von
tomml

Schönen guten Tag.
Erstmals vielen Dank für die Antworten auf meine vorherige Frage.

Ich verstehe einfach nicht, warum es so kompliziert ist, eine kleine Nebenbeschäftigung (450Euro-Job) auszuüben, wenn man eine Arbeitsmarktrente erhält.
Ich darf ja lt. Rentenbescheid etwas hinzuverdienen, um meine volle EMR zu erhalten!
Ich muß lt. Bescheid die 450Euro-Grenze und die Zeitgrenze (unter3 Stunden/Tag unter 15h/Woche) einhalten.
Dies werde ich ja alles einhalten!!!

Aber die einen sagen, ich darf überhaupt nichts hinzuverdienen, weil sonst meine volle EMR weg wäre...
Die anderen sagen, ich dürfte max. 450Euro (wenn Zeiten eingehalten werden) hinzuverdienen, um meine volle EMR zu behalten.

Das Arbeitsamt kann mir keine Beschäftigung (unter 6 Stunden/Tag bzw. unter 30h/Woche) anbieten!
Deshalb ja die Arbeitsmarktrente!

Außerdem packe ich keine regelmäßige 450E-Beschäftigung (unter 3h/Tag), da mein gesundheitszustand immer unterschiedlich ist.
Das macht kein Arbeitgeber mit! Somit verliere ich auch immer eine 450E-Beschäftigung, da mit mir nicht regelmäßig planbar ist!

Ich halte immer die Zeiten und den Hinzuverdienst ein!!! Immer unter 3Stunden bzw. max. 450 Euro!!!

Aber nun bin ich so irritiert, dass ich mir gar keine Nebenbeschäftigung mehr traue auszuüben (obowohl ich es wg. der geringen Rente müßte).

Wer kann mir nun sagen, ob ich etwas hinzuverdienen darf oder nicht, ohne meine volle EMR zu gefährden!
Ich meine natürlich immer unter 3 STunden/Tag und im Rahmen von 450E!

Danke!
tomml

von
Fritzi

Zitiert von: tomml

Ich verstehe einfach nicht, warum es so kompliziert ist, eine kleine Nebenbeschäftigung (450Euro-Job) auszuüben, wenn man eine Arbeitsmarktrente erhält.
einfach: Weil man damit den Beweis erbringt, dass der Arbeitsmarkt eben doch nicht verschlossen ist, und man dadurch eben keinen Anspruch mehr auf eine volle EM-Rente mehr hat, allenfalls für die Hälfte.

Experten-Antwort

Hallo tomml,

die Aufnahme einer Beschäftigung von unter 3 Stunden bzw. unter 450 Euro ist prinzipiell für die Arbeitsmarktrente unschädlich. Rentenversicherungsträger gehen auch im Regelfall davon aus, dass bei einem Verdienst unter 450 Euro die 3 Stunden pro Tag nicht erreicht werden.
Aber Sie haben ausdrücklich gefragt, ob es Probleme geben könnte, wenn Ihr Vater als "Chef" aufgeführt wird (der die Arbeitsstelle quasi extra für Sie schafft, zumindest habe ich es so verstanden) und da muss ich einfach darauf hinweisen, dass man hier die Möglichkeit einer gesundheitlich angemessenen Teilzeittätigkeit hinterfragen könnte (ich würde das "könnte" gern unterstreichen, aber das geht in diesem Programm nicht ;-)).

Mehr künnen wir dazu in einem anonymen Forum und ohne Kenntnis der genaueren Umstände leider nicht sagen.

von
Schorsch

Zitiert von: Fritzi

Ganz einfach: Weil man damit den Beweis erbringt, dass der Arbeitsmarkt eben doch nicht verschlossen ist, und man dadurch eben keinen Anspruch mehr auf eine volle EM-Rente mehr hat, allenfalls für die Hälfte.

So ist es!

Meines Erachtens werden diese sogenannten "Arbeitsmarktrenten" viel zu lasch bewilligt.

Warum ein "450 Euro-Mini-Job" kein "Teilzeit-Job" sein soll, ist auch nicht immer nachvollziehbar, da gering qualifizierte Arbeitnehmer in Vollzeit-Jobs häufig höchstens doppelt so viel verdienen.

von
tomml

Zitiert von: Fritzi

Hallo tomml,

die Aufnahme einer Beschäftigung von unter 3 Stunden bzw. unter 450 Euro ist prinzipiell für die Arbeitsmarktrente unschädlich. Rentenversicherungsträger gehen auch im Regelfall davon aus, dass bei einem Verdienst unter 450 Euro die 3 Stunden pro Tag nicht erreicht werden.
Aber Sie haben ausdrücklich gefragt, ob es Probleme geben könnte, wenn Ihr Vater als "Chef" aufgeführt wird (der die Arbeitsstelle quasi extra für Sie schafft, zumindest habe ich es so verstanden) und da muss ich einfach darauf hinweisen, dass man hier die Möglichkeit einer gesundheitlich angemessenen Teilzeittätigkeit hinterfragen könnte (ich würde das "könnte" gern unterstreichen, aber das geht in diesem Programm nicht ;-)).

Mehr künnen wir dazu in einem anonymen Forum und ohne Kenntnis der genaueren Umstände leider nicht sagen.

