Mütterrente: Mehr Entgeltpunkte pro Kind

Seit 1. Juli 2014 bekommen Mütter von vor 1992 geborenen Kindern für die Kindererziehung mehr Punkte aufs Rentenkonto – die „Mütterrente“.

Mütterrente

Vor 1992 geborene Kinder

Von Januar 2019 an haben Frauen (oder Männer), deren Kinder vor 1992 geboren wurden und die den überwiegenden Teil der Erziehung übernommen haben, einen höheren Rentenanspruch. Durch die sogenannte Mütterrente II bekommen sie einen halben Entgeltpunkt zusätzlich auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben.

Damit wurden Mütter (und Väter) in der Rentenversicherung sukzessive besser gestellt: Schon mit der Rentenreform 2014 haben Mütter für die ersten beiden Jahre nach der Geburt eines Kindes jeweils einen Entgeltpunkt bekommen – insgesamt also zwei Entgeltpunkte pro Kind. Bis zur Reform 2014 war es nur ein Entgeltpunkt für das erste Lebensjahr eines Kindes.

Mütter (und erziehende Väter) von Kindern, die nach 1991 geboren wurden, bekommen nach wie vor drei Entgeltpunkte pro Kind für die Rente gutgeschrieben.

Neuer Rentenanspruch

Viele Mütter erhalten durch die Verbesserungen bei den Kindererziehungszeiten erstmals einen Anspruch auf eine gesetzliche Altersrente. Das gilt insbesondere für Selbstständige, berufsständisch Versicherte und Nur-Hausfrauen. Sie können durch die Neuregelung nun in einen Rentenanspruch „hineinrutschen“.

Um eine Altersrente zu bekommen, muss man mindestens fünf Jahre Beiträge aufs Rentenkonto gezahlt oder Rentenpunkte gesammelt haben. Ältere Mütter, die vor 1992 drei Kinder erzogen aber nicht gearbeitet haben, haben bis zur Reform dafür drei Rentenpunkte bekommen. Durch die „Mütterrente“ haben sie jetzt 7,5 Rentenpunkte – pro Kind für die ersten zweieinhalb Lebensjahre zweieinhalb Punkte. Dadurch haben sie Anspruch auf eine Rente.

  • Tipp: Wer knapp an der Fünf-Jahres-Hürde scheitert, für den lohnt sich in der Regel die Zahlung freiwilliger Beiträge. Der monatliche Mindestbeitrag dafür liegt derzeit bei 83,70 Euro (Stand 2019).

Kürzung von Sozialleistungen

Wenn Rentner neben ihrer gesetzlichen Rente Anspruch auf Sozialleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung haben, führt die (höhere) Mütterrente gegebenenfalls zu einer Kürzung dieser Leistungen.

Überraschung für Männer

Für manche Männer, die eine Hinterbliebenenrente erhalten, gibt es eine positive Überraschung. Soweit ihre verstorbene Frau vor 1992 Kinder erzogen hat, gibt es pro Kind auch auf die längst nicht mehr gezahlte Rente ihrer verstorbenen Frau einen (fiktiven) Kinderzuschlag – und entsprechend auch eine etwas höhere Hinterbliebenenrente.

Kein Antrag notwendig

Ein gesonderter Antrag auf die Mütterrente ist grundsätzlich nicht notwendig. Lediglich Adoptiv- und Pflegeeltern, die Mütterrente beanspruchen, müssen bei ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger einen Antrag stellen. Wer ab 1. Januar 2019 neu in Rente geht, erhält die Mütterrente von der ersten Rentenzahlung an. Bei den rund 9,7 Millionen Müttern und Vätern, deren Rente bereits vor Januar 2019 begonnen hat, erfolgt die zusätzliche Zahlung automatisch bis Mitte nächsten Jahres.

Allerdings müssen Betroffene vorher noch die Anerkennung der Kindererziehungszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Das ist eine reine Formsache, wenn man Geburtsurkunden oder ein Familienstammbuch vorlegen kann. Für den Antrag gibt es ein Formblatt V800, das man im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de herunterladen kann.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

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Weitere Informationen gibt es auf www.deutsche-rentenversicherung.de oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 1000 4800.

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