von
Anonymus

Liebe Experten,

ist es möglich, dass ich mich anonym in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV Bund oder der DRV Regionalträger beraten lassen kann?

mfg

Anonymus

von
KSC

und wie stellen Sie sich so eine anonyme Beratung vor?
Sie kommen ohne Unterlagen und ohne Ihren Namen zu nennen zur Beratung,
tischen dem Berater irgendeine "Story" auf, und erwarten dann eine perfekte Beratung? Und meinen dann die Qualität der Arbeit der Berater beurteilen zu können?

Sorry, so ein Blödsinn geht doch völlig an der Realität vorbei. Da können Sie gleich an die Bildzeitung oder ans Goldene Blatt schreiben.

Mit so was vergeuden Sie m.E. sowohl Ihre Zeit als auch die des Beraters, denn Sie erhalten maximal eine neutrale Pauschalantwort auf eine pauschal gestellte Frage.

Aber vielleicht täusche ich mich ja auch und bin "völlig daneben" und irgend ein "Rechtskundiger" erklärt hier im Forum auch noch, dass das das "einzig Wahre" sei.

von
Belsazer

warum wollen oder müssen Sie anonym bleiben? Wenn Sie aus gewichtigem Grund eine Beratung möchten, ist das ihr gutes Recht.Oder haben Sie dunkle Schattenseiten?..Sie müssen sich doch nicht verstecken! Sie haben das Recht auf Beratung.

von
Hinterhältiger

Sicher wollen Sie insgeheim wissen, ob jemand anderes einen Anspruch auf Rente etc. hat. Dann sollten Sie sich einfach von diesem seine RV-Nummer und eine schriftliche Vollmacht geben lassen. Nehmen Sie dann IHREN Personalausweis, damit Sie sich als der Bevollmächtigte ausweisen können und suchen Sie eine Beratungsstelle auf.
Dann lassen Sie Ihre/seine Fragen schriftlich aufnehmen und ER bekommt eine schriftliche Antwort darauf. So können Sie sicher sein, dass die Beratung auch "fruchten" wird.
Eine andersartige "anonyme" Beratung führt ins Leere, wobei Sie selbst dann nicht einmal wissen, ob das, was Ihnen der Berater "erzählt", auch "Hand und Fuss" hat und auf Ihren oder den Fall eines Bekannten auch 100%ig zutrifft. Für allgemeine Fragen, greifen Sie zum Telefonhöhrer und stellen Ihre Fragen telefonisch.(allgemeine Fragen zu Rentenansprüchen/Voraussetzungen etc.).

von
"Rechtskundiger"

Schade, dass bislang noch kein Experte auf diese Frage geantwortet hat.

Als „Rechtskundiger“ sehe ich eigentlich kein Problem, sich anonym in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV Bund oder der DRV Regionalträger beraten zu lassen. Wenn einem Versicherten allgemeine Antworten genügen und keine detaillierte Einzelfallberatung gewünscht ist, sollten sich auch die DRV-Mitarbeiter/innen in der Lage sehen, diese Beratung „anonym“ zu leisten.

Es muß z.B. möglich sein, sich allgemein über die Folgen eines Überschreitens der Hinzuverdienstgrenze beraten zu lassen, ohne zuerst seine Versicherungsnummer auf den Tisch packen zu müssen.
Ich beurteile die Qualität der Arbeit der DRV-Berater primär danach, welchen Nutzen der Versicherte daraus zieht und nicht welchen Nutzen der Rentenversicherungsträger davon hat. Ob das der Vorgesetze des Beraters, der die Beurteilungen für die Personalakte abgeben muß, auch so sieht, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenn Anonymus vermutet, dass der DRV ein Fehler zu seinen Gunsten unterlaufen ist und/oder keine „schlafenden Hunde wecken“ möchte, sollte er besser einen unabhängigen Rentenberater konsultieren.
Wer sich in derartigen Fällen zuerst (oder ausschließlich) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DRV beraten läßt, den bestraft womöglich nicht nur das Leben!

