von
schreiberling

Liebes Forum,

So, die EM-Rente ist beantragt (Reha-Gutachten: unter 3 Stunden arbeitsfähig), bin weiter krank geschrieben und warte auf die Entscheidung der RV.
Nun frage ich mich verschiedenes...momentan geht es mir noch nicht gut genug für einen Minijob. Ich müsste also Hilfe zum Lebensunterhalt beantragen, wenn mir die RV eine Rente gewährt, da diese vermutlich erst mal auf Zeit sein wird. Die Eltern werden dann ja auch zur Unterhaltspflicht herangezogen. Ich habe aber einen GdB von 50. Stimmt es, dass sie in diesem Fall nur einen (eher symbolischen) Betrag von maximal ca. 50 Euro zuzahlen müssen (habe leider weder die genauen Zahlen noch die Begründung/Gesetzbuch im Kopf - es geht um das Schlagwort "erwachsene behinderte Kinder") ?
Und die andere Frage wäre: sollte ich wieder einen Minijob schaffen, würde ich dies gerne als Schreