von
Winfried

Ich bin Jahrgang 1948. Seit 1962 bis 2006 Berufstätig. Seit 09.2006 arbeitslos. Zwischenzeitlich von 12.2007 bis 05. 2009 selbständig. Erhalte noch bis Jan 2010 Arbetslosengeld. Nach 143 Bewerbungen in 3 Jahren weis ich: keine Chance mehr auf dem Arbeismarkt für einen 61jährigen. Kann ich Rente ab 2010 beantragen?

Experten-Antwort

Nach Ihren Daten zu urteilen erhalten Sie frühestens eine Altersrente mit 63 und 7,2% Kürzung (also in 2011)!

von
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Die Antwort von Experte wird bezweifelt! Wann sind sie geboren, Winfried? Davon hängt die Antwort ab.

von
Winfried

Geb.datum: 04.05.1948

von
Beitrag

Sie können fühestens ab 01.11.2010 die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit bekommen. Vor.: 15 Jahre, in den letzten 10 Jahren vor Rentenbeginn 8 Jahre Pflichtbeiträge (ihre angegebene Fehlzeit 2007 - 2009 ist weniger als2 Jahre), 52 Wochen arbeitslos nach Nov. 2006. Sollte Schwerbehinderung vorliegen und 35 Jahre dann früher.

Experten-Antwort

Wenn Sie die Voraussetzungen für die Altersrente wegen Alo erfüllen können Sie zum 01.11.2010 mit 9,3% Kürzung in Rente gehen. Da ich das aber bezweifele habe ich einfach die 63er Rente genommen (01.06.2011 mit 7,2%) ohne wenn und aber! Sie sollten bei einer Auskunftsstelle nachfragen ob Sie die Voraussetzungen für die Alo-Rente erfüllen.

von
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Warum bezweifeln Sie das? Was spricht anhand der Angaben von Winfried dagegen?? Wegen Zweifeln ohne Anhaltspunkte, würde Winfried eine wichtige Info zu Altersrentenansprüchen durch sie vorenthalten werden. Man bedenke, daß das Alo-geld nur bis Mai 2010 läuft. Es wäre also wahrscheinlich schon 7 Monate früher eine Rente möglich. Natülich kann dies hier nicht abschließend geklärt werden, aber ohne Hinweis fragt Winfried ggf. auch gar nicht weiter und begibt sich eben nicht zur konkreten Prüfung in die AuB-Stelle.

Hier ist und war zwingend auf die Alo-rente hinzuweisen, weil aus den Angaben nichts dagegen spricht!

MfG

von
B´son

Ich sehe das ähnlich wie der Experte...

Es ist ja nicht nur die Lücke der Selbständigkeit, sondern auch die ALO-Zeit ohne Leistungsbezug von 02/10 bis 10/10 die nicht bei den 8 Jahren mit Pflichtbeiträgen zählt.
Die ALO-Zeit wird nicht als Anrechnungszeit anerkannt, da die sogenannte Unterbrechung (vor der ALG-Zeit unmittelbar Pflichtbeiträge aufgrund eschäftigung oider Tätigkeit) nicht gegeben ist.

Ergo hat Winfried in den letzten 10 Jahren (gerechnet ab 01.11.2010) insgesamt 27 "schädliche" Monate und die Voraussetzung NICHT erfüllt.

Anders wäre der Sachverhalt, wenn die Selbständigkeit der Versicherungspflicht unterlegen hätte...

@Winfried : Gehen sie zu einer Beratungsstelle und lassen sie sich das mal ganz genau ausrechnen und erklären.

von
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So tief wollte ich in die Marterie auf dieser hier möglichst verständlichen und mindestens sensibilisierenden Ebene nicht gehen. ABER:!!!! Da das Ende des Leistungsbezugs in der Zukunft - Mai 2010 - liegt und Ihre Festsstellung nicht unabwendbar ist - also Einfluss-und Gestaltungsmöglichkeiten bestehen, ist es zwingend, den Frager dahingehend zu sensibilisieren (AR ab 11/2010 ggf.mögl.) und nähere einzelfallbezogene Betrachtungen und Beratungen in der AuB-Stelle vornehmen zu lassen!!

