Mit Wohn-Riester zum Eigenheim

Wohn-Riester für ein neues Zuhause: Haus oder Wohnung anschaffen, Immobilienkredit abbezahlen und im Alter die Miete sparen. „Wohn-Riester“-Produkte helfen dabei.

Wohn-Riester

Was ist Wohn-Riester?

„Wohn-Riester“ (auch „Eigenheimrente“) ist eine spezielle Form der Riester-Rente. Wer einen Teil seines Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlt, erhält vom Staat eine Förderung in Form von Zulagen und Steuervorteilen. Anders als etwa bei einer Riester-Rentenversicherung fließt das Geld in die Baufinanzierung, also den Kauf, Bau oder Umbau einer selbstgenutzten Immobilie. Es gelten aber besondere Bedingungen.

Wie funktioniert Wohn-Riester?

Riester-Sparvermögen und staatliche Zulagen dürfen in den Kauf, den Bau oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie oder in den Erwerb von Anteilen an Wohngenossenschaften investiert werden. Mit dem Riester-Guthaben können Sie auch Ihr Haus oder Ihre Wohnung alters- und behindertengerecht umbauen.

Um das Geld für die Baufinanzierung zu nutzen, haben Riester-Sparer zwei Möglichkeiten:

  • Geld aus einem bestehenden Riester-Vertrag entnehmen, etwa einem Riester-Fondssparplan
  • einen speziellen Wohn-Riester-Vertrag abschließen, zum Beispiel einen Riester-Bausparvertrag

Für Wohn-Riester-Produkte gelten die gleichen Grundregeln wie für andere Riester-Produkte:

  • Sparer zahlen mindestens vier Prozent Ihres Einkommens ein – inklusive der staatlichen Riester-Zulagen.
  • Der Staat zahlt bis zu 2.100 Euro jährlich Zulagen: eine Grundzulage von 175 Euro, Kinderzulagen von bis zu 300 Euro pro Kind und einmalig 200 Euro für Berufsstarter.
  • Die Beiträge können von als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.

 Die Unterschiede:

  • Beiträge und Zulagen fließen in einen Bausparvertrag, um Guthaben aufzubauen, oder an die Bank, um einen Kredit abzuzahlen.
  • Zur Versteuerung im Alter richtet der Staat ein so genanntes Wohnförderkonto ein.

Wer hat Anspruch auf Förderung?

Wohn-Riester-Produkte unterscheiden sich hier nicht von anderen Riester-Produkten. Unmittelbar förderberechtigt sind alle Pflichtversicherten in der Deutschen Rentenversicherung, also die meisten Arbeitnehmer, Azubis, Beamte und weitere Gruppen. Der Staat verknüpft jedoch mit der Immobilie besondere Bedingungen:

  • Sie müssen in der Immobilie nach Beginn der Auszahlung mindestens 20 Jahre lang selbst wohnen (keine Vermietung).
  • Es darf sich nicht um eine Ferien- oder Wochenendwohnung handeln, die Immobilie muss Ihr Hauptwohnsitz sein.
  • Erlaubt ist die Anschaffung von selbstgenutzten Immobilien oder der Erwerb von Anteilen an eingetragenen Wohnbaugenossenschaften oder eigentumsähnlichen, pfändungssicheren Wohnrechten in einer Senioren-Anlage.
  • Die Immobilie befindet sich innerhalb der Europäischen Union beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

Die Bauspar- oder Kreditverträge müssen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) oder dem Bundesamt für Steuern zertifiziert sein.

Lohnt sich Wohn-Riester?

Wer einen speziellen Wohn-Riester-Vertrag abschließen will, sollte sich sicher sein, dass er bald eine Immobilie finanzieren und dauerhaft bewohnen will. Ansonsten bietet es sich eher an, in eine andere Riester-Form zu investieren und bei Bedarf daraus Geld für die Baufinanzierung entnehmen. Ob sich das Umschichten überhaupt lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich in jedem Fall unabhängig beraten und Ihren konkreten Fall durchrechnen. Vergleichen Sie anschließend verschiedene Angebote.

Wohn-Riester: Vorteile

Wohn-Riester spart Kreditzinsen und hilft, einen Immobilienkredit schneller abzubezahlen. Geld für die Baufinanzierung zum Beispiel aus einer Riester-Rentenversicherung zu entnehmen, kann sich vor allem bei teuren Immobilienkrediten lohnen, die deutlich mehr Zinsen kosten als der Vertrag an Rendite einbringt.

Wohn-Riester: Nachteile

Es gelten strenge Regeln, wenn es um den Verkauf des Hauses geht, wenn man umziehen muss oder eine Scheidung ansteht. Wenn man diese Regeln nicht beachtet, kann es passieren, dass man die staatliche Förderung zurückzahlen muss. Da zudem die Riester-Förderung auf 2.100 Euro im Jahr begrenzt ist, lässt sich allein damit kein größerer Kredit tilgen.

Entnahme aus bestehendem Riester-Vertrag

Die Immobilienförderung funktioniert mit jedem Riester-Vertrag. Das heißt: Sie müssen keinen speziellen Wohn-Riester-Vertrag abschließen, sondern dürfen zum Beispiel auch aus einer klassischen Riester-Rentenversicherung Guthaben ganz oder teilweise verwenden, um eine Immobilie zu finanzieren oder Schulden zu tilgen. Die Bedingungen:

  • Wenn Sie nur einen Teil nehmen, müssen es mindestens 3.000 Euro sein.
  • Mindestens 3.000 Euro Guthaben müssen danach noch auf dem Riester-Konto bleiben.
  • Für barrierefreie Umbauten müssen Sie in den ersten drei Jahren nach Kauf oder Bau mindestens 6.000 Euro, danach 20.000 Euro entnehmen. Davon müssen Sie mindestens die Hälfte des Geldes in die Umbauten stecken. Diese müssen den Vorgaben zum barrierefreien Bauen entsprechen – was ein Gutachter bestätigen muss.

