von
Micha

Hallo,
meine Frau, nie berufstätig, hat nachträglich die Mindestzeiten in die GRV eingezahlt. Jetzt ist sie rentenberechtigt. Ihr mntl. Rentenbezug sollte bei etwa 80 Eu liegen.

Sie war immer bei mir mit krankenversichert (GKV).

Ihre Rentenschaft wird der Krankenkasse mitgeteilt.

Frage:
Wird das Konsequenzen haben, was ihre bisherige beitragsfreie Mitversicherung angeht?

Danke Micha

Experten-Antwort

Zunächst einmal ist zu sagen, dass Sie diese Frage mit Ihrer Krankenkasse abklären.
Der Verfahrensablauf bei der Rentenantragstellung Ihrer Frau ist der, dass durch die Rentenantragstellung ihre Krankenkasse darüber informiert wird und der GRV mitteilen muss, ob Ihre Frau bei einem Rentenbezug pflichtversichert ist oder nicht. Entsprechend hält dann ggf. der RV-Träger im Rahmen eines sog. Auftragsgeschäftes für die KV die Beiträge von der Rente ein und zahlt die Nettorente aus.
Sollte Ihre Frau jedoch nicht der KV-Pflicht bei einem Rentenbezug unterliegen (wovon ich aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes ausgehe), wird die Rente Brutto=Netto ausgezahlt.
Für diesen Fall gibt es im Rentenantragsformular entsprechende abzuklärende Punkte, mit denen ein Antrag auf Beitragszuschuss zur Krankenversicherung stellen kann. Dann käme evtl. noch zur auszuzahlenden Bruttorente noch der Beitragszuschuss. Der Zuschuss zur freiwilligen oder privaten Krankenversicherung wird in Höhe des halben Betrages geleistet, der sich nach Anwendung des um 0,9 Beitragssatzpunkte geminderten allgemeinen Beitragssatzes in Höhe von 14,9 Prozent auf den Zahlbetrag der Rente ergibt. Der Zuschuss beträgt demnach rechnerisch 7 Prozent der Rente.

von
Skatrentner

Da ihre Frau immer in der gesetzlichen KV bei Ihnen mitversichert war, wird sie auf Grund des Rentenbezuges wahrscheinlich in die Pflichtversicherung kommen und muss somit aus der Rente Beiträge zur KV + PV entrichten.

Ob diese Voraussetzungen zutreffen wird von Ihrer Krankenkasse geprüft und die Rentenversicherung wird von dieser Entscheidung entsprechend unterrichtet.

von
Micha

Nachfrage zum Experten:

Ihre Antwort ist vermutlich perfekt. Nur leider ist es hier ein wenig wie mit höherer Mathematik.

Ich möchte mal ganz naiv fragen:

(soweit sich aus meiner Anfrage erkennen läßt:)
a)Kann es sein, dass wir letztendlich durch veränderte Mitversicherungsbedingungen "draufzahlen"?
b)Hat es meine Frau im Krankheitsfall dann mit 2 Versicherungen zu tun?

Vielen Dank jedenfalls für Ihre schnelle Antwort!
Gruß Micha

Experten-Antwort

Zu Frage a) kann ich an dieser Stelle leider stellvertretend für die KV keine Antwort geben. Diebezüglich fragen Sie bei der Krankenkasse nach.

Was Frage b) anbelangt ist es so, dass Ihre Frau es nicht mit zwei Versicherungen zu tun hat. Mit Ihrer Krankenkasse ist abzuklären, wie das Versicherungsverhältnis aussehen wird. Nur für den Fall, dass die Krankenkasse eine Pflichtversicherung zur KV feststellen und entsprechend dem RV-Träger melden sollte, erfolgt der Abzug zur KV und Pflegeversicherung von der Rente für die Krankenkasse, da die Rente als Einkommen in diesem Fall der KV-Pflicht unterliegt. Sollte die KV-Pflicht jedoch nicht bestehen, müssten mit der Krankenkasse die Möglichkeiten (freiwillige KV-Versicherung) besprochen werden, liegt insofern jedoch außerhalb der RV-Rechts und somit außerhalb des Themenbereiches des Forums, sodass ich Ihnen an dieser Stelle die Frage (hier wieder zu a), ob ihre Frau letztlich "draufzahlen" muss, kann ich daher an dieser Stelle nicht beantworten. Eine freiwillige Krankenversicherung wird sich jedoch an den erzielten Einkommen (Rente) bemessen. Klären Sie dies jedoch mit der Krankenkasse ab.