Betriebliche Altersvorsorge: Modell Unterstützungskasse

Unterstützungskassen sind arbeitgebereigene Einrichtungen für die betriebliche Altersvorsorge. Einzahlungen sind in unbegrenzter Höhe steuerfrei, was die Unterstützungskasse besonders für Gutverdiener attraktiv macht. In der Regel finanziert der Arbeitgeber die Beiträge.

Zwei Männer im Büro an gegenüberliegenden Schreibtischen unterhalten sich. – Bildnachweis: gettyimages.de © Thomas Barwick

So funktioniert’s

Bei der Direktzusage und der Unterstützungskasse bleiben die Beiträge steuerfrei – in unbegrenzter Höhe. Das ist der Unterscheid zu Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds: Bei der Unterstützungskasse sind auch die Beiträge der Arbeitnehmer in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Und bis zu einer Grenze von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) sind die Beiträge auch sozialversicherungsfrei. Das sind 3.048 Euro pro Jahr (Stand 2017) oder auf den Monat gerechnet 254 Euro.

In der Auszahlungsphase werden dafür Steuern fällig. Außerdem müssen Betriebsrentner auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – und zwar allein. Das sind derzeit etwa 17 Prozent.

Vorteile der Unterstützungskasse

  • Höhere Steuerfreiheit in der Ansparphase. Das lohnt sich vor allem für Gutverdiener.
  • In der Regel keine hohen Gebühren oder Vertriebskosten.
  • Gute Möglichkeit, wenn man langfristig einen sicheren Job in einem großen Unternehmen hat.

Nachteile der Unterstützungskasse

  • Wenig flexibel: Man kann die Beiträge bei finanziellen Engpässen nicht senken
  • Bei einem Jobwechsel besteht kein gesetzlicher Anspruch auf Mitnahme zum nächsten Arbeitgeber. Arbeitnehmer können die Altersvorsorge oft nur fortsetzen, wenn sie in derselben Branche bleiben.
  • Und die Unterstützungskasse kann auch nicht mit privaten Beiträgen weitergeführt werden.
  • Tipp: Wer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen will, sollte sich zum Vergleich immer Angebote für eine private Rentenversicherung oder eine staatlich geförderte Riester-Rente einholen und die jeweils garantierte Rente vergleichen.

Welche Abgaben werden fällig?

In der Auszahlungsphase werden dafür Steuern fällig – egal ob das Kapital auf einmal oder als monatliche Rente ausgezahlt wird. Außerdem müssen Betriebsrentner auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – und zwar allein. Zahlt der Arbeitgeber für Beschäftigte noch die Hälfte der 14,6 Prozent Krankkassenbeiträge, trägt der Betriebsrentner sie allein. Zusammen mit der Pflegeversicherung sind das derzeit etwa 17 Prozent.

Bei einer Einmalzahlung werden die Abgaben nicht auf einen Schlag fällig, sondern in Monatsraten über zehn Jahre verteilt (120 Monate).

Wie sieht es mit Zusatzbausteinen aus?

Zusatzbausteine wie Absicherung bei Invalidität oder Schutz der Angehörigen bei Todesfall des Arbeitnehmers sind möglich. Wenn eine Beitragsrückgewähr vereinbart wird, erhalten die Angehörigen zum Beispiel die bisher angesparten Beiträge zurück, falls der Sparer vor Erreichen des Rentenalters stirbt.

Was passiert bei Insolvenz?

Der Arbeitnehmer selbst hat keinen Anspruch auf Leistungen gegenüber der Unterstützungskasse, sondern nur seinem Arbeitgeber gegenüber. Der haftet für die Leistungen, wenn die Kassenmittel nicht ausreichen sollten – und ist deshalb Mitglied im Pensions-Sicherungs-Verein.

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