von
rpk09

hallo!
bin 40 jahre,habe 1995-1988 in der damaligen ddr erfolgreich eine ausbildung zum "kundendienstfacharbeiter"abgeschlossen und mich 1997 von der IHK Rostock zum "barkeeper" fortgebildet.
nun bin ich seit sommer 2007 arbeitsunfähig und seit januar 2009 nehme ich an einer rpk-maßnahme teil.
da ich weder in meinem ausbildungsberuf als "kundendienstfacharbeiter", den es leider durch die grenzöffnung nicht mehr gibt, noch in meiner letzten bezugstätigkeit als "barchef" aus gesundheitlichen gründen (körperlich UND seelisch) nicht mehr arbeiten kann und auch nicht mehr arbeiten darf, würd ich gern folgendes in erfahrung bringen:

HABE ICH BEI DER BFA RECHTLICH EINEN ANSPRUCH AUF EINE UMSCHULUNG MIT IHK-ABSCHLUSSPRÜFUNG IN EINEM DER 28 BERUFS -FÖRDERUNGSWERKE ???????
auch wenn es meinen erlernten beruf nicht mehr gibt und der "barkeeper" NUR eine fortbildung war?

p.s.: meine bezugsbetreuerin würde mich als "ausreichend belastbar" für eine umschulung einstufen und diese auch befürworten, da die ausübung als barkeeper aus ihrer sicht absolut nicht mehr in frage kommt.

bin für jedes feedback sehr dankbar ;-)

von
Wolfgang Amadeus

Ein unmittelbarer Anspruch auf eine Umschulung mit der Deutschen Rentenversicherung als Kostenträger gibt es nicht.

Man hat lediglich einen Anspruch, sofern beitragsmäßig und medizinisch die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, auf sogenannte Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Der für einen persönlich zuständige Fachberater für berufliche Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung entscheidet dann im Benehmen mit dem Antragsteller sowie, soweit vorhanden, mit dem Arbeitgeber, welche Art von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben am zweckmäßigsten ist. Das kann dann auch, insbesondere wenn man noch nicht allzu alt ist, eine Umschulung sein.

Jedenfalls kann man im persönlichen Beratungsgespräch mit seinem zuständigen Fachberater für berufliche Rehabilitation sein Interesse an einer Umschulung deutlich machen.

von
rpk09

hallo!

erst einmal vielen dank für deine antwort.

zum einen: einen arbeitgeber gibt es nicht mehr, denn vor meiner arbeitsunfähigkeit erhielt ich schon leistungen vom arbeitsamt.

zu anderen: was beinhaltet denn die "leistungen zur teilhabe am arbeitsleben"?

und wie soll ich mich denn ohne eine abgeschlossene ihk-ausbildung auf dem heutigen sowieso schon schweren arbeitsmarkt behaupten und mich auch alleinig finanzieren können, ohne vom amt abhängig sein zu müssen?

von
Wolfgang Amadeus

Zur Information, was alles zu den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gehört, empfehle ich die folgende Broschüre (insbesondere ab Seite 16):

http://www.deutsche-rentenversicherung-bw.de/nn_32022/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/02__info__broschueren/02__rehabilitation/mit__reha__fit__fuer__den__job,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/mit_reha_fit_fuer_den_job

Ob im Einzelfall eine Umschulung konkret in Frage kommt, kann wohl in diesem Forum nicht entschieden werden, sondern muss mit zuständigen Fachberater für berufliche Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung besprochen werden.

von
Nix

Anspruch auf eine Umschulung hat jeder Versicherte, der wegen seiner Gesundheit nicht in der Lage ist, seinen alten Beruf auszuüben bzw. wenn ohne diese Leistung Rente zu zahlen wäre....
Voraussetzung ist, dass Sie mindestens 15 Jahre Beiträge gezahlt haben.

Hier im Forum können wir nicht erkennen, ob Sie wirklich alle Voraussetzungen für eine qualifizierte Umschulung erfüllen.
Stellen Sie einfach einen Antrag auf leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, lassen Sie sich zu einem anschliessenden Beratungsgespräch mit dem Fachberater für Rehabilitation einladen - bringen Sie dahin alle Zeugnisse,Arbeitszeugnisse etc. mit, damit der Fachberater für Rehabilitation richtig einschätzen kann, welche Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt nach abgeschlossener Umschulung - und in welchem Beruf - für Sie bestehen.

Viele Grüsse
Nix

von
???

