Für wen sich Rürup lohnt

Die Rürup-Rente ist nicht für jeden Sparer geeignet. Gutverdiener mit hoher Steuerlast profitieren am meisten.

Mann im Büro – Bildnachweis: wdv © Lauer, Jan

Rürup-Rente wird vom Staat gefördert

Die Rürup-Rente wird vom Staat über Steuervorteile gefördert. Dementsprechend lohnt sich der Abschluss vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder anders fürs Alter vorsorgen.

Vorteil für Gutverdiener

Ein Vorteil haben vor allem ältere Gutverdiener, die nicht mehr viele Berufsjahre vor sich haben: Sie können jetzt 84 Prozent des förderfähigen Höchstbetrages von 23.362 Euro (Stand 2017) geltend machen, wenn sie entsprechend hohe Einzahlungen leisten. Das sind 19.624 Euro. Gleichzeitig profitieren sie von den noch vergleichbar niedrigen Stufen der Steuer-Treppe: Der zu versteuernde Anteil der Rentenzahlungen steigt bis 2020 in Zwei-Prozent-Schritten auf 80 Prozent und dann in Ein-Prozent-Schritten bis 2040 auf 100 Prozent. Wer 2017 eine Rürup-Rente abschließt und 2021 in Rente geht, zahlt also auf 81 Prozent seiner Rente Steuern, hat den Staat aber an 84 (für 2017) bis 90 Prozent seiner Einzahlungen beteiligt. Wie hoch die Steuerersparnis tatsächlich ist, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent liegt die maximale Steuererstattung für einen Alleinstehenden bei etwa 8.500 Euro.

  • Tipp: Wie hoch die Rendite ist, hängt vom Garantiezins und der Art des Rürup-Produkts ab. Oft ist für ältere Sparer eine Sofortrente – also die Zahlung freiwilliger Beiträge kurz vor Renteneintritt – der gesetzlichen Rentenversicherung die bessere Alternative zur Rürup-Rente. Das kann man sich in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung kostenlos durchrechnen lassen.

Nicht für Geringverdiener

Für junge Selbstständige, die wenig verdienen, und Selbstständige mit geringem Einkommen, die Beiträge nicht langfristig aufbringen können, lohnt sich ein Vertrag dagegen nicht. Sie profitieren kaum oder gar nicht von Steuervorteilen. Und sie können den Staat bis 2025 nur anteilig an den Einzahlungen beteiligen, müssen aber ab 2040 ihre Rente zu 100 Prozent versteuern.

  • Tipp: Schon wer niedrige sozialversicherungspflichtige Einkünfte hat, ist förderberechtigt und kann per Riester-Vertrag mit staatlichen Zuschüssen fürs Alter vorsorgen. Wenn der Ehepartner förderberechtigt ist (zum Beispiel, weil er/sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist) und einen Riester-Vertrag hat, besteht der „abgeleitete Förderanspruch“.

Rürup-Förderung auch für Arbeitnehmer

Auch Arbeitnehmer können einen Rürup-Vertrag abschließen und die steuerliche Rürup-Förderung in Anspruch nehmen. 

  • Tipp: Oft rechnet es sich allerdings mehr, die Möglichkeiten auszuschöpfen, die die gesetzliche Rentenversicherung Arbeitnehmern bietet. 

Weil sie Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, fallen ihre maximal förderfähigen Beiträge in die Rürup-Rente allerdings geringer aus. Von der förderfähigen Höchstsumme (23.362 Euro in 2017) müssen Arbeitnehmer zunächst ihren kompletten Jahresbeitrag in die gesetzliche Rentenversicherung einschließlich des Arbeitgeberanteils abziehen. Das sind 18,7 Prozent des Bruttoeinkommens (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Bei einem Einkommen von 45.000 Euro sind das 8.415 Euro. Damit würden in diesem Fall noch immer knapp 15.000 Euro „Luft“ für eine weitere steuerliche Förderung der Altersvorsorge bleiben. Hierfür kommt ein Rürup-Vertrag in Frage. Interessanter dürfte allerdings vielfach die Möglichkeit des Rückkaufs von Rentenabschlägen in der gesetzlichen Rentenversicherung sein. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

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