von
Jan Stöver

Guten Tag,
meine Frau und ich haben im Jahre 2007 beide einen „Staatlich geförderten Altersvorsorgevertrag als Rentenversicherung“ bei einem Versicherer (Nr.1) abgeschlossen und jeder 60.- € jährlich eingezahlt, um die Grund- und Kinderzulagen (3 Kinder) zu erhalten.
Meine Frau hat dann (auf Anraten unserer Hausbank) im Jahre 2009 eine „Fondsgebundene Rentenversicherung (Riester-Rente)“ bei einem Versicherer (Nr.2) abgeschlossen mit dem Ziel die Grund- und Kinderzulagen (3 Kinder) zu erhalten. Auf Nachfrage, wie mit der der Versicherung (Nr.1) zu verfahren wäre, wurde „Lassen Sie die doch so laufen.“ als Antwort gegeben. Sie zahlt dort seit dem 30.- € monatlich ein.
Der Versicherer Nr.2 hat meine Frau jetzt (nach 7 Jahren Laufzeit) darauf aufmerksam gemacht, dass sie nicht zulagenberechtigt ist, da sie ja nur einen nicht rentenversicherungspflichtigen Mini-Job hat. Uns, als „Nicht-Versicherungskaufmänner“, war das leider aus den jährlich zugesandten Unterlagen bzw. Abrechnungen nicht ersichtlich.
Wie können wir jetzt hier herauskommen und so viel wie möglich retten?
Aus diversen Beiträgen und Foren im Internet habe ich mir jetzt folgende Vorgehensweise vorgenommen. Ich wäre dankbar für jeden Hinweis.
1) Meine Frau verzichtet auf ihre Rentenversicherungsfreiheit und stockt den von ihrem Arbeitgeber pauschal geleisteten Rentenversicherungsbeitrag auf den vollen Beitrag auf. (Muss sie für die Zeit bis dahin für das Jahr 2016 nachzahlen? Wie macht man das?)
2) Meine Frau stellt den bei Versicherer Nr.2 abgeschlossenen Vertrag beitragsfrei. (Oder kann sie ihn sogar kündigen?)
3) Meine Frau stellt über den Versicherer Nr.1 den Antrag auf Zulagen.
Kann ich noch Zulagen rückwirkend bekommen?
Vielen Dank
und
MfG

Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Stöver,
aus der Anfrage entneheme ich, dass sowohl Sie als auch ihre Frau einen eigenen Riestervertrag haben und jeder einen Beitrag in seinen Vertrag einzahlt.
Wenn Sie verheiratet sind und in einem gemeinsamen Haushalt leben und Sie zum unmittelbar geförderten Personenkreis gehören, gehört ihre Frau zum mittelbar geförderten Personenkreis.
Fall Sie ihren Mindesteigenbeitrag (4% vom Vorjahreseinkommen minus die Zulagen bezahlen und ihre Frau in den eigenen Vertrag 60,-€ pro Jahr einzahlt bekommt sie auch die Zulagen.
Da sich auch ihr Mindesteigenbeitrag ändert, empfehle ich sich mit allen Vertragspartnern (sowohl ihren Vertragspartner als auch den Vertragspartnern von ihrer Frau) zu sprechen und richtigzustellen, dass ihre Frau zum mittelbar geförderten Personenkreis gehört.