von
Fowler

Ein Bekannter (geb.1958, seit August 1977 ununterbrochen Pflichtbeiträge als Arbeitnehmer) wurde Ende des vergangenen Jahres arbeitslos und bezieht ALG I. Er plant jetzt in die Selbständigkeit zu gehen und möchte mit Beginn seiner selbständigen Tätigkeit freiwillige Beiträge zahlen. Er fragt, inwieweit diese freiwilligen Beiträge ihm auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet werden, da er mit 65 ohne Abzüge in Altersrente will. Vielen Dank schon mal!

von
Null

Gar nicht. da zählen nur Pflichtbeiträge!!!

von
aber

Aber für die Absicherung der Erwerbsminderung machen die freiwilligen Mindestbeiträge Sinn:

wer vor 1984 mind. 5 Jahre Beiträge eingezahlt hat UND seit dem 01.01.1984-laufend jeden Monat mit einer rentenrechtlich anrechenbaren Zeit belegt hat, kann seinen Schutz auchmit freiwilligen Beiträgen aufrecht erhalten.

Aber vielleicht ist Ihr Bekannter ja auch versicherungspflichtig als Selbständiger, dann muss er Pflichtbeiträge zahlen, die dann auch für die 45 Jahre zählen würden...

Er sollte sich in einer Beratungsstelle der DRV ausführlich beraten lassen...

von
no name

An der Stelle Ihres Bekannten würde ich die Versicherungspflicht nach § 4 Abs. 2 SGB VI beantragen. Dann ist er, egal um welche Selbstständigkeit es sich handelt, für deren Dauer versicherungspflichtig, mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten.

Falls er nicht schon automatisch unter die Versicherungspflicht für Selbstständige fällt (§ 2 SGB VI).

Der freiwillige Beitrag ist zwar mit 76,90 € pro Monat wahrscheinlich günstiger, aber zählt wie gesagt nicht zur Wartezeit von 45 Jahren dazu. Die Zeit des AlgI-Bezugs übrigens auch nicht.

Ihr Bekannter sollte sich am besten bei der nächsten Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV einen Termin geben lassen.

von
no name

Ups, da war der Fehlerteufel am Werk.

Der monatl. freiwillige Beitrag beträgt natürlich 79,60 € (400 € x 19,9 %).

Experten-Antwort

Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden Kalendermonate mit Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer versicherten Beschäftigung oder Tätigkeit, Berücksichtigungszeiten sowie Ersatzzzeiten angerechnet. N i c h t anrechenbar sind jedoch Pflichtbeitragszeiten aufgrund des Bezuges von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II sowie freiwillige Beiträge. Auch Wartezeitmonate, die durch Versorgungsausgleich oder Rentensplitting ermittelt werden, sind n i c h t auf die Wartezeit von 45 Jahren anzurechnen.