von
Kalle Peace

Hallo Forengemeinde,

ich beabsichtige im März 2017 in Rente zu gehen und wollte wie gefordert 3 Monate vorher den Antrag stellen. Allerdings hat mich gestern unser Peronalrat daraufhin gewiesen, dass ich sehr wohl die Kündigungsfristen einhalten muss. Daraufhin habe ich versucht einen Termin für einen Antrag zu erhalten und (natürlich nach endlosen Warteschleifen und Fehlverbindungen) von dem freundlichen Fräulein die Auskunft erhalten, dass ich erst 3 Monate vorher den Antrag stellen sollte, sonst liefe ich Gefahr, dass der Antrag abgelehnt wird und ich ihn später nochmal neu stellen muss.

Wer hat denn nun Recht, was soll ich tun ?

(Infos : Rentenversicherung Bund, Kündigungsfrsit 6 Monate zum Quartalende)

Vielen Dank für eure Mühe
Kalle

von
SuchenUndFragen

Wieso sollte eine Rente, für die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, abgelehnt werden?

von
Kalle Peace

Zitiert von: SuchenUndFragen

Wieso sollte eine Rente, für die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, abgelehnt werden?

Ich bin auch verblüfft...der Zeitpunkt der Antragstellung kann doch nichts an den erfüllten Formalien ändern ? Aber ich fürchte fast, an der Servicehotline sitzen keine Fachleute....das hilft mir aber jetzt nicht weiter SuchenUndFragen !

von
Santander

Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen älterer Arbeitnehmer wirft besondere Rechts- probleme auf. In der Praxis wird immer wieder irrig angenommen, dass das Arbeitsver- hältnis älterer Arbeitnehmer mit dem Bezug einer Rente endet. Dies ist jedoch nur bei entsprechender arbeits- oder tarifvertraglicher Regelung der Fall.
Die tarifvertraglichen Vorschriften gelangen nur zur Anwendung, wenn
ihreGeltungeinzelvertraglichvereinbartwurdeoder
diejeweiligenTarifverträgefürallgemeinverbindlicherklärtwurdenoder
der jeweilige Arbeitnehmer Mitglied der Gewerkschaft ist und keine Erklärung des
Arbeitgebers über den „Ausschluss der Tarifbindung“ abgegeben wurde (vgl. im einzelnen HBE-Praxiswissen „Tarifbindung“). Für bereits bestehende Arbeitsverhält- nisse können die tarifvertraglichen Vorschriften noch für einen längeren Zeitraum weiter gelten.

von
Herz1952

Ich empfehle Ihnen, sich einen rechtlichen Beistand in Form eines Rentenberaters zu suchen. Mir hat das damals sehr geholfen

von
Kalle Peace

Zitiert von: Herz1952

Ich empfehle Ihnen, sich einen rechtlichen Beistand in Form eines Rentenberaters zu suchen. Mir hat das damals sehr geholfen

Danke für die Tipps...ich bin gerade wieder mal in Warteschleifen gefangen...schon gestern gingen Stunden drauf, da fühl ich mich schon verar....Erst besetzt, dann hebt niemand ab, dann autom. Weiterleitung an ??? und wieder Musik und die gleichen Ansagen....derzeit 11 Minuten und 43 Sek....
*ups*....jetzt wurde die Verbindung egtrennt, keine Ahnung warum...und dafür bezahlen wir !!!

von
_ich

Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun,

d.h. Sie kündigen jetzt (unter Beachtung der Kündigungsfristen) und stellen Ihren Rentenantrag ca. 3 Monate vor Rentenbeginn (Dez. 2016 bzw. Januar 2017)

Wer den Rentenantrag länger als 6 Monate vor Rentenbeginn stellt, läuft tat. Gefahr, dass der Antrag abgelehnt wird und ein neuer Antrag zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden muss

von
Schade

Hört doch auf zu motzen, die Dame am Telefon hat doch Recht.

Kündigung und Rentenantrag sind unterschiedliche Dinge. Die brauchen nicht gleichzeitig liegen.

Bei geklärtem Rentenkonto (und ich hoffe dass sich Kalle Peace darum längst gekümmert hat) reicht es die Rente 3 Monate vorher - hier also ca im Dezember - zu beantragen.

Vorher macht ein Antrag gar keinen Sinn, die Lohndaten für 2016 können frühestens im November beim AG erfragt werden und auch die Computerprogramm die den Rentenbeginn 03/2017 berechnen können stehen mit den aktuellen Werten frühestens Ende 2016 zur Verfügung.

Es gibt also heute keinen Grund sich darüber aufzuregen und schon gar nicht einer Mitarbeiterin, die Recht hat, Ahnungslosigkeit vorzuwerfen.

Und nen Rentenberater brauche ich dafür 9 Monate vorher erst recht nicht.

Schönen Tag

von
Kalle Peace

Zitiert von: Schade

Hört doch auf zu motzen, die Dame am Telefon hat doch Recht.

Kündigung und Rentenantrag sind unterschiedliche Dinge. Die brauchen nicht gleichzeitig liegen.

Bei geklärtem Rentenkonto (und ich hoffe dass sich Kalle Peace darum längst gekümmert hat) reicht es die Rente 3 Monate vorher - hier also ca im Dezember - zu beantragen.

Vorher macht ein Antrag gar keinen Sinn, die Lohndaten für 2016 können frühestens im November beim AG erfragt werden und auch die Computerprogramm die den Rentenbeginn 03/2017 berechnen können stehen mit den aktuellen Werten frühestens Ende 2016 zur Verfügung.

Es gibt also heute keinen Grund sich darüber aufzuregen und schon gar nicht einer Mitarbeiterin, die Recht hat, Ahnungslosigkeit vorzuwerfen.

Und nen Rentenberater brauche ich dafür 9 Monate vorher erst recht nicht.

Schönen Tag

Danke Herr/Frau Schade...

aber um das rauszufinden muss man erst Tage in Wartescheifen verbringen und in Foren posten...
Als korrekter Mensche, war der erstellte Verlauf für mich keine verbindliche Aussage. Ich dachte, bevor ich nicht die schriftliche Rentenzusage habe, kann ich nicht guten Gewissens kündigen. Dabei ist mir die exakte Höhe der Rente eigentlich zuerst einmal nicht wichtig. Aber eine schriftliche Bestätigung, dass man die Vorrausetzungenzum Zeitpunkt XX erfüllt, wäre doch für ALLE Versicherten ein Muss !

...aber sicher stehen die Mitarbeiter der RV eines Tages vor dem gleichen Problem !

von
Schade

Dann war halt das was Sie dachten leider falsch.

WannRente möglich sind und ob Sie die Bedingungen erfüllt haben, steht in einer Rentenauskunft, das hat der Kunde in aller Regel (mehrfach) schriftlich.

Und wenn man das z.B. beim Rathaus erfragt muss man sich nicht in Foren und Warteschleifen rumqüälen.

Aber seis drum, alles ist ja jetzt gut.

von
Lis

Da kann ich Schade nur vollkommen zustimmen.
Sie sollten natürlich rechtzeitig Ihren Arbeitsvertrag kündigen. Die Rente selber 3 Monate vor beantragen reicht im Normalfall aus (Normalfall = Sie haben in den letzten Jahren eine Kontenklärung gemacht).
Warum sollte der Rentenantrag jetzt ein 3/4 Jahr bei der Sachbearbeitung "rumliegen" wenn die Hochrechnung sofern gewünscht maximal für 12/2016, 01/2017 + 02/2017 erfolgen kann und der Arbeitgeber somit das Gehalt bis einschließlich 11/2016 melden muss, damit die Rente überhaupt berechnet werden kann.
Wenn das alle so machen, liegen haufenweise nicht bearbeitbare Akten in der Sachbearbeitung.

Ich gehe davon aus, dass Sie eine Rentenauskunft zu Hause haben.
Dort steht jeweils der frühstmögliche Rentenbeginn für die jeweiligen Renten drin. Man muss natürlich schauen, ob man die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen (z.B. bestimmte Wartezeiten, Schwerbehinderung usw.) erfüllt. Steht aber auch in der Rentenauskunft. Man muss Sie sich nur leider sehr genau anschauen.
Ansonsten sollten Sie doch bereits ausgeknobelt haben, welche Rente Sie beantragen wollen und ob die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Sie können auch bei der Sachbearbeitung selber anrufen und sich eine aktuelle Rentenauskunft zu schicken lassen oder dort auch nachfragen, ob denn der 01.03.2017 möglich ist, so wie Sie es sich vorgestellt haben.
Wenn Sie den Rentenantrag nicht alleine ausfüllen wollen, suchen Sie sich eine Auskunfts- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe und machen rechtzeitig einen Termin für November aus. Also lieber gleich, manche Beratungsstellen, haben lange Vorlaufzeiten.