Ich würde ihm z.B.raten, daß er z.B. im Mai eine geringf. Beschäftigung neben dem ALG I-Bezug aufnimmt, dabei möglichst 155 Eur brutto verdient UND AUF DIE VERSICHERUNGSFREIHEIT VERZICHTET, sich also 4,9 % zur RV abziehen läßt. Dann würde eine weitere Meldung beim Arbeitsamt ohne Leistungsbezug anrechenbar. GGf. besteht ja auch Anspruch auf ALG II (Hartz IV)

Diese Gestaltungsmöglichkeiten stehen im Raum, sind möglich und würden zu einer ggf. 7 Moanten kürzeren "Durststrecke" (ohne Einkommen) führen!!!

von
B´son

Soweit stimme ich Ihnen da natürlich zu, deshalb auch mein Hinweis auf die Beratungsstelle :-)

"Ich würde ihm z.B.raten, daß er z.B. im Mai eine geringf. Beschäftigung neben dem ALG I-Bezug aufnimmt..."

--> Den muss man erstmal finden (Winfried hat nach eigenen Angaben 143 erfolgslose Bewerbungen geschrieben...).
Ende des Leistungsbezug ist übrigens Januar 2010 :-)

von
Beitrag

Sorry wegen Mai 2010, aber umso wichtiger und entscheidender ist der Hinweis jetzt und hier!!! In irgendeiner Form und meinetwegen auch erst ab Februar oder März einen Mini-Job aufzunehmen, AUFZUSTOCKEN und sich diesen Vorteil (7 Monate früher AR wegen Alo - ggf.keine teure frw.KV usw.!!!) zu ermöglichen. Ob die Bewerbungen jegliche Arbeit und auch Mini- Jobs umfassten sei dahingestellt. Die Ein- und Abschätzung obliegt NUR Winfried!! Aber den Hinweis muß er zwingend bekommen, nur dann ist er sensibilisiert und kann es versuchen!!!!

Genau das ist das Salz in der Suppe bei der Frage, wie muß eine Beratung aussehen, was muß sie umfassen!! Und auch hier - wenn auch in allgemeinerer Form!!!

von
B´son

Da haben sie Recht, zumindest ein klitzekleiner Hinweis hätte erfolgen sollen/müßen.

(Der Mai sei Ihnen verziehen ;o)

von
Agnes

Hallo @B´son
soweit mir (noch) bekannt ist, verlängern die Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug den Zehnjahreszeitraum auch dann, wenn diese Zeit keine versicherungspflichtige Beschäftigung unterbricht und nach dem 58. Lebensjahr liegt.

Agnes

von
B´son

Autsch, na da haben sie mich jetzt aber erwischt, sie haben natürlich Recht.

Was man nicht alles vergißt, wenn man es nicht so oft braucht...

Experten-Antwort

Das ist falsch! auch für Zeiten i. S. d. § 252 Abs. 8 S. 1 SGB 6 gelten die Vorschriften über Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit . Es ist deshalb erforderlich, dass durch die Arbeitslosigkeit eine versicherte Beschäftigung unterbrochen ist.

von
Schwarzwälder

Das stimmt so nicht.
Auszug aus der Arbeitsanweisung der DRV Bund: "Durch die Aufnahme einer versicherten Beschäftigung (hierzu zählt auch die Aufnahme einer geringfügig entlohnten Beschäftigung mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit) während eines bereits begonnenen, aber nicht anrechenbaren Anrechnungszeittatbestandes, wird das Unterbrechungserfordernis für diesen Anrechnungszeittatbestand nicht erfüllt. "
Es ensteht also kein neuer Unterbrechungstatbestand, die weitere Arbeitslosmeldung ist nicht anrechenbar, nur wenn die geringfügige Beschäftigung mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit bis zum Rentenbeginn andauert wären die Voraussetzungen (96 Pflichtbeiträge)erfüllt.

von
B´son

Hier liegt m.E. gar kein Fall des §252 Abs. 8 vor, Winfried steht/stand doch der Arbeitsvermittlung zur Verefügung...

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_237R2.3.4.3

9. Spiegelstrich, 2.Absatz.

Stolperstein für die Verlängerung des 10-Jahreszeitraum ist glaub ich eher, dass die Arveitslosigkeit bereits vor 2008 begonnen haben muss.
Die Selbständigkeit von 2007 bis 2009 "stört" da etwas........

Experten-Antwort

Ich habe nicht geschrieben, dass es hier eine Zeit nach § 252 Abs. 8 VI ist; sondern sie nur erläutert.

von
B´son

???
Versteh ich jetzt leider nicht ganz...

Sie haben doch als Antwort auf Agnes Beitrag den § 252 Abs 8 in den Raum geschmissen ?!?!?!?!?!?!

Der von Agnes erläuterte Sachverhalt ist eben gerade KEIN §252 Abs 8, und bedarf auch keiner Unterbechung (siehe Link zu DA) um den 10 Jahreszeitraum zu verlängern.

von
Mitleser

Es wäre gut, wenn eine eindeutige Aussage erfolgt.
Dafür im voraus bedankt.