Mütterrente: Mehr Entgeltpunkte pro Kind

Seit 1. Juli 2014 bekommen Mütter von vor 1992 geborenen Kindern für die Kindererziehung mehr Punkte aufs Rentenkonto – die „Mütterrente“.

Alte und junge Frau im Garten. – Bildnachweis: wdv.de © Anna Peisl

Vor 1992 geborene Kinder

Seit Juli 2014 haben Frauen (oder Männer), deren Kinder vor 1992 geboren wurden und die den überwiegenden Teil der Erziehung übernommen haben, einen höheren Rentenanspruch. Ihnen wird jetzt für die ersten beiden Jahre nach der Geburt eines Kindes jeweils ein Entgeltpunkt auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben – insgesamt also zwei Entgeltpunkte pro Kind. Bis zur Reform war es nur ein Entgeltpunkt für das erste Lebensjahr eines Kindes.

Mütter (und erziehende Väter) von Kindern, die nach 1991 geboren wurden, bekommen nach wie vor drei Entgeltpunkte pro Kind für die Rente gutgeschrieben.

Neuer Rentenanspruch

In den Jahren 2014 und 2015 erhielten insgesamt mehr als 100.000 Mütter durch die Verbesserungen bei den Kindererziehungszeiten erstmals einen Anspruch auf eine gesetzliche Altersrente. Das gilt insbesondere für Selbstständige, berufsständisch Versicherte und Nur-Hausfrauen. Sie können durch die Neuregelung nun in einen Rentenanspruch „hineinrutschen“.

Um eine Altersrente zu bekommen, muss man mindestens fünf Jahre Beiträge aufs Rentenkonto gezahlt oder Rentenpunkte gesammelt haben. Ältere Mütter, die vor 1992 drei Kinder erzogen aber nicht gearbeitet haben, haben bis zur Reform dafür drei Rentenpunkte bekommen. Durch die „Mütterrente“ haben sie jetzt sechs Rentenpunkte – pro Kind für die ersten beiden Lebensjahre zwei. Dadurch haben sie Anspruch auf eine Rente.

  • Tipp: Wer knapp an der Fünf-Jahres-Hürde scheitert, für den lohnt sich in der Regel die Zahlung freiwilliger Beiträge. Der monatliche Mindestbeitrag dafür liegt derzeit bei 84,15 Euro (Stand 2017).

Kürzung von Sozialleistungen

Wenn Rentner neben ihrer gesetzlichen Rente Anspruch auf Sozialleistungen wie Wohngeld oder Grundsicherung haben, führt die (höhere) Mütterrente gegebenenfalls zu einer Kürzung dieser Leistungen.

Überraschung für Männer

Für manche Männer, die eine Hinterbliebenenrente erhalten, gibt es eine positive Überraschung. Soweit ihre verstorbene Frau vor 1992 Kinder erzogen hat, gibt es pro Kind auch auf die längst nicht mehr gezahlte Rente ihrer verstorbenen Frau einen (fiktiven) Kinderzuschlag – und entsprechend ab Juli 2014 auch eine etwas höhere Hinterbliebenenrente.

Mütterrente beantragen

Die Rente muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden. Außerdem müssen Betroffene vorher noch die Anerkennung der Kindererziehungszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Das ist eine reine Formsache, wenn man Geburtsurkunden oder ein Familienstammbuch vorlegen kann. Für den Antrag gibt es ein Formblatt V800, das man im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de herunterladen kann.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Weitere Informationen gibt es auf www.deutsche-rentenversicherung.de oder unter der kostenlosen Servicenummer 0800 1000 4800.

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