Vor- und Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

Heute sparen – morgen zahlen. So lässt sich die betriebliche Altersvorsorge zusammenfassen. Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer auf einen Blick.

Liste Vorteile und Nachteile mit grünem und rotem Buntstift – Bildnachweis: Fotolia © stockpics

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Sozialabgaben sparen: Durch die Bruttoentgeltumwandlung spart man Steuern und Sozialabgaben.
  • Arbeitgeberzuschuss: Das erhöht (meistens) die Rendite.
  • Bequem: Man sichert sich fürs Alter ab und hat keinen Aufwand, denn der Arbeitgeber kümmert sich um Verträge und Beitragszahlungen.
  • Sicher: Weil es für die meisten Verträge eine garantierte Rente gibt, werden die Beiträge in risikoarmen Anlageformen angelegt. Das ist sicher – bedeutet bei niedrigen Zinsen aber auch eine niedrige Rendite.
    Neu ab 2018 ist: Eine Garantierente muss es bei arbeitgeberfinanzierten Verträgen nicht mehr geben. Im Rahmen tarifvertraglicher Regelungen ist es auch möglich Verträge anzubieten, bei denen lediglich die Höhe der Beiträge festgelegt ist, nicht jedoch die Höhe der Rentenzahlung garantiert wird. Dies eröffnet höhere Renditechancen, ist jedoch auch mit einem entsprechend höheren Risiko verbunden („Reine Beitragszusage“).
  • Günstig: Oft sind Angebote vom Chef günstiger als auf dem freien Markt, weil Arbeitgeber mit Versicherungsunternehmen Gruppentarife und andere Sonderkonditionen aushandeln können. Das senkt Abschlusskosten und Gebühren. Allerdings lohnt sich immer der Vergleich mit Angeboten zur privaten Vorsorge.
  • Zinsen: In einigen Modellen sind Anbieter nicht an den derzeit niedrigen Garantiezins gebunden. Das erhöht die Renditechancen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Über die vom Chef ausgehandelten Zusatzbausteine kommen oft auch Arbeitnehmer an einen Berufsunfähigkeitsschutz (BU), die wegen gesundheitlicher Probleme auf dem freien Markt keine Chance hätten.

Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge

  • Steuern und Abgaben im Alter: In der Auszahlungsphase werden Steuern und für gesetzlich Krankenversicherte auch Sozialabgaben fällig. Die Höhe der Steuern ist abhängig vom persönlichen Steuersatz.
  • Arbeitgeber gibt Modell vor: Das schränkt die Wahlfreiheit ein.
  • Weniger gesetzliche Rente: Wer einen Teilbetrag seines Gehalts umwandelt, ohne Sozialabgaben dafür zu zahlen, zahlt auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und schmälert damit seine gesetzliche Rente.
  • Unflexibel: Man kann das Ersparte beim Jobwechsel zwar mitnehmen, aber es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, dass der neue Arbeitgeber den alten Vertrag übernimmt. Nicht in allen Fällen können Arbeitnehmer den Vertrag mit eigenen Beiträgen weiterführen.
  • Geld ist fest: Man kommt erst im Rentenalter an sein Geld und kann das ersparte nicht vorher zur Immobilienfinanzierung oder bei einem finanziellen Engpass entnehmen.
  • Sicherheit mindert die Renditechancen. Bei der reinen Beitragszusage gibt es diese Sicherheit in Form einer garantierten Rente nicht mehr. Das birgt allerdings auch Risiken – die der Arbeitnehmer allein trägt.

Tipp

In vielen Fällen können die Nachteile einer Bruttoentgeltumwandlung die Vorteile überwiegen, so dass im Einzelfall möglicherweise andere Formen der Altersvorsorge als erstes Mittel der Wahl zu bevorzugen sind. Ob eine betriebliche Altersvorsorge lukrativ ist, hängt auch vom Angebot des Arbeitgebers ab. Lassen Sie sich unabhängig beraten, zum Beispiel von der Verbraucherzentrale, von einem unabhängigen Honorarberater oder der Deutschen Rentenversicherung. Hier geht's zur Online-Terminvereinbarung.

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