Überblick zur Rürup- oder Basisrente

Die Rürup-Rente wurde 2005 eingeführt, damit auch Selbstständige staatlich gefördert fürs Alter vorsorgen können.

Mann füllt eine Steuererklärung aus. – Bildnachweis: gettyimages.de © Yo

Freiwillige Vorsorge für Selbstständige

Für Arbeitnehmer gibt’s die gesetzliche Rentenversicherung – und zwar als Pflichtversicherung. Selbstständige sind dagegen meist nicht zur Altersvorsorge verpflichtet. Stattdessen wird ihre freiwillige Vorsorge seit 2005 staatlich gefördert. Damals wurde die Rürup-Rente – auch Basisrente genannt – eingeführt. Alternativ dazu können Selbstständige auch freiwillig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Für beide Vorsorgevarianten gibt’s die gleiche staatliche Förderung.

Zwar steht die Rürup-Rente auch Freiberuflern, Arbeitnehmern und Beamten offen, am meisten lohnt sie sich aber für Selbstständige mit hohem Einkommen. Arbeitnehmer und Beamte sollten zunächst die Möglichkeiten der Riester-Förderung ausschöpfen. Riestern können Selbstständige nur, wenn ihr Ehepartner oder ihre Ehepartnerin sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist und selbst riestert.

Förderung durch Steuervorteil

Staatlich gefördert wird die Rürup-Rente durch Steuervorteile: Sparer können ihre Beiträge in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand angeben und einen großen Teil davon als Sonderausgaben absetzen.

Bis 2015 waren pro Jahr 20.000 Euro förderfähig, für Ehepartner das Doppelte, also 40.000 Euro. Seit 2015 sind die förderfähigen Beiträge an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Und diese wird jährlich angepasst. 2017 liegt der Höchstbetrag bei 23.362 Euro. Ehepaare können 46.724 Euro einzahlen und in der Steuererklärung geltend machen.

Absetzbarkeit steigt

Das Finanzamt erkennt den größten Teil der Beiträge als Sonderausgaben an. Und dieser abzugsfähige Beitragsanteil wächst jedes Jahr um zwei Prozent. 2015 waren 80 Prozent der jährlichen Beiträge absetzbar, 2016 schon 82 Prozent und 2017 sind es 84 Prozent. Bis 2025 sollen 100 Prozent erreicht sein.

Für 2017 gilt: Vom Höchstbetrag von 23.362 Euro sind 84 Prozent absetzbar, also 19.624 Euro. Für Ehepaare oder eigetragene Lebenspartner vermindert sich das zu versteuernde Einkommen sogar um 39.248 Euro. Wie hoch die Steuerersparnis tatsächlich ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent liegt die maximale Steuererstattung für einen Alleinstehenden bei etwa 8.500 Euro.

Strenge Regeln

  • Die Rürup-Rente soll ausschließlich der Altersvorsorge dienen. Deshalb kann die Auszahlung frühestens mit 60 Jahren beginnen, bei ab 2012 geschlossenen Verträgen erst mit 62. Vorher kommen Rürup-Sparer auch nicht an ihr Geld.
  • Der Vertrag kann nicht gekündigt werden. Nur eine Beitragsfreistellung ist möglich.
  • Vererben, Übertragen oder Beleihen des Vertrages ist nicht möglich. Wer seine Familie absichern will, muss einen Hinterbliebenenschutz dazu buchen oder eine separate Risikolebensversicherung abschließen. Das kostet in jedem Fall extra.

Nachgelagerte Besteuerung

Mit der Zeit sollen alle Einzahlungen in Rürup-Rente, gesetzliche Rentenversicherung und berufsständische Versorgungseinrichtungen steuerfrei gestellt und dafür alle Auszahlungen besteuert werden. Das ist das Prinzip der „nachgelagerten Besteuerung“. Damit sollen für Menschen im erwerbsfähigen Alter mehr Anreize zur Altersvorsorge geschaffen werden.

Der Systemwechsel zur nachgelagerten Besteuerung wird 2040 ganz vollzogen sein. Bis dahin gibt es zwei Steuer-Treppen.

  • 1. Beitrags-Treppe: Die Beiträge sollen schon 2025 komplett steuerfrei gestellt werden. Derzeit – 2017 – können 84 Prozent der Rentenversicherungs- und Rürup-Renten-Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Dieser Anteil steigt bis 2025 auf 100 Prozent an(siehe oben).
  • 2. Renten-Treppe: Ähnlich wird bei den Renten verfahren. Wer 2017 in Rente geht, muss 74 Prozent der Rente versteuern (2016 waren es 72 Prozent). Dies gilt für Rürup-Renten genau wie für gesetzliche Renten. Dieser Prozentsatz steigt bis 2020 zunächst in Zwei-Prozent-Schritten auf 80 Prozent und dann bis 2040 pro Jahr um einen Prozentpunkt. Dann sind auch hier 100 Prozent erreicht.

Sozialausgaben in der Auszahlungsphase

In der Auszahlungsphase werden neben Steuern auch Sozialversicherungsbeiträge fällig. Das sind die vollen Beiträge zu gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (derzeit gut 17 Prozent).

  • Tipp: Wer sich diese Ausgaben sparen möchte, sollte sich rechtzeitig im Erwerbsleben freiwillig gesetzlich krankenversichern und auch freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen. So können Selbstständige die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) erfüllen – und die bezieht Privatrenten wie die Rürup-Rente bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge nicht mit ein. Mehr zu den Voraussetzungen für die KVdR gibt es hier.

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