Ihr Wunsch nach einer Qualifkation ist verständlich. Allerdings sollten Sie in Ihre Überlegung auch miteinbeziehen, dass Sie nach der Umschulung mit 42 Jahren wieder als Berufsanfänger beginnen. Ihre Konkurenz ist Anfang 20, gesund, belastbar und in jeder Hinsicht flexibel. Eine Umschulung wird in Ihrem Fall also nur wirklich sinnvoll sein, wenn Sie mit einer mindestens guten Abschlussnote zu rechnen ist und außerdem gute Arbeitsmarktaussichten vorhanden sind. Vielleicht gibt es ja einen Umschulungsberuf, bei der Sie auf Berufserfahrungen aufbauen können.

von
rpk09

nein, leider nicht, da ich sofort nach der grenzöffnung, als mein ausbildungsberuf nicht mehr auf dem arbeitsmarkt zu verfügung stand, auf meine ihk-fortbildung, den staatlichen barkeeper hingearbeitet, diese dann ja auch 1997 erfolgreich abgeschlossen habe und seitdem, sofern es meine gesundheit zugelassen hat, im gastronomischen sektor, meist in führenden bzw. management-positionen tätig war.

doch in einem tätigkeitsfeld mit "durchgangsverkehr", das heiß, egal ob gäste oder kunden, darf ich definitiv NICHT mehr arbeiten, da nützen mir meine 26 jahre erfahrung im gastronomischen, speziell barkeeping-bereich herzlich wenig ;-(

natürlich gebe ich ihnen recht, daßdie konkurrenz nie schläft, und jung und eventuell "gesünder" ist.
doch abgesehen von meiner lebenserfahrung, der reife, den zumindest hier in der einrichtung recht gutem durchschnitt von 89%, ist meine familienplanung längst abgeschlossen, was den meisten "jungen" bewerbern noch bevorsteht.

ja, solch einen umschulungsberuf gibt es seit 2008: "personaldienstleistungskauffrau" !!!
es ist ein geschützer rahmen, trotz allem der umgang zum menschen und ein teil meines know-hows und meiner berufserfahurng kann einfließen, da es doch schon einige parallelen zum bar-manager gibt.

von
Nix

Ausserdem gibt es bei Älteren Menschen / und auch bei Jüngeren die Möglichkeit, dass der RV-Träger Eingliederungshilfe/Lohnzuschuss z.B. 50% für 6 Monate an den Arbeitgeber zahlt, wenn sich ein einstellungswilliger Arbeitgeber findet.

Deshalb: Lieber RPK09, lassen sich sich von "3 Fragezeichen" nicht entmutigen.

Viele Grüsse
Nix

Experten-Antwort

Hallo rpk09,

grundsätzlich müssen, um eine "Umschulung" in Anspruch nehmen zu können, sowohl die versicherungsrechtlichen als auch die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Wir empfehlen Ihnen daher einen entsprechenden Antrag bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger zu stellen und ein entsprechendes Beratungsgespräch mit einem Fachberater für Rehabilitation bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger in Anspruch zu nehmen.

von
rpk09

oh, nein. das tue ich nicht.
jedoch erleichert das wissen über die möglichkeiten und alternativen schon.

daß von der bfa ein lohnzuschuss für den ag befristet gezahlt wird, ist vieleicht ein mom. anreiz für die ag, doch den arebitnehmern nützt dieses nicht sehr viel, da sie zum einen noch nicht qualifiziert sind und zum anderen nach der eingleiderugnshilfe und der so häufig damit verbundenen kündigung wieder von vorn anfangen müssen.

der nachteil bei nicht mehr so jungen, aber durchaus gewillten!!!! arbeitnehmern???
die zeit läuft und läuft und läuf .... und wir werden immer älter und älter und älter .... und irgendwann, spätestens mit 50 ist der ofen dann aus, zumindest was eine berufliche umstrukturierung/neuoriertierung angeht...

von
rpk09

das problem daran ist, daß der antrag wohl erst am ende der maßnahme gestellt werden kann. doch da wir auch hier in der einrichtung schon einmal "berufsvorbereitet" werden können, was z.b. auch ein praktikum betrifft, wäre es viel effizienter, zu wissen, ob eine letztendliche durchführung solch einer umschulung in de regel erfolgen kann.

wie schon in meinen nachrichten vorher erwähnt, wäre es für mich erst einmal wichtig, zu erfahren, ob meine ausbildung in der ehemaligen ddr auch als eine abgeschlossene berufsausbildung heute anerkannt wird.
meine qualifizierung zum barkeeper hat ja eigentlich garnichts mit einer ausbildung zu tun, denn es ist ja auch nur eine IHK-FORTBILDUNG, auch wenn es meine letzte versicherungspflichtige bezugstätigkeit war.