von Experte/in Experten-Antwort

Den bereits vorhandenen Beiträgen zu der gestellten Frage kann nur zugestimmt werden. Es gibt zwar keine gesetzliche Vorschrift, durch welche es Mitarbeitern in Auskunfts- und Beratungsstellen untersagt wäre, auf anonyme Anfragen hin allgemeine Auskünfte zu erteilen, einen Sinn macht das aber nicht.
Will ein Versicherter gezielt beraten werden, ist die Kenntnis des genauen Sachverhalts Voraussetzung und damit unter Beachtung der Vorschriften über den Datenschutz auch seiner Person. Im Übrigen ist es wohl auch ein Gesetz der Höflichkeit, sich seinem Gesprächspartner vorzustellen. Der Ratsuchende will schließlich auch wissen, wer ihn beraten hat, um sich später auf die gegebene Auskunft berufen zu können.

von
"Rechtskundiger"

Naja, so kann man es auch sehen.

„Es gibt zwar keine gesetzliche Vorschrift, durch welche es Mitarbeitern in Auskunfts- und Beratungsstellen untersagt wäre, auf anonyme Anfragen hin allgemeine Auskünfte zu erteilen, einen Sinn macht das aber nicht.“

Man hätte auch antworten können, gem. § 14 SGB I hat jeder Anspruch auf Beratung über seine Rechte und Pflichten und dieser Anspruch ist nicht im geringsten davon abhängig, dass der Name genannt wird.

Ob es Sinn macht, entscheidet zunächst der Versicherte selbst und nicht der Berater. Es bleibt dem Versicherten unbenommen, im Laufe des Beratungsgespräches seine Identität zu offenbaren, falls eine genaue Kenntnis des individuellen Sachverhalts notwendig wird.

Wenn der Versicherte sich z.B. allgemein über die Folgen eines Überschreitens der Hinzuverdienstgrenze beraten lassen möchte, ist es unerheblich, ob er Meier, Müller oder Schulze heißt.

Einen Sinn macht anonyme Beratung immer dann, wenn der Versicherte eventuelle negative Konsequenzen befürchten muß. Ob diese zu befürchten sind, weiß der Versicherte am Ende der Beratung, nicht am Anfang.
Wie reagiert denn ein Mitarbeiter der A+B-Stelle, wenn sich im Beratungsgespräch herausstellt, dass der Versicherte seit geraumer Zeit die Hinzuverdienstgrenze überschreitet?

Jeder Versicherte ist selbst für sein Tun und Unterlassen verantwortlich. Also auch dafür, ob und wann er dem RV-Träger Informationen mitteilt. Tut er es nicht, obwohl er dazu verpflichtet ist, hat er die daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Das verstehe ich unter „Eigenverantwortung“.

Ich will hier nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen. Aber wenn jemand im Forum höflich nach der Möglichkeit einer anonymen Beratung (aus welchen Gründen auch immer) fragt und als Antwort bekommt, so ein Blödsinn gehe doch völlig an der Realität vorbei, da könne er gleich an die Bildzeitung oder ans Goldene Blatt schreiben, dann ist das m.E. eine Zumutung.

Ein DRV-Experte, der derartigen Statements auch noch zustimmt, hatte um 15:33 Uhr wohl schon einen langen Arbeitstag hinter sich.

von
Unbekannt

Diesem Zitat kann ich mich nicht anschließen:

"...Im Übrigen ist es wohl auch ein Gesetz der Höflichkeit, sich seinem Gesprächspartner vorzustellen..."

Grundsätzlich schließe ich mich dem Experten an, aber dieses Aussage ist meiner Meinung nach "voll daneben". Schließlich werden hier im Forum auch vom Experten die Fragen Anonym beantwortet.

von
"Rechtskundiger2"

Korrekt!

Beim Anwalt kann man alles offenlegen, der unterliegt der Schweigepflicht nach § 203 StGB.

Bei den Systembeamten und -angestellten nicht.

Da wird gleich alles notiert und gespeichert, um dann später eventuell verwendet zu werden.

Anonymus - identisch mit "Rechtskundiger2" ging es bei der Frage um die Tatsache, daß bei Frührentenberatung bzw. Reahabilitationsberatung der Ratsuchende Tatsachen offenbart, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen, aber dann, wenn er eine A+B-Stelle aufgesucht hat und dort plaudert, nur dem minderwertigem Sozialdatenschutz unterliegen.

