Riester-Rente und Steuererklärung

Mit der Riester-Rente gewährt der Staat Sparer eine Reihe von Steuervorteilen.

Zwei Frauen prüfen Rechnungen mit Taschenrechner und Notebook. – Bildnachweis: gettyimages.de © PeopleImages

Riestern senkt Steuerlast

Wer für die Altersvorsorge riestert, steigert nicht nur die Rendite durch die staatliche Zulage, sondern kann die Aufwendungen dafür bis zu einer Höhe 2.100 Euro von der Steuer absetzen. Je nach Einkommen und Steuerklasse senkt das die Steuerlast deutlich. Und es gibt weitere Steuervorteile – selbst wenn Sparer auf die staatliche Förderung verzichten.

Die Anlage AV

Sparer müssen für den Teil ihres Einkommens, den sie in die Altersvorsorge stecken, keine Steuern zahlen. Bis zu einer Höhe von 2.100 Euro können diese Ausgaben in der Anlage AV der Steuererklärung als Sonderausgaben eingetragen werden. Ehepaare, bei denen nur ein Partner unmittelbar förderberechtigt ist und der andere über den Partner „mitriestert“, können insgesamt 2.160 Euro geltend machen. Dazu brauchen Sparer von ihrem Anbieter eine Bescheinigung über die Summe der selbstgezahlten Beiträge. Mittlerweile übermitteln aber viele Anbieter die Daten elektronisch ans Finanzamt, sofern die Vertragskunden dem zugestimmt haben. Die Anmerkungen zur Riester-Rente werden in die Zeilen 37 bis 55 der Anlage AV eingetragen.

Je höher der Eigenanteil, desto höher die Steuerersparnis

Der Abzug der Sonderausgaben lohnt sich vor allem für kinderlose Alleinstehende und für Ehepaare mit hohem Einkommen. Die Stiftung Warentest rechnet vor: Ein Ehepaar, bei dem beide Partner jährlich je 30.000 Euro brutto verdienen, kann zum Beispiel 892 Euro zurückbekommen, wenn es den Höchstbeitrag von je 2.100 Euro einzahlt. In diesem Fall ist die Differenz zwischen Zulagen und Steuerentlastung am höchsten. Weil Familien höhere Zulagen bekommen und entsprechend geringere Eigenbeiträge zahlen müssen, fällt die Steuerersparnis für sie entsprechend geringer aus.

  • Tipp: Zulagen beantragen!
    Das Finanzamt zieht die Zulagen von der Steuerersparnis ab, ob sie dem Vertrag gutschrieben wurde oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass Sparer die Zulagen auch beantragen.

Günstigerprüfung

Um eine doppelte Förderung durch Zulage und Steuerersparnis zu vermeiden, führt das Finanzamt die Günstigerprüfung durch. Es prüft, was sich für den Riester-Sparer im Einzelfall mehr lohnt: die Zulagen zu bekommen oder die Beiträge abzusetzen. Dazu zieht es – stark vereinfacht ausgedrückt – vom Einkommen die Riester-Einzahlungen ab. Von dieser Steuerersparnis werden die Zulagen abgezogen. Bleibt eine positive Differenz, wird dieser Betrag von der Steuerschuld abgezogen.

Nachgelagerte Besteuerung

Während die Einzahlungen in den Riester-Vertrag (wie auch bei der betrieblichen Altersvorsorge) zunächst steuerlich gefördert werden, müssen die Auszahlungen versteuert werden („nachgelagerte Besteuerung“). Die steuerliche Belastung ist dabei nur schwer abschätzbar, da zumindest junge Sparer kaum prognostizieren können wie hoch ihr Alterseinkommen sein wird. In der Regel wird dieses Einkommen niedriger sein, als noch im Job. So wird auch die Steuerbelastung geringer sein als während des Erwerbslebens.

Schädliche Verwendung: Steuern zurückzahlen

Wer das Geld aus dem Riester-Vertrag für etwas anderes als die Altersvorsorge verwendet und dafür vor Erreichen des Rentenalters aus dem Bank- oder Fondssparplan entnimmt, begeht eine schädliche Verwendung und muss sowohl staatliche Zulagen als auch eingesparte Steuern zurückzahlen. Die über die Jahre angesammelten Zinsen müssen außerdem zusätzlich versteuert werden. Für Wohn-Riester gelten dabei besondere Regeln.

Sparen bei der Abgeltungssteuer

Für Riester-Sparer gelten besondere Regeln bei der Abgeltungssteuer – selbst wenn sie auf die staatliche Förderung verzichtet haben. Normalerweise werden auf Kapitalerträge 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig (und zusätzlich Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag). Für Riester-Produkte gilt das nicht – auch dann nicht, wenn Riester-Sparer für ihren Vertrag keine staatliche Zulage erhalten. Das ist für Gutverdiener interessant, die vor allem den Steuervorteil nutzen wollen und deshalb vielleicht in einen Riester-Fondssparplan investieren. Aus drei Gründen:

  1. Sie können sich die angesparte Summe zum Laufzeitende auszahlen lassen, weil ungeförderte Verträge nicht als lebenslange Rente ausgezahlt werden müssen.
  2. Und sie müssen nur die Hälfte der Kapitalerträge mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Der zu versteuernde Wertzuwachs ist die Differenz zwischen der Auszahlungssumme und den gezahlten Eigenbeiträgen.
  3. Das eingezahlte Kapital ist auch bei ungeförderten Riester-Verträgen zum Ende der Vertragslaufzeit garantiert.

Bedingungen: Der Vertrag muss mindestens zwölf Jahre laufen und Sparer müssen zu Beginn der Auszahlungsphase 62 Jahre alt sein.

Sparer, die diesen Steuervorteil nutzen wollen, können entweder einen neuen Riester-Fonds- oder Banksparplan abschließen oder ihren bestehenden Vertrag überzahlen, also mehr als die steuerlich geförderten 2.100 Euro einzahlen. Alles, was über 2.100 Euro hinaus geht, können sie dann zwar in der Einzahlungsphase nicht von der Steuer absetzen, dafür versteuern sie die Erträge aus dem ungeförderten Anteil dann auch nur zum persönlichen Steuersatz.

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