei 2.100 Euro im Jahr abzüglich aller Zulagen – mehr müssen auch Gutverdiener nicht zahlen.
  • Die Untergrenze (Sockelbetrag) liegt bei 60 Euro im Jahr. Soviel müssen Sie mindestens selbst leisten, auch wenn Sie nur ein sehr geringes Einkommen haben.
  • Die Beiträge werden aus dem Nettogehalt bezahlt.

Beispiel: Normalverdiener mit zwei Kindern

Jutta Müller hat zwei Kinder, beide nach 2008 geboren. Im Vorjahr lag ihr Bruttoeinkommen bei 35.000 Euro. Das bedeutet:

  • Sie muss jährlich 1.400 Euro in den Riester-Vertrag einzahlen (4% von 35.000).
  • Sie bekommt 775 Euro Zulagen (175 Euro Grundzulage + 600 Euro Kinderzulage).
  • Sie trägt nur 625 Euro aus eigener Tasche (1.400-775).

Für Ehepaare liegt die Förderhöchstgrenze bei 4.200 Euro (2 x 2.100). Wenn nur einer der beiden förderberechtigt ist, liegt die Höchstgrenze bei 2.160 Euro (2.100 + 60).

Weniger als vier Prozent einzahlen: Förderung nur anteilig

Wer weniger als vier Prozent einzahlt, bekommt die Zulagen nur anteilig. Für beispielsweise zwei statt vier Prozent gibt es auch nur die halbe Grundzulage, also 87,50 Euro.

Mehr in Riester-Vertrag einzahlen: wann es sich lohnt

Sie können in Ihren Riester-Vertrag so viel einzahlen wie Sie wollen. Die Zulagen erhöhen sich aber nicht weiter, wenn Sie die geforderten vier Prozent überschreiten.

Bei einem Riester-Fondssparplan kann es sich dennoch lohnen, mehr als vier Prozent einzuzahlen. Grund: Für Riester-Verträge wird keine Abgeltungssteuer fällig.

Zudem gibt es für Riester-Produkte eine Beitragsgarantie. Das heißt, zum Auszahlungsbeginn müssen mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sein. Fondssparpläne ohne Riester-Förderung  sind dagegen vollkommen den Risiken der Finanzmärkte unterworfen.

Wie Ehepartner Riester-Zulagen voll ausschöpfen

In einer Ehe ist oft nur ein Partner sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit unmittelbar zulageberechtigt. Der andere Partner kann als mittelbar Zulageberechtigter trotzdem einen eigenen Riester-Vertrag abschließen und dafür Förderung erhalten.

Für die Zulagen gilt:

  • Beide Partner bekommen jeweils die Grundzulage.
  • Pro Kind zahlt der Staat nur eine Kinderzulage, in der Regel an die Mutter. Das Paar kann aber für jedes Kind einzeln festlegen, wer das Geld bekommt.

Für den Beitrag gilt:

  • Der mittelbar zulageberechtigte Partner zahlt als Eigenanteil nur den Mindestbeitrag von 60 Euro in seinen Vertrag ein.
  • Der andere Partner ermittelt seinen Eigenanteil zunächst mit der Vier-Prozent-Formel. Im nächsten Schritt kann er von diesem Betrag nicht nur die eigene Grundzulage, sondern auch die Grundzulage des Partners abziehen.
  • Hat das Paar Kinder, darf er zusätzlich alle Kinderzulagen abziehen, und senkt so seinen Eigenanteil weiter – unabhängig davon, ob die Kinderzulage in seinen Vertrag oder den des Partners fließt.

Das lohnt sich vor allem, wenn Sie nicht mehr in den Riester-Vertrag stecken wollen als nötig, um die staatliche Zulage mitzunehmen. Die eingesparten Beiträge können Sie stattdessen in eine renditenstärkere Anlageform investieren.

Ausnahme: Erhält die Frau Kindererziehungszeiten von der Deutschen Rentenversicherung gutgeschrieben, ist sie unmittelbar förderberechtigt. Dann erhält sie automatisch die Kinderzulagen auf ihr Vertragskonto gutgeschrieben, der Mann darf sich die Kinderzulagen dann nicht anrechnen. Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn die Frau in dieser Zeit sozialversicherungspflichtig tätig ist.

Beispiel: Riestern für Ehepaare

Ralf Zimmer hat ein Bruttoeinkommen von 45.000 Euro. Seine Frau Karin hat kein Einkommen, sondern kümmert sich um die beiden nach 2008 geborenen Kinder. Beide schließen jeweils einen Riester-Vertrag ab.