Während der Arzt eine Straftat begeht, wenn er offenbart, begeht der A+B-Stellen-Berater nur eine Ordnungswidrigkeit ...

Es könnte aber auch sein, daß der Ratsuchende eine Entziehungskur möchte und der Sachbearbeiter nach seinem Pflichtverständnis gleich die Verwaltungsbehörde informiert, weil der "Säufer" ja nen Führerschein und ein Auto hat ...

von
Anonymus

Lieber Experte,

" Im Übrigen ist es wohl auch ein Gesetz der Höflichkeit, sich seinem Gesprächspartner vorzustellen."

In welchem Buch des SGB steht dieses Gesetz?

" unter Beachtung der Vorschriften über den Datenschutz auch seiner Person."

Welche Vorschriften meinen Sie?

Ist es nicht so, dass der Sozialdatenschutz löchrig wie ein Schweizer Käse ist?

Unterliegen die Berater der A+B-Stellen dem § 203 StGB?

Wenn nicht, wäre man blöd denen Gesundheitsdaten zu offenbaren, weil der Schutz durch das SGB X wesentlich schlechter ist.

mfg

Anonymus

von
M

Und genau diese "Anonymen" beschweren sich dann im Nachhinein über die Qualität der Beratung....

Glauben sie ernsthaft, dass sich auch nur ein Berater für Ihre "Tatsachen, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen" interessiert, geschweige denn für eine Beratung bzgl ""Frühverentung" braucht ?

Aber grundsätzlich kann sich jeder anonym beraten lassen, er darf halt dann auch nur allgemeine Auskünfte erwarten,.

von
Anonymus

"Glauben sie ernsthaft, dass sich auch nur ein Berater für Ihre "Tatsachen, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen" interessiert, geschweige denn für eine Beratung bzgl ""Frühverentung" braucht ? "

Das liest sich aber in den Formularen und bzgl. den Speicherinhalten der Versichertenkonten gänzlich anders.

"Aber grundsätzlich kann sich jeder anonym beraten lassen, er darf halt dann auch nur allgemeine Auskünfte erwarten,."

Aha, da schnappt dann der Beamte oder SoziVersFAng gleich ein?

Korrekte? Beratung gibt also nur gegen Aufgabe des Datenschutzes?

von
Ehrlicher

Bitte berücksichtigen Sie, das ein Berater behmüht sein sollte richtige und vollständige Auskünfte zu erteilen. In vielen Fällen können aber kleine Details, bei denen der Fragende denkt sie sind unwichtig, zu einem anderen Beratungsergebnis führen.

von
M

Individuelle Auskünfte können "Anonymen"nun mal nicht gegeben werden, dass hat nichts mit eingeschnappt sein zu tun...

Das macht doch eine Beratung nicht inkorrekt *kopfschüttel*

Und dass man für Beratungen Formulare braucht ist mir auch gänzlich neu...

von
TCK

Es ist doch glasklar. Eine individuelle Beratung ist ja wohl selbstverständlich nur möglich, wenn man die relevanten Fakten kennt. Sind diese nicht bekannt können nur allgemeine und unverbindliche Auskünfte (also kein Beratung im engeren Sinn) gegeben werden. Würde der Ratsuchende aber tatsächlich alle relevanten Fakten kennen, wäre wohl auch kein Beratung notwendig.

von
Anonymus

Und dieses kleine Detail besteht im Namen und der Versicherungsnummer? Glauben Sie doch selber nicht.

von
Anonymus

Um individuell beraten zu können braucht man den Namen? Glauben Sie doch selbst nicht.

von
Anonymus

"Eine individuelle Beratung ist ja wohl selbstverständlich nur möglich, wenn man die relevanten Fakten kennt. "

Ein ganz wesentliches Faktum ist dann der Name samt Versicherungsnummer? Glauben Sie das wirklich?

von
M

Hab ich nie behauptet...

Nur kann man ohne entsprechende Daten (Wartezeiten, 3/5 Belegung, Anwartschaftserhaltung seit 1984 etc) nur allgemein beraten, aber was individuell für den Ratsuchenden zutrifft geht eben in dem Umfang dann nicht.

Wollen, oder können sie das nicht verstehen ?

von
M

Nein, aber vielleicht die Versicherungsbiografie ?