von
Freddi

Warum werden Schwerbeh. bei ATZ schlechter gestellt? Muß mit 60J in Rente gehen mit 10,8% Abschlag wenn ich ATZ unterschreibe öffentl. Dienst. Verdi u. VDK wo ich Mitglied bin zucken bei diesem Thema auch nur mit den Schultern. Mein Kollege wo nicht Schwerbeh. ist arbeitet länger und hat weniger Abschlag. Danke für ev. Antwort

von
Unbekannt

Hallo,

nirgendswo im ATZ-Gesetz oder im SGB VI (Gesetz der RV) steht drin, dass ein Schwerbehinderter mit 60 und 10,8% Abschlag in Rente gehen muss, wenn er ATZ unterschreibt. Wenn das so bei Ihnen ist, dann ist das eine Vorgabe des Arbeitgebers - evtl. in Rücksprache mit dem Personalrat bzw. Gewerkschaft.

Außerdem verstehe ich nicht, wo die Gemeinheit im Vergleich zu Ihrem Kollegen sein sollte. Sie könnten wahrscheinlich mit 63 ohne Abschläge dank Ihrer Schwerbhinderung gehen. Kann das Ihr Kollege auch? Nein, sofern er nicht schwerbehindert ist.

von
Rentenchecker

Das ATG sieht in der Tat nicht vor, dass Schwerbehinderte mit 60 gehen müssen. Hier können Sie sich wirklich bei Ihrem Betriebsrat bzw. Gewerkschaft "bedanken", dass Sie früher gehen können. Denn die machen oftmals diese Spielchen mit und beschweren sich hinterher, wie die Rentenversicherung hier noch ein Abschlag berechnen kann.

von
Rentenüberprüfer

User Fredi, ATZ wird, gegenteiliges ist mir bisher nicht bekannt geworden, in gegenseitigem Einvernehmen und eigentlich auf Antrag des AN vereinbart.

Wenn sich nun aber herausstellt, dass die Dauer mit Bezug auf den abschlagsfreien Rentenbeginn, die Rentenart spielt dabei keine Rolle, zu kurz greift, eine eigentlich längere Zeit hätte vereinbart werden müssen, wenn man die Minderung nicht haben will, sind Sie am Dilemma nicht ganz unschuldig.

Da wäre sicherlich hilfreich gewesen, sich vor Abschluss mal zu beraten.

Wenn nun aber, wie ich aus Ihren Darlegungen erlese, die Gesamtlaufzeit mit Ihrem 60. Lbj. endet und Sie haben diese Vereinbarung unterschrieben, kann auch keine Gewerkschaft "ver.di" oder der "VDK" daran etwas ändern.

Das Schwerbehinderte nicht mehr grundsätzlich ohne Minderung ab dem 60. Lbj. in Rente gehen können, ist seit 2001 bekannt.

Zu prüfen ist in Ihrem Fall, ob Vertrauensschutzregelungen greifen.

Wenn Sie vor dem 17.November 1950 geboren sind und am 16. November 2000 bereits schwerbehindert waren und zum Zeitpunkt Rentenbeginn immer noch oder erneut Schwerbehindert sind, (mindestens 50%), können Sie im Folgemonat der Vollendung des 60. Lbj. die Altersrente für Schwerbnehinderte Menschen ohne Minderung in Anspruch nehmen, dann wäre ja für Sie wieder alles in Butter, wie man so sagt.

von
Freddi

Bei öffentl. Dienst-Hessen ,steht in den ATZ- Regelungen drin, Schwerbeh. dürfen schlechter gestellt werden bei ATZ, und müssen mit dem erstmöglichen Termin in Rente gehen,auch wenn der Abschlag 10,8% beträgt. Kann diese Regelung deshalb sein, weil der Arbeitgeber kein neues Personal einstellt und keinen Zuschuss bekommt? Aber wenn die Knochen nicht mehr mitmachen Bandscheibe usw. muß man ja mit diesem Abschlag nach Hause gehen. Trotzdem danke für die Antwort

von
Rentenüberprüfer

User Freddi,
wenn denn schon so etwas in den Regelungen steht, möglicherweise, weil der Betrieb einen Ausgleich bezahlt, wozu Sie sich aber nicht geäußert haben.

Trotzdem, zur Unterschrift zwingen kann der Betrieb Sie nicht.

Experten-Antwort

Hallo Freddi,
den bisherigen Ausführungen kann ich mich nur anschließen.