von
Anita B.

Hallo ich bin Baujahr 1950 und bekomme in diesem Jahr Altersrent. Zuvor war ich ( die letzten 15 Jahre) bei meinem Mann krankenversichert. Ich bezog seit gut 5 Jahren Sozialhilfe bzw Hartz IV( Hilfe zum Lebensunterhalt). Nun falle ich aus der Familienversicherung der KK raus , d.h. ich muss mich selbstversichern. Nun habe ich mich bei der Krankenkasse erkundigt, die Höhe des monatl. Krankenkassenbetrages beträgt ca. 140,- € . Jetzt bekomme ich eine Rente von 530,- € abnzüglich des KKbetrages . Unterm Strich habe ich weniger als vorher, ist es normal das man aus der Familienversicherung rausfällt und sich selbst versichern muss. Und ist die Höhe des KK Betrages nicht von der Rente abhängig? Laut Aussage der KK es ist die Techniker Krankenkasse, haben alle gesetzlichen Krankenkassen den gleichen Beitragssatz. Für Info´s bin ich dankbar LG Anita

von
Falsches Forum

Dies ist ein Forum der deutschen RENTEN- NICHT KRANKENversicherung.

von
Justus Klein

Natürlich richtet sich der Beitrag zur Krankenversicherung nach ihrer Rentenhöhe.

Wonach wohl sonst ??

Als Altersrentner sind sie - normalerweise und wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind - in der KVdR
( Krankenversicherung der Rentner ) pflichtversichert.

Der Beitrag ist bei allen Kassen seit 1.7.09 gleich : 14,9 %

Wovon 7 % die Rentenversicherung zahlt.
7,9 % zahlen Sie.

Beitrag zur Pflegeversicherung geht natürlich noch mal exta mit 1,95 %.

Wie Sie bei ihrer kleinen Rente von 530 € dann auf 146 € KK-Beitrag kommen , ist nicht nachvollziehbar. Ihr Eigenanteil an der KV dürfte sich um 50€ rum bewegen...

Hier können Sie alles detailliert selbst nachlesen :

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_11958/SharedDocs/de/Navigation/Rente/Leistungen/KVdR__PVdR/KVDR__Beitr_C3_A4ge__node.html__nnn=true

von
B´son

Hallo Anita,
sofern sie die ganze Zeit bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren (Pflicht-, freiwillig- oder familienversichert) dürfte sie als Rentnerin in die KvdR (Krankenversicherung der Rentner) kommen und aus der Familienversicherung rausfallen.

Das heißt für sie :
Der fällige Beitrag zu Kranken- und Pflegeversicherung (= sofern sie Kinder haben 9,85 %, fals kinderlos 10,1 %) wird direkt von Ihrer Rente abgezogen.
Bei den von Ihnen genannten 530 EUR würden demnach 9,85 % / 10,1 % abgehen.

Alle Krankenkassen haben mittlerweile den gleichen Beitragssatz.

von
Keith Moon

Sofern Sie in der sogenannten "zweiten Hälfte" ihres "möglichen Erwerbslebens" die erforderliche Vorversicherungszeit von neun Zehntel erfüllt haben, wird bei Ihnen die Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) durchgeführt.

Sind Sie beispielsweise mit 16 Jahren ins Erwerbsleben eingetreten und mit 60 in Rente gegangen, beträgt der Gesamtzeitraum 44 Jahre und die sogenante "zweite Hälfte" beginnt mit 38. In diesen letzten 22 Jahren ist eine Vorversicherung von mindestens 90 % in der gesetzlichen Krankenversicherung erforderlich, es dürfen also nicht mehr als maximal 10 % an Nicht-Versicherungszeiten in der GKV (z.B. aufgrund von Selbständigkeit oder Sozialhilfebezug) herausfallen.