Vielen lieben Dank für die gute Nachricht.
Ich darf also einen 450-Euro-Job ausüben.

Aber:
Mein Vater würde ja nur ein Kleingewerbe bis max. 17.000 Euro Umsatz im Jahr anmelden!
Heißt, dass nur ganz wenig Zeit investiert wird!
Und diese geringe Zeit würde dann ich statt mein Vater (Rentner) ausüben.
Natürlich muß ich die Arbeit auch packen...

gruß

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

es heißt, dass der allgemeine Arbeitsmarkt verschlossen ist. Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (450,-- Euro Job) gehört eben nicht dazu. Es werden keine Arbeitslosenbeiträge abgeführt, meistens keine volle Rentenversicherungsbeiträge und KV/PV- Beiträge nur pauschal.

Und kranke Beschäftigte kann kein Unternehmen brauchen. Meistens liegt noch eine Behinderung vor, und diese Menschen kann das Arbeitsamt so gut wie nicht vermitteln.

Ich möchte Ihre Reaktion mal sehen, wenn Sie einen sehr schweren Herzinfarkt haben und sich max. 2 Std. konzentrieren können oder einmal am Tag Ihre Leistungsgrenze erreichen und sich dann nicht mehr erholen können und es heißt, sie können noch 3-6 Std. arbeiten.

Dann sind Sie froh, wenn Sie wenigstens eine Arbeitsmarktrente erhalten und nicht in den finanziellen oder auch körperlichen Ruin getrieben werden.

Diese Renten werden nicht zu leicht vergeben, sondern müssten vom gesundheitlichen Standpunkt eher als volle EM-Rente unter 3 Std. bescheinigt werden.

Bitten Sie lieber (wen auch immer), dass Sie nicht mal in eine solche Situation geraten die Ihre Existenz gefährden kann. Krankheit ist ein großes Tor zur Armut geworden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit.

Herz1952

von
W*lfgang

Zitiert von: Fritzi
(ich würde das "könnte" gern unterstreichen, aber das geht in diesem Programm nicht
...machen Sie es wie in _alten_ Zeiten, als es noch kein HTML. *g

_Gruß_
w.

oder?

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Ich wünsche Ihnen alles Gute, vor allem Gesundheit.

Danke!

Ich bin selbst erwerbsgemindert und beziehe eine zwei Drittel-Berufsunfähigkeitsrente nach "altem" Recht.

Von einer "Arbeitsmarktrente" wegen angeblicher Verschlossenheit des allgemeinen Arbeitsmarktes können BU-Rentner nur träumen, obwohl sie in der Realität auch nur noch "Minijobs" angeboten bekommen.

Wo ist denn da die Gerechtigkeit?

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

da gebe ich Ihnen recht. Praktisch haben die Minijobs die Halbtagskräfte ersetzt. Der AN hat keine Abzüge, die Arbeiten selbst haben sich auch reduziert. Die Hausfrau war "mitversichert" (beitragsfrei) bei KV/PV und es fielen keine Steuern an. Obwohl das mit der Hinzurechnung bei St.Kl. III und Freibetrag bei V eigentlich gelöst war.

Der Nachteil bei heutiger EM-Rente: Es gibt die sog. Verweisungstätigkeit. Ein Ingenieur oder Leiter des Rechnungswesens müssen auch Hilfsjobs annehmen (falls vorhanden), bzw. gesundheitlich zumutbar.

Meine EM-Rente habe ich mal nach altem Recht gerechnet. Es wären bei voller Rente ca. 42 Euro netto mehr gewesen (mtl.).

Wie ist das bei Erreichen der Regelaltersrente? Wird dann die BU-Rente (altes Recht) erhöht? Habe mich damit nicht beschäftigt. Würde mich freuen, wenn Sie mir darauf antworten würden, aber nur, wenn Sie möchten.

Schönes Osterwochenende wünscht

Herz1952

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Der Nachteil bei heutiger EM-Rente: Es gibt die sog. Verweisungstätigkeit. Ein Ingenieur oder Leiter des Rechnungswesens müssen auch Hilfsjobs annehmen (falls vorhanden), bzw. gesundheitlich zumutbar.

Verweisungstätigkeiten gab es bei der früheren BU-Rente auch schon.

Zumutbar war jede Tätigkeit, die eine Qualifikationsstufe unter dem bisherigen Hauptberuf lag.

So konnten Angestellte mit Vorgesetzten-Funktion auf Facharbeiter-Tätigkeiten verwiesen werden,

Facharbeiter konnten auf Tätigkeiten verwiesen werden, die eine Anlernzeit von mindestens 3 Monaten erforderten,

und Ungelernte konnten auf jede Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes verwiesen werden, konnten also niemals BU-Rente erhalten.

Zitiert von:
Wie ist das bei Erreichen der Regelaltersrente? Wird dann die BU-Rente (altes Recht) erhöht?

Die frühere BU-Rente wird mit dem Rentenartfaktor 0,667 ausgezahlt.

Sobald Anspruch auf Regelaltersrente besteht, erhöht sich der Rentenartfaktor auf 1,0.

Die Regelaltersrente ist also um 50 Prozent höher, als die bisherige BU-Rente.

Ich wünsche Ihnen ebenfalls
schöne Ostertage!