von
Tinta

Was heißt das genau?
Für wen genau gilt das? -> Für alle, die nach 2024 einen Rentenantrag stellen?
Hat das mit der Wartezeit von 35 Jahren zu tun? Muß man dann 40 Jahre nachweisen?

von
SaschaK

Woher haben Sie denn die Info, dass die Grenze (angeblich) auf 40 Jahre angehoben werden soll? Haben Sie eine Quelle (Link) dazu?

von
I.

Anhebung der Altersgrenze für die Bestimmung des Zugangsfaktors:

Ich glaube sie bringen da einiges durcheinander. Die Wartezeit von 35 Jahren bzw. 40 spielt bei der Anhebung des Zugangsfaktos (=Abschlag) eine Rolle bei Rente wegen verminderter Erwerbsfäigkeit bzw. Hinterbliebenenrente - nicht aber (in diesem Fall) für die Frage, OB ein Rentenanspruch besteht.

Ergänzend zu SaschaK: das nennt man Gesetz und ist öffentlich zugänglich

Lesen Sie sich dazu bitte ZUERST § 77 Abs. 4 SGB VI durch und DANACH § 264d SGB VI - insbesondere Satz 2 (der Satz unterhalb der Tabelle)

§ 77 http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__77.html

§ 264d http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__264d.html

von
Tinta

Danke für die Paragraphen, aber ich verstehe nur Bahnhof. Wenn ich Anspruch auf die große Witwenrente hätte und mein Mann Rentner stirbt 2023.... muß ich dann die Tabelle anwenden und was heißt das....?

von
P.

die tabelle ist immer anzuwenden und sagt aus, ob bzw, wie weit ein abschlag in der rente enthalten ist.
die frage, die sich stellt ist bei hinterbliebenenrente:
- in welchem Jahr ist der Versicherte verstorben
- wie alt war der Versicherte, als er verstorben ist
- und ggf. hat er 35 oder 40 jahre pflichtbeitragszeiten in seinem versicherungsverlauf
:::: alles dinge, auf denen die hinterbliebenen in der regel sowieso keinen einfluss haben (mit ausnahme von der zuordnung von kindererziehungszeiten)

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Tinta,

ich fürchte, hier haben Sie etwas falsch verstanden. Es geht hierbei nicht darum, ob die Voraussetzungen für einen Rentenanspruch vorliegen, sondern - wie bereits die Vorredner gesagt haben - welche Abschläge bei einer Rente wegen Erwerbsminderung oder wegen Todes zu erwarten sind.

Werden die Voraussetzungen für die jeweilige Rente erfüllt (bei Erwerbsminderungsrenten bspw. Wartezeit von 5 Jahren und innerhalb der letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre Pflichtbeiträge), besteht der Rentenanspruch.

Für die Berechnung der Rente ist zu beachten, dass ein verringerter Zugangsfaktor (Abschlag) einfließt. Dabei besagt der Grundsatz, dass für den Abschlag die Zeit vom 62. Lj bis 65. Lj berücksichtigt wird, also max. 3 Jahre. Ist der Versicherte bei Rentenbeginn der Erwerbsminderungsrente 61 Jahre alt, werden in der Rentenberechnung 10,8% Abschlag berücksichtigt. Eine Ausnahmeregelung (§ 77 Abs. 4 SGB VI) besagt, dass in dem Falle, dass der Versicherte 40 Jahre mit bestimmten Beitragszeiten vorweist, für die Berechnung des Zugangsfaktors die Zeit vom 60. Lj bis 63. Lebensjahr berücksichtigt wird. In unserem Falle käme der Versicherte, der bei Rentenbeginn 61 Jahre alt ist auf einen Abschlag vom 61.Lj bis 63. Lj (24 Kalendermonate oder 7,2%).

Und für diese Ausnahmeregelung (besondere Voraussetzungen) gibt es bis 2023 die Übergangsvorschrift des § 264d SGB VI - statt der geforderten 40 Jahre sind in der Übergangszeit von 2012 bis 2023 nur 35 Jahre mit den bestimmten BZ erforderlich.

Hiervon unabhängig (ganz anderes Thema) wurde die Altersgrenze für eine große Witwen- oder Witwerrente auf das 47. Lebensjahr angehoben. Aufgrund der Übergangsregelung des § 242a Abs. 5 SGB VI erfolgt diese Anhebung jedoch nur Schrittweise - je nach Todesjahr des Versicherten.

Im Zweifel sollten Sie sich auch nochmals in einer Auskunfts- und Beratungsstelle eines Rentenversicherungsträgers persönlich und individuell beraten lassen.

von
Tinta

Danke, jetzt wird es klarer