Wird die Vorversicherungszeit nicht erfüllt, dann wird Ihnen ihre gesetzliche Krankenkasse bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen eine freiwillige Mitgliedschaft anbieten. Der Mindestbeitrag beträgt derzeit knapp unter 140 EUR, und insoweit dürfte hier genau das passiert sein.

von
Wolfgang

Hallo Anita,

> Ich bezog seit gut 5 Jahren Sozialhilfe bzw Hartz IV (...)

Keith Moon hat es richtig erklärt - wenn Sie in der letzten Hälfte des KV-Gesamtzeitraumes nicht wenigstens zu 90 % dieser Zeit Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren, wird nur (in Ihrem Fall) die freiwillige Versicherung ab Rentenbeginn folgen (knapp 140 EUR Monatsbeitrag - etwas abgemildert durch den Zuschuss der Rentenversicherung von 7 % von der Rente) ...sollte tatsächlich über einen längeren Zeitraum Sozialhilfe bezogen worden sein - manche Sozialämter übernehmen nur die Behandlungskosten und versichern ihre 'Kunden' nicht freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung, da Kosten in der Summe zu hoch - dann haben Sie die Vorversicherungszeit nicht erfüllt. Dann bleibt Ihnen nur der Weg über die 140 EUR freiwillige Versicherung.

> ist es normal das man aus der Familienversicherung rausfällt und sich selbst versichern muss.

Ja ...so bald eigenes Einkommen vorliegt/die Rente, sind Sie als einkommensfreie Familienangehörige nicht mehr kostenfrei mitversichert.

Gruß
w.

von
Anita B.

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Es ist tatsächlich so wie Keith und Wolfgang sagten. Habe das nun geklärt. Hatte eigentlich seit meinem 14 Lebensjahr gearbeitet. Aber es zählt nur das letzte drittel und da war durch Selbststänigkeit und später durch Hartz IV Fehlzeitenentstanden. Hätte man das gewusst. Das ist sowieso ein Dschungel durch den ein Nichtfachmann gar keinen Durchblick haben kann. Nochmals vielen Dank

von
timmy

Dazu ergibt sich folgende Frage:
Ehefrau war privat versichert in den letzten 15 Jahren jedoch GKV durch arbeitslosigkeit des Mannes.
Rentenanspruch durch Kindererziehung und relativ wenige Beitragsmonate: 140 Euro. Beitrag zur freiwilligen KV ca. 140 Euro. Tatsächliche Rente = 0 Euro????

von
Keith Moon

In diesem Fall würde, weil eine Pflichtversicherung wegen Nichterfüllung der 9/10-Regelung nicht stattfindet, zunächst geprüft werden, ob die Einkommensgrenzen für eine beitragsfreie Familienversicherung eingehalten werden. Bei einem Einkommen von lediglich 140 Euro Rente dürfte dies regelmäßig der Fall sein und die Betroffene beitragsfrei familienversichert bleiben.

Aber Vorsicht: Bei der Prüfung des Einkommens für die Familienversicherung ist nicht nur die Höhe der Rente maßgebend, sondern sämtliches Einkommen des mitzuversicherten Ehegatten, also beispielsweise auch Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung.

von
Keith Moon

Die Einkommensgrenze bei der beitragsfreien Familienversicherung liegt 2010 bei 365 EUR (alte Bundesländer) bzw. 300 EUR (neue Bundesländer). Wer eine geringfügige Beschäftigung mit Pauschalbeiträgen (bis 400 EUR) ausübt und sonst keinerlei Einkommen hat, ist ebenfalls beitragsfrei mitversichert.

von
@Anita

Hallo Anita,
wie kann man mit 60 Jahren in Altersrente gehen, wenn man die letzten 15 Jahre nicht krankenversichert gewesen war?
Braucht man da nicht mind. die letzten 10 Jahre ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis oder muß man nicht vor der Rente arbeitslos gewesen sein?
Gruß Rosi

von
B´son

Unter Umständen als Schwerbehinderter, da muss man "nur" 35 Jahre mit Zeiten haben :o)