von
güngör

Meine Schwester hat in Deutschland 10 Jahre rentenversichert gearbeitet. Am 1.11.1992 hat sie in Deutschland ihr Sohn bekommen und dann aufgehört, zu arbeiten. Sie hat 2 Jahre Kindererziehungsgeld bekommen. Sie lebt jetzt in der Türkei und möchte die Rentenversichertenzeiten in der Türkei anerkennen lassen. Sie hat mich dafür schriftlich beantragt. Auf ihrem Rentenversicherungsverlauf fehlte aber Ihre Kindererziehungszeiten. Das haben wir mitgeteilt und einen Antrag auf Anerkennung der Kindererziehungszeiten hat gestellt. Alle benötigten Unterlagen haben wir vollständig abgeschickt. Jetzt warten wir seit halbem Jahr auf eine Antwort, bzw. auf den Versicherungsverlauf mit den Kindererziehungszeiten. Trotz mehrmaliger Anrufe, Briefe und Emails hat der Sachbearbeiter darauf nichts reagiert. Wenn meine Schwester bis 01.07.2007 den Versicherungsverlauf von der Deutschen Rentenversicherung an türkische Rentenversicherung nicht gibt, muss sie an türkische Rentenversicherung ca. 10000.-Euro mehr zahlen, weil ab 01.07.2007 in der Türkei ein neues Rentengesetz für solche Fälle in Kraft treten wird. Sie sind meine letzte Hoffnung, sonst müssen wir uns einen Anwalt nehmen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie meiner Schwester helfen würden. (Ihre Versicherungsnummer: 29 100867 S 505 - Sevil Güngör Ümet)

von
Unbekannt

Hallo Güngör,

aus der Ferne zu diesem Fall was zu sagen ist sehr schwer.

Grundsätzlich ist der deutsche RV-Träger verpflichtet, beim türkischen RV-Träger evtl. Beschäftigungszeiten in der Türkei anzufragen. Ich weiß aus Erfahrung, dass Ankara nicht zu den schnellsten gehört beim Antworten.

Ich rate Ihnen, rufen Sie beim deutschen Sachbearbeiter an und fragen Sie nach, voran es konkret scheitert. Sollte es wirklich an dem türkischen Träger liegen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig als sich dort zu wenden.

Und zuletzt: Sind Sie mir bitte nicht böse, aber man kann schon seit Jahren sich Rentenansprüche in der Türkei erkaufen. Wieso muss man da immer denn auf die letzte Minute warten? Und dann muss immer alles sehr schnell gehen.

von
Güngör

Sie haben mich total falsch verstanden. Meine Schwester hat den Antrag in der Türkei noch nicht gestellt, besser gesagt konte nicht stellen, weil die Kindererziehungszeiten auf dem Versicherungsverlauf fehlen. Sie muss erst die Zeiten anerkennen lassen. Sie und ich kümmern uns fast seit einem Monat darum. Es liegt hier in Deutschland bei dem Sachbearbeiter. Ich habe ihn mehrmals angerufen, angeschrieben. Er meint, er habe viel zu tun. Er muss einfach die Daten von der Geburtsurkunde des Kindes in den Versicherungsverlauf eintragen. Das kann doch nicht Jahr dauern. Ich vermute langsam, dass er die Unterlagen verloren hat und das nicht zugibt.

von
Unbekannt

Hallo Güngör,

mit solchen Vorurteilen wäre ich erst einmal vorsichtig. Erst einmal Sie wissen als Laie nicht, welcher Verwaltungsaufwand im Rahmen einer Kontenklärung steckt. Sie sehen nur die Spitze von Eisberg und meinen es kann doch nicht so schwer sein.

Zurück zum Thema:

Rufen Sie am Besten nochmal im Guten dort an. Sollte es wirklich nur an der "Menge" der Arbeit liegen, bitten Sie Ihn höflichst, ob er es nicht beschleunigen kann. Sollte die Antwort nicht befriedigend verlaufen, wenden Sie sich an der Vorgesetzten.

von
Unbekannt

Und übrigens: Eine Bearbeitungsdauer von 1 Monat für eine Kontenklärung ist unterdurchschnittlich!!!

von
Güngör

Eine Bearbeitungdauer von über 6 Monaten ist auch nicht normal.

von
Ich

Die Bearbeitungsdauer von mehr als sechs Monaten kann durchaus normal sein. Im Rahmen der Feststellung von Zeiten der Kindererziehung für ausländische Versicherte steht ein größerer Ermittlungsaufwand an. Es müssen Wohnsitzbescheinigungen beschafft werden und der aufenthaltsrechtliche Status während der Zeit des Aufenthaltes in Deutschland ist zu klären. Damit sind also mindestens zwei weitere Behörden involviert, die auch ihre Bearbeitungszeiten haben. Unter Umständen sind dort Archivanfragen erforderlich, die sich nicht mal eben mit einem Blick in den Computer beantworten lassen.

Insbesondere die Ermittlungen bei den Einwohnermeldeämtern können sich also sehr zeitraubend erweisen, insbesondere dann, wenn die Versicherte mit ihren Kindern häufiger den Wohnsitz gewechselt hat. Dies ergibt sich jedoch zumeist nicht aus dem Antrag, sondern kommt erst im Laufe der Ermittlungen ans Licht. Weitere Probleme können abweichende Namensschreibweisen bzw. Geburtsdaten bereiten, wie dies insbesondere bei türkischen Staatsangehörigen immer wieder vorkommt.

von
Güngör

Sie haben alle Unterlagen(Original-Wohnbescheinigung, Geburtsurkunde usw. sowohl aus Deutschland als auch aus der Türkei bekommen) von meiner Schwester vor halbem Jahr bekommen.
Wie gesagt, sie haben alles, was sie brauchen. Das muss nur eingetragen werden.
Ich bin bei der BfA versichert. Da braucht man für so etwas kein halbes Jahr.

von
Unbekannt

Hallo Güngör,

wir alle können Ihnen nur sagen, wie es ist. Es ist eine sinnlose Diskussion die Sie führen. Ich kann mich auch nur meinen Vorrednern anschließen.

Wie schon gesagt, probieren Sie es mit einer gewissen Höflichkeit, statt mit dem Sachbearbeiter auf Kriegsfuß zu stehen.

von
M

Na das halte ich aber für ein Gerücht, dass die (ehemalige) BfA schneller arbeitet ;-)
(--> Und das bestätigt jede Statistik)

Haben sie denn Zeiten in der Türkei zurückgelegt ?
Falls nicht, dann mußte bei ihnen auch nicht mit den türkischen Behörden Kontakt aufgenommen werden.

Bei Ihrer Schwester hängt da eben nicht nur die Deutsche Rentenversicherung mit drin, sondern auch die türkische.
Und da kann es schon mal etliche Monat dauern, bis die die Unterlagen zurückschicken...

Und ein Anwalt wird ihnen da wohl auch nicht weiterhelfen können, riufen sie lieber den Sachbearbeiter an und schildern sie ihm ihre Lage, bzw. fragen ihn an was es liegt, dass die Bearbeitung noch nicht erfolgen kann.

von Experte/in Experten-Antwort

Zu konkreten Fällen kann der gesetzliche Rentenversicherungsträger im Expertenforum keine Stellungnahme abgeben. Wir empfehlen Ihnen sich mit der zuständigen Sachbearbeitung ggfls mit dem dortigen Vorgesetzten in Verbindung zu setzen.