Aber so ein Zettel mit "Rentenbeginn garantiert 01.03.2017 Summe xyz" gibt es nicht.
Der Versicherungsverlauf bzw. die Rentenauskünfte sind bereits verbindlich und treffen nur auf Sie zu.

Ansonsten wenn Sie noch Fragen haben, einfach her mit, vllt können wir die hier auch beantworten.

MfG Lis

von
SuchenUndFragen

Zitiert von: Kalle Peace

Zitiert von: SuchenUndFragen

Wieso sollte eine Rente, für die die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, abgelehnt werden?

Ich bin auch verblüfft...der Zeitpunkt der Antragstellung kann doch nichts an den erfüllten Formalien ändern ?

Eben. Und deshalb kann man einfach kündigen und den Rentenantrag zur rechten Zeit stellen.

von
Herz1952

Hallo Kalle Peace,

Die langen Kündigungsfristen aufgrund von Betriebszugehörigkeit etc. gelten nur Arbeitgeberseitige Kündigen, es sei denn, es ist tarifvertraglich anders geregelt und es besteht Tarifbindung. Ich kenne aber keinen Tarifvertrag, der eine arbeitnehmerseitige Kündigung von der Betriebszugehörigkeit abhängig macht. Auch einzelvertraglich wird das normalerweise nicht ausgeschlossen, sondern ist an und für sich ungültig.

Es besteht also kein Grund zur Panik und fragen Sie noch mal den Personalrat, wie es sich tatsächlich verhält, d.h. welche arbeitnehmerseitigen Fristen gelten.

Die von Ihnen erwähnten 6 Monate zum Quartalsende gelten mit Sicherheit nicht für Sie als Arbeitnehmer. Notfalls könnten Sie auch aus wichtigem Grund (Rentenbeginn) sofort kündigen.

Dass man den Arbeitgeber rechtzeitig informiert, gehört natürlich zum guten Ton, bzw. man hält die normale Kündigungsfrist ein.

Das ganze gehört zum Arbeitsrecht und hat mit Rentenrecht nichts zu tun.

von
Herz1952

Hallo Kalle Peace,

Hier ein Rechtslink zu Ihrer Unterstützung, bzw. zur Aufklärung des Personalrates:

http://www.arbeitnehmer-kuendigung.de/kuendigungsfrist.php

von
Kalle Peace

Vielen Dank nochmal für die vielen Antworten !!!
Meine "Missverständnisse" haben sich soweit geklärt, dabei bin ich als Betriebswirt und Programmierer doch einigermassen "vorbelastet"....wie schlimm stellt sich die Situation erst für weniger informierte Arbeitnehmer dar. :-(((

Ich wünsch euch einen schönen Tag !
Kalle

von
Lis

Zitiert von: Kalle Peace

Vielen Dank nochmal für die vielen Antworten !!!
Meine "Missverständnisse" haben sich soweit geklärt, dabei bin ich als Betriebswirt und Programmierer doch einigermassen "vorbelastet"....wie schlimm stellt sich die Situation erst für weniger informierte Arbeitnehmer dar. :-(((

Ich wünsch euch einen schönen Tag !
Kalle

Ach, Sie haben sich nur zu viele Gedanken gemacht ;-)
Es ist ja auch ein neuer ungewohnter Lebensabschnitt der dann beginnt.
Daher ist das völlig normal.

Von den Versicherter her zieht es sich durch alle Schichten von "den Rentenantrag/Antrag auf Kontenklärung kann man ja nur ausfüllen wenn man studiert hat" zu "war doch ganz einfach".
Kommt immer auf die Person drauf an und wie man eingestellt ist. Viele Fragen lassen sich mit Nein beantworten, weil es einfach viele Möglichkeiten gibt, die aber eben nicht auf jeden zutreffen.
Ein paar Fragen kann man eben auch schnell falsch auslegen, da habe ich schon die lustigsten Kommentare gelesen. Und wenn was komisch ausgefüllt ist, wird ja auch nachgefragt, wie der Versicherte das nun gemeint hat.
Und wenn man den Rentenantrag nicht alleine ausfüllen möchte, stehen ja genug Beratungsstellen zur Verfügung, die weiterhelfen.
Oder eben hier wird ja auch gerne geholfen.