Die Entnahme muss bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragt werden.

Was ist ein Riester-Bausparvertrag?

Ein Riester-Bausparvertrag funktioniert wie ein gängiger Bausparvertrag. Er besteht aus einer Ansparphase und einer Darlehensphase. Das heißt, Sie sparen zunächst Geld an, um später ein Darlehen zu vorher festgelegten Zinsen zu bekommen. Der Bausparvertrag ist zuteilungsreif, wenn etwa 50 Prozent der Bausparsumme angespart sind.

Bei einem Riester-Bausparvertrag kommen in der Ansparphase die staatlichen Zulagen noch obendrauf. In der Darlehensphase können Sie die Zulage zur Tilgung verwenden und brauchen weniger Eigenkapital.

Ein Riester-Bausparvertrag lohnt sich vor allem für Familien, die die Kinderzulage bekommen.

Tipp: Geld später in Wohn-Riester übertragen

Junge Riester-Sparer, die noch nicht wissen, ob sie irgendwann Wohneigentum erwerben wollen, legen ihr Geld besser in einem Riester-Banksparplan an. Dann können sie das Geld später einfach in Wohn-Riester übertragen oder später angespartes Kapital entnehmen, um die Restschuld zu tilgen.


Riester-Baudarlehen und Riester-Kombikredit

Brauchen Bauherren sofort Geld für einen Hauskauf, können sie ein Riester-Baudarlehen aufnehmen. Die staatliche Zulage fließt dann in die Tilgung des Kredits. Auch hierfür gelten Steuervorteile.

Ein Riester-Kombikredit vereint Bausparvertrag und tilgungsfreies Darlehen, mit dem die nötige Bausparsumme direkt erreicht werden kann.

Gefördert wird allerdings nicht die volle Kreditrate, sondern nur der Tilgungsanteil bis zu einer Höhe von 2.100 Euro inklusive Zulage.

Tipp: Wohn-Riester für Ehepartner

Um die Förderung voll auszuschöpfen, sollten bei Ehepaaren beide Partner ein Darlehen aufnehmen und sich die Darlehenssumme hälftig teilen, selbst wenn sie unterschiedlich verdienen. Das gilt vor allem, wenn beide förderberechtigt sind.


Steuern auf Wohn-Riester: das Wohnförderkonto

Für alle Riester-Formen gilt: Im Alter werden Steuern fällig. Die so genannte nachgelagerte Versteuerung ist für die meisten Sparer von Vorteil, da der individuelle Steuersatz im Rentenalter meist niedriger ausfällt als im Erwerbsalter.

Im Fall von Wohn-Riester gibt es jedoch keine Rente zu besteuern. Statt dessen behilft sich der Staat, indem er ein Wohnförderkonto einrichtet. Auf diesem werden alle Zulagen, Tilgungsbeiträge und sonstigen Bewegungen im Riester-Vertrag als fiktives Guthaben verbucht und jährlich mit zwei Prozent verzinst. Das Guthaben wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

Zum Rentenbeginn kann der Immobilienbesitzer entscheiden, wie er seine Steuerschuld begleicht. Entweder

  • als jährliche Teilzahlung bis zum 85. Geburtstag oder
  • als sofortige Einmalzahlung mit einem Abschlag von 30 Prozent.

Tipp: Besser Teilzahlung bei kleinen Renten

Nachrechnen lohnt: Wer nur ein kleines Einkommen zu versteuern hat, ist mit der jährlichen Teilzahlung oft besser bedient – trotz des Abschlags von 30 Prozent bei Einmalzahlung. Grund: Das fiktive Guthaben wird auf das Einkommen aufgeschlagen. Bei der Einmalzahlung kann sich so der Steuersatz einmalig stark erhöhen.


Verkauf, Vermietung und Umzug

Müssen Haus oder Eigentumswohnung verkauft werden, spricht der Staat von einer „schädlichen Verwendung“, weil die Immobilie nicht mehr für das mietfreie Wohnen im Alter zur Verfügung steht. Die Folge: Das auf dem Wohnförderkonto eingezahlte Kapital (Eigenleistung plus Förderung) muss im Jahr des Verkaufs versteuert werden.

Aber es gibt Ausnahmen, bei denen der Staat auf die Besteuerung verzichtet:

  • Neue Immobilie: Sie investieren den Verkaufserlös innerhalb fünf Jahren wieder in eine neue selbstgenutzte Immobilie, in Wohn-Genossenschaftsanteile oder ein Dauerwohnrecht in einem Seniorenstift beziehungsweise im Pflegeheim.
  • Neuer Riester-Vertrag: Sie lassen die geförderten Riester-Beträge binnen eines Jahres wieder in einen Riester-Vertrag fließen, zum Beispiel einen Riester-Banksparplan, -Fondssparplan oder eine Riester-Rentenversicherung.
  • Bei einem berufsbedingten Umzug darf die Immobilie zwischenzeitlich vermietet werden. Sie müssen allerdings vor dem 68. Lebensjahr wieder in die Immobilie einziehen.

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