von
Eva

IN unserer Familie hat sich die Frage aufgetan, ob meine Tochter (24 Jahre) nach dem Studium (arbeitslos, arbeit-suchend), Zeiten für die Rente gutgeschrieben bekommt. In meiner Jugend (bin 59) wurden die Schuljahre ab der 10. Klasse angerechnet.
Ist das heute noch so ?
Bin dankbar für eine Antwort.

von
Nakel

Zunächst möchte ich klar stellen, dass es durchaus Unterschiede zwischen Beitragszeiten ( wo definit Beiträge zur gRV gezahlt werden) und Anrechnungszeiten gibt.

Ab dem 17. Lebensjahr eines Versicherten können u.U. sogenannte Anrechnungszeiten wg. Schule, Fachschule und/oder Hochschulausbildung berücksichtigt werden.
Schul- und Hochschulzeiten werden lediglich für die Wartezeiterfüllung herangezogen.
Fachschulen hingegen genießen unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Bewertung in der Rentenzahlung.
In welchem Umfang und in welcher Höhe sollte im persönlichen Gespräch (Einzelfallproblem) nach Auswertung des gesamten Versicherungsverlaufes geklärt werden.

Wenn Ihre Tochter (nach dem Studium) nun z.B. Arbeitslosengeld II erhält so zahlt die zuständige ARGE auch noch Pflichtbeiträge zur gRV (Grundlage sind monatlich 205,- EUR). Diese Zahlung soll zukünftig jedoch entfallen (Gesetzesänderung)
Ist Sie "nur" arbeitslos/arbeitssuchend gemeldet und erhält KEINE Leistungen der AfA, dann können ebenfalls Anrechnungszeiten entstehen.

von
N B G F U N

Hallo,
Zeiten der schulischen Ausbildung (allgem. Schule, Fachschule, Hochschule, Studium) können ab dem 17. Lebensjahr bei der RV gutgeschrieben werden. Hierzu wird in der Regel ein Kontenklärung gemacht, da diese Zeiten nicht automatisch gemeldet werden.

Zeiten der Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug können ebenfalls in der RV angerechnet werden. Grundsätzlich ist hierfür die Unterbrechung einer versicherten Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit erforderlich. Bis zum 25. Lebensjahr ist jedoch keine "Vorversicherungszeit" mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung oder selbst. Tätigkeit erforderlich. Ab dem 25. Lbj. muss jedoch grundsätzlich vorher ein Pflichtbeitrag stehen (oder weitere rentenrechtliche Zeit als Verlängerung/Überbrückung bis zum letzenPflichtbeitrag - z.B. Kindererziehung -) um die Zeiten der ALO ohne Leistungen anrechnungsfähig zu machen.
Weitere Auskünfte erhalten Sie in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.

Experten-Antwort

Zeiten der Arbeitslosigkeit werden als Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung vorgemerkt, wenn Arbeitslosengeld bezogen wird und im letzten Jahr vor Beginn des Arbeitslosengeldbezuges Pflichtbeiträge vorhanden sind. Da Ihre Tochter vor der Arbeitslosigkeit studiert hat, ist anzunehmen, dass die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind und somit keine Pflichtbeitragszeiten aufgrund der Arbeitslosigkeit vorliegen können.
Eventuell können jedoch Anrechnungszeiten angerechnet werden, wenn die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind (siehe Eintrag NBGFUN). Die Meldung der Zeiten an den Rentenversicherungsträger erfolgt maschinell durch die Agentur für Arbeit.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 09.09.2010, 14:05 Uhr]

von
Eva

Herzlichen Dank für die Antworten !