MfG Lis

Ach ganz vergessen: Früher wurden Rentenanträge die über 6 Monate vor Rentenbeginn gestellt worden sind abgelehnt. Mittlerweile wurde dass auf 12 Monate erhöht, ob alle so arbeiten kann ich nicht beurteilen. Daher hatte die Dame am Telefon nicht ganz unrecht. Weil die Akten dann eben ewig unangetastet rumliegen beim geklärten Konto und die Meldung vom Arbeitgeber/Krankenkasse/Arbeitsamt erst 3 Monate vorher erfolgen kann.

von
=//=

Zitiert von: Kalle Peace

Vielen Dank nochmal für die vielen Antworten !!!
Meine "Missverständnisse" haben sich soweit geklärt, dabei bin ich als Betriebswirt und Programmierer doch einigermassen "vorbelastet"....wie schlimm stellt sich die Situation erst für weniger informierte Arbeitnehmer dar. :-(((

Ich wünsch euch einen schönen Tag !
Kalle

Ist ja wunderbar, dass sich jetzt alles geklärt hat. :-)

Eines möchte ich zu Ihrem vorletzten Satz noch sagen:

Die Mitarbeiter hören/lesen Tag für Tag solche Anfragen: wann kann ich in Rente gehen, welche Rentenart etc. Es sind ja meistens "ältere Semester", die bzgl. der Altersrenten anfragen.

Sicher ist eine Rentenauskunft (nicht Renteninformation) sehr umfangreich. Es ist aber in der Regel auf der 2. Seite unter A, B, C ... aufgeführt, unter welcher Ziffer etwas über die Altersrenten steht. Leider, leider wird oftmals eine solche Rentenauskunft gar nicht gelesen, wenn´s hoch kommt, noch die 1. Seite.

Die wenigsten Versicherten sind Betriebswirte oder Programmierer, aber einen solchen Wissensstand braucht man auch nicht unbedingt. :-) Die jeweiligen Ausführungen bzgl. der erfüllten Voraussetzungen und des Rentenbeginns sind eigentlich unmißverständlich und einfach zu lesen.

WER LESEN KANN, IST KLAR IM VORTEIL!

von
Herz1952

Zitiert von: Herz1952

Hallo Kalle Peace,

Die langen Kündigungsfristen aufgrund von Betriebszugehörigkeit etc. gelten nur Arbeitgeberseitige Kündigen, es sei denn, es ist tarifvertraglich anders geregelt und es besteht Tarifbindung. Ich kenne aber keinen Tarifvertrag, der eine arbeitnehmerseitige Kündigung von der Betriebszugehörigkeit abhängig macht. Auch einzelvertraglich wird das normalerweise nicht ausgeschlossen, sondern ist an und für sich ungültig.

Es besteht also kein Grund zur Panik und fragen Sie noch mal den Personalrat, wie es sich tatsächlich verhält, d.h. welche arbeitnehmerseitigen Fristen gelten.

Die von Ihnen erwähnten 6 Monate zum Quartalsende gelten mit Sicherheit nicht für Sie als Arbeitnehmer. Notfalls könnten Sie auch aus wichtigem Grund (Rentenbeginn) sofort kündigen.

Dass man den Arbeitgeber rechtzeitig informiert, gehört natürlich zum guten Ton, bzw. man hält die normale Kündigungsfrist ein.

Das ganze gehört zum Arbeitsrecht und hat mit Rentenrecht nichts zu tun.


Und wieder muß Ich mich entschuldigen für den ausgemchten Unsinn den Ich geschrieben habe.

Experten-Antwort

Die Kündigungsfrist Ihres Arbeitsverhältnisses, ggf. unter Beachtung tarifvertraglicher Regelungen (Abklärung mit Arbeitgeber / Personalrat), ist vom Antrag auf Ihre Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung unabhängig zu betrachten. Für den Rentenantrag ist die 12-Monatsfrist für den frühesten Rentenantrag vorgesehen. In der Praxis reichen 3-4 Monate vor den geplanten Rentenbeginn aus, um einen reibungslosen Übergang / Beginn zu gewährleisten. Ob die Voraussetzungen für den angestrebten Rentenbeginn vorliegen, können Sie in einer aktuellen Rentenauskunft ersehen, bzw. lassen Sie sich hierzu nochmals persönlich in einer Auskunftsstelle beraten.