Rürup-Rente

Vorsorgen und Steuern sparen. Die Basis- oder Rürup-Rente eignet sich vor allem für Selbstständige.

Mann sitzt am Schreibtisch und telefoniert. – Bildnachweis: gettyimages.de © shironosov

Kapital umwandeln und Höchstbeträge ausschöpfen

Die Rürup-Rente (auch „Basisrente“ genannt) wurde als Alternative zur Riester-Rente für Selbstständige konzipiert. Aber auch „Last-Minute-Sparer“ können von ihr profitieren: Einzahlungen in eine Rürup-Rente sind als Sonderausgaben absetzbar. Ist Kapital vorhanden, lässt es sich so in sichere, staatlich geförderte Altersvorsorge verwandeln. Beiträge zu einem Rürup-Vertrag eignen sich vor allem für Sparer, die ein hohes Einkommen haben und die Höchstbeträge ausschöpfen (Für wen sich Rürup lohnt).

Aber Achtung: In der Regel lohnen sich Rürup-Verträge nur bei einer langen Laufzeit – wenn der Sparer also lange lebt. Zudem führt die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters seit 2012 dazu, dass nicht mehr wie bislang eine Auszahlung der Rürup-Rente schon ab dem 60. Lebensjahr möglich ist, sondern erst ab dem 62. Das sollten ältere Sparer bedenken (Vor- und Nachteile der Rürup-Rente).

Freiwillige Vorsorge für Selbstständige

Für Arbeitnehmer gibt’s die gesetzliche Rentenversicherung – und zwar als Pflichtversicherung. Selbstständige sind dagegen meist nicht zur Altersvorsorge verpflichtet. Stattdessen wird ihre freiwillige Vorsorge staatlich gefördert. Selbstständige können über die Rürup-Rente oder freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse vorsorgen. Für beide Vorsorgevarianten gibt’s die gleiche staatliche Förderung.

Zwar steht die Rürup-Rente auch Freiberuflern, Arbeitnehmern und Beamten offen, am meisten lohnt sie sich aber für Selbstständige mit hohem Einkommen. Arbeitnehmer und Beamte sollten zunächst die Möglichkeiten der Riester-Förderung ausschöpfen. Für Selbstständige kann die Riester-Rente unter Umständen auch eine Alternative sein –  wenn ihr Ehepartner oder ihre Ehepartnerin sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und selbst riestert (Alternative: Riester-Rente).

Steuervorteil: Sie können Beiträge absetzen

Staatlich gefördert wird die Rürup-Rente durch Steuervorteile: Sparer können ihre Beiträge in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand angeben und einen großen Teil davon als Sonderausgaben absetzen.

Bis 2015 waren pro Jahr 20.000 Euro förderfähig, für Ehepartner das Doppelte, also 40.000 Euro. Seit 2015 sind die förderfähigen Beiträge an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Und diese wird jährlich angepasst. 2019 liegt der Höchstbetrag bei 24.304,80 Euro. Ehepaare können 48.609,60 Euro einzahlen und in der Steuererklärung geltend machen.

Was Sie absetzen können

Das Finanzamt erkennt den größten Teil der Beiträge als Sonderausgaben an. Und dieser abzugsfähige Beitragsanteil wächst jedes Jahr um zwei Prozent. 2015 waren 80 Prozent der jährlichen Beiträge absetzbar, 2018 schon 86 Prozent und 2019 sind es 88 Prozent. Bis 2025 sollen 100 Prozent erreicht sein.

Für 2019 gilt: Vom Höchstbetrag von 24.304,80 Euro sind 88 Prozent absetzbar, also knapp 21,388 Euro. Für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner vermindert sich das zu versteuernde Einkommen sogar um das Doppelte. Wie hoch die Steuerersparnis tatsächlich ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab.

Strenge Regeln für Verträge

  • Die Rürup-Rente soll ausschließlich der Altersvorsorge dienen. Deshalb kann die Auszahlung frühestens mit 60 Jahren beginnen, bei ab 2012 geschlossenen Verträgen erst mit 62. Vorher kommen Rürup-Sparer auch nicht an ihr Geld.
  • Der Vertrag kann nicht gekündigt werden. Nur eine Beitragsfreistellung ist möglich.
  • Vererben, Übertragen oder Beleihen des Vertrages ist nicht möglich. Wer seine Familie absichern will, muss einen Hinterbliebenenschutz dazu buchen oder eine separate Risikolebensversicherung abschließen. Das kostet in jedem Fall extra.

In der Auszahlungsphase: Steuern und Sozialabgaben

Auf Ihre Rentenzahlungen aus der Rürup-Rente müssen Sie im Alter Steuern zahlen. Wie hoch diese ausfallen, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Der Steuersatz wird durch das Jahr bestimmt, in dem Sie in Rente gehen. Das ist das Prinzip der "nachgelagerten Besteuerung", das für Rürup-Renten wie für die gesetzliche Rente und berufsständische Versorgungswerke gilt.

  • 1. Beitrags-Treppe: Die Beiträge zur Altersvorsorge sollen schon 2025 komplett steuerfrei gestellt werden. Derzeit – 2019 – können 88 Prozent der Rentenversicherungs- und Rürup-Renten-Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Anteil steigt bis 2025 auf 100 Prozent an (siehe oben).
  • 2. Renten-Treppe: Ähnlich wird bei den Renten verfahren. Wer 2019 in Rente geht, muss 78 Prozent der Rente versteuern (2018 waren es 76 Prozent). Dies gilt für Rürup-Renten genau wie für gesetzliche Renten. Dieser Prozentsatz steigt bis 2020 zunächst in Zwei-Prozent-Schritten auf 80 Prozent und dann bis 2040 pro Jahr um einen Prozentpunkt. Dann sind auch hier 100 Prozent erreicht.

Neben Steuern werden in der Auszahlungsphase auch Sozialversicherungsbeiträge fällig. Das sind die vollen Beiträge zu gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (derzeit gut 17 Prozent

  • Tipp: Wenn Selbstständige neben der Rürup-Rente auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen und sich gesetzlich krankenversichern, können sie als Rentner in die Krankenversicherung der Rentner und damit kräftig Sozialabgaben sparen.

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