von
Ceci

Ich beziehe ALG II und bin 63 Jahre und 11 Monate alt. Ich habe im Jahr 2007 mit meinem Amt eine 58-er Regelung abgeschlossen und darf ohne Abschläge in Rente gehen. Das wäre mit 65 Jahren und 3 Monaten.

Nun fordert mich mein Amt auf in Rente zu gehen. Die Differenz zwischen mit und ohne Abschläge beträgt z.Z. 8 Euros. Ein Anwalt meinte, kein Sozialgericht würde mir wegen 8 Euros Recht geben, wenn ich auf die 58-er Regelung bestehe.

Sollte ich in Rente gehen, müsste ich ergänzend Grundsicherung beantragen. Nun habe ich 1 Kind, das recht gut verdient. Können die Kinder bei Grundsicherung herangezogen werden?

von
Helga

Kinder haften meist nicht: Wer Grundsicherung im Alter bezieht, muss im Regelfall nicht damit rechnen, dass seine Kinder vom Amt zur Kasse gebeten werden – es sei denn, ein Kind verdient nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben über 100.000 Euro im Jahr. Und nach dem Tod eines Grundsicherungsbeziehers werden dessen Erben von den Ämtern nicht zur Rückzahlung verpflichtet, falls es etwa noch Vermögenswerte gibt. Bei Hartz IV ist das anders

von
Raffaela

hallo
ja Ihre Kinder können herangezogen werden, wenn diese gut verdienen, wie die Einkommensgrenze ist weiß ich nicht, aber sicher ist, dass auch die Kinder für die Eltern zahlen müssen

Raffaela

von
KSC

Also bei 8 € verstehe ich ehrlich gesagt nicht das "Gedöhs", das Sie veranstalten. Vor allem dann nicht, wenn eh Grundsicherung und co. nötig sind.

Wenn die Rente 8 € niedriger ist, ist das Sozialgeld vom Staat "halt 8 € höher".

Deshalb per Anwalt (wer zahlt eigentlich den?) mit dem Hartz 4 Amt rumzuhändeln (und das schon seit 6 Jahren), ist nur sehr, sehr schwer verständlich.

Vorschlag am Rande: Ihr Kind, das sehr gut verdient, könnte seinem bedürftigen Elternteil die 8 € monatlich zukommen lassen und alles wäre gut.....

von
Lach

Zitiert von: KSC

Also bei 8 € verstehe ich ehrlich gesagt nicht das "Gedöhs", das Sie veranstalten. Vor allem dann nicht, wenn eh Grundsicherung und co. nötig sind.

Wenn die Rente 8 € niedriger ist, ist das Sozialgeld vom Staat "halt 8 € höher".

Deshalb per Anwalt (wer zahlt eigentlich den?) mit dem Hartz 4 Amt rumzuhändeln (und das schon seit 6 Jahren), ist nur sehr, sehr schwer verständlich.

Vorschlag am Rande: Ihr Kind, das sehr gut verdient, könnte seinem bedürftigen Elternteil die 8 € monatlich zukommen lassen und alles wäre gut.....

Daumen hoch. Der Beitrag ist sehr gut. Manche machen sich wirklich Probleme wo eigentlich keine sind...

von
Otto N.

Zitiert von: Lach

Zitiert von: KSC

Also bei 8 € verstehe ich ehrlich gesagt nicht das "Gedöhs", das Sie veranstalten. Vor allem dann nicht, wenn eh Grundsicherung und co. nötig sind.

Wenn die Rente 8 € niedriger ist, ist das Sozialgeld vom Staat "halt 8 € höher".

Deshalb per Anwalt (wer zahlt eigentlich den?) mit dem Hartz 4 Amt rumzuhändeln (und das schon seit 6 Jahren), ist nur sehr, sehr schwer verständlich.

Vorschlag am Rande: Ihr Kind, das sehr gut verdient, könnte seinem bedürftigen Elternteil die 8 € monatlich zukommen lassen und alles wäre gut.....

Daumen hoch. Der Beitrag ist sehr gut. Manche machen sich wirklich Probleme wo eigentlich keine sind...

DEM kann ich mich nur anschließen!

von
DarkKnight RV

Hallo Ceci,

m. M. n. besagt die 58ér Regelung nur, dass Sie ALG II unter erleicherteten Voraussetzungen bekommen.

Die Aufforderung zur Antragstellung kommt aus dem § 12a SGB II.

Nach Ihren Angaben (8 Euro bei ca. 4% Abschlag) liegt Ihre Altersrente so bei 200 Euro. Insofern macht es wirklich nichts, ob Sie jetzt, morgen oder in einem Jahr die Rente beantragen. Die Rente plus Grundsicherung ist eh immer gleich hoch!!!

Ein Rückgriff auf Kinder erfolgt bei der Grundsicherung nur, wenn das Einkommen über 100.000 Euro liegt (s. auch Beitrag von Helga!!!).

8-)

von
Yix

Falls Sie die Voraussetzungen für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit erfüllen sollten, entfällt übrigens die Anhebung auf 65 + 3 Monate.

von
Agnes

Zitiert von: DarkKnight RV

Hallo Ceci,

m. M. n. besagt die 58ér Regelung nur, dass Sie ALG II unter erleicherteten Voraussetzungen bekommen.

Die Aufforderung zur Antragstellung kommt aus dem § 12a SGB II.

Nach Ihren Angaben (8 Euro bei ca. 4% Abschlag) liegt Ihre Altersrente so bei 200 Euro. Insofern macht es wirklich nichts, ob Sie jetzt, morgen oder in einem Jahr die Rente beantragen. Die Rente plus Grundsicherung ist eh immer gleich hoch!!!

Ein Rückgriff auf Kinder erfolgt bei der Grundsicherung nur, wenn das Einkommen über 100.000 Euro liegt (s. auch Beitrag von Helga!!!).


Hallo,
das Problem von @Ceci ist im Bereich von SGB II und SGB XII zu finden.
Zur Zeit erhält @Ceci Leistungen nach dem SGB II. Als Altersrentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze würde ein Anspruch nach dem SGB XII, 3. Kapitel (Sozialhilfe) bestehen. Hier besteht sehr wohl eine Unterhaltsverflichtung der Kinder.
Die erwähnte Grenze von 100.000 Euro gibt es nur im SGB XII, Viertes Kapitel.
Entscheidend ist aber wohl auch, dass das sog. "Schonvermögen" im SGB II erheblich höher ist als im SGB XII (2.600 Euro?) un vorhandenes Schonvermögen erst einmal verwertet werden muss.

Agnes

von
Ceci

Danke. Das hilft mir erstmal weiter.

Die gewünschte Auskunft erhielt ich m.E. hier: http://www.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=1930933. Auch dieser link ist sehr hilfreich: http://www.haz-net.de/pdf/infoblaetter/nr11.pdf. Und der Hinweis, dass bei vorgezogener Rente das SGB XII greift und die Kinder herangezogen werden, war hilfreich.

Danke an alle, die mich weiterbrachten!

Experten-Antwort

Hallo Ceci,

Sie werden aufgrund der geringen Rentenhöhe, egal zu welchem Zeitpunkt Sie in Rente gehen, vermutlich immer ergänzende Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) bzw. Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII) beantragen müssen. Bitte lassen Sie sich von der Agentur für Arbeit bzw. dem Amt für Grundsicherung beraten, welche Variante für Sie günstiger ist. Bei der späteren Grundsicherung im Alter (ab Regeleintrittsalter/Rente) werden Kinder erst ab einem Einkommen von jährlich 100.000 EUR zur Unterhaltsleistung herangezogen.