  • Ralf Zimmer müsste als unmittelbar Zulageberechtigter vier Prozent, also 1.800 Euro, in seinen Vertrag einzahlen. Davon darf er insgesamt 950 Euro Zulagen abziehen: die eigene Grundzulage, die seiner Frau und die Kinderzulagen. Es bleiben 850 Euro, die er selbst tragen muss.
    Als Förderung erhält nur die eigene Grundzulage von 175 Euro zugeschrieben. Insgesamt fließen in seinen Vertrag also 1.025 Euro.
  • Karin Zimmer ist mittelbar zulageberechtigt und zahlt aus eigener Tasche nur den Sockelbeitrag von 60 Euro.
    Sie bekommt vom Staat die volle Grundzulage und die Zulagen für beide Kinder: zusammen 775 Euro. In ihren Vertrag fließen also insgesamt 835 Euro.

Beitrag bei Arbeitslosigkeit, Jobwechsel, Gehaltserhöhung

Sie bekommen eine Gehaltserhöhung, gehen in Elternzeit oder verlieren den Job – an der Lebenssituation und damit am Einkommen kann sich etwas ändern. Möglicherweise müssen Sie mehr oder weniger Beitrag zahlen, um die Riester-Förderung voll auszunutzen – allerdings nicht sofort.

Vorjahreseinkommen zählt

Entscheidend für die Höhe des Jahresbeitrags ist das Bruttoeinkommen des Vorjahres. Wer also zum Beispiel arbeitslos wird, darf den Riester-Beitrag erst im Folgejahr reduzieren. Entsprechend wirkt sich auch eine Gehaltserhöhung erst im nächsten Jahr aus.

  • Prüfen Sie möglichst Anfang des Jahres, ob sich im Vorjahr etwas geändert hat und passen Sie Ihre Riester-Beiträge bei Bedarf an.
  • Mit einer Sonderzahlung am Jahresende können Sie die Beiträge fürs laufende Jahr soweit aufstocken, dass Sie die volle Zulage erhalten.
  • Es kann Kosten sparen, wenn Sie den ganzen Riester-Beitrag auf einen Schlag einzahlen.

 

Tipp: Vertrag ruhen lassen

Wenn Sie die Riester-Beträge nicht mehr aufbringen können, sollten Sie den Vertrag ruhen lassen anstatt ihn zu kündigen. Eine Kündigung lohnt sich in den seltensten Fällen. Wer den Vertrag vor der Auszahlungsphase kündigt, muss Zulagen und Steuerersparnis zurückzahlen.


Minijob oder ohne Einkommen

Auch Minijobber (geringfügig Beschäftigte) können die vollen Riester-Zulagen bekommen. Wenn Sie einen Minijob ausüben, profitieren Sie besonders von der Förderung, da der Staat von Ihnen nur einen kleinen Beitrag verlangt. Der Staat finanziert also Geringverdienern den größten Teil ihrer Riester-Rente.

Das gilt auch, wenn Sie zwar förderberechtigt sind, aber im Vorjahr ohne Einkommen waren. Das betrifft zum Beispiel Eltern in der Elternzeit oder Hausfrauen oder Hausmänner, die über ihren Ehepartner indirekt förderberechtigt sind.

Sie müssen jedoch mindestens 60 Euro jährlich selbst zahlen, um ihren Anspruch auf die Zulagen nicht zu verlieren. Das gilt auch, wenn die Vier-Prozent-Rechnung einen niedrigeren Betrag ergibt.

Beispiel: Riester und Minijob

Tanja Meier arbeitet seit Jahren in einem Minijob als Verkäuferin. Sie verdient 450 Euro im Monat, im Jahr 5.400 Euro. Sie hat keine Kinder.

  • Für die volle staatliche Riester-Förderung müssen vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens in ihren Riester-Vertrag fließen, also 216 Euro.
  • Von den 216 Euro wird die Grundzulage von 175 Euro abgezogen: Es bleibt ein Eigenanteil von 41 Euro im Jahr. Das sind jedoch 19 Euro weniger als der Mindestbeitrag von 60 Euro.
  • Frau Meier entscheidet sich dafür, 60 Euro im Jahr einzuzahlen. Sie sichert sich damit 175 Euro Grundzulage. So fließen insgesamt 235 Euro in ihre private Altersvorsorge.

Studenten mit Ferienjob oder Nebenjob

Es kann sich lohnen, schon als Auszubildender einen Riester-Vertrag abzuschließen. Wenn Sie danach ein Studium aufnehmen, verlieren Sie zwar den Förderanspruch. Sie können aber den Vertrag ruhen lassen und später weiterführen. Allerdings reicht bereits ein Tag im Jahr mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit, um Anrecht auf die staatlichen Zulagen zu erhalten. Das dürfte sich mit einem Ferienjob oder einem Minijob bewerkstelligen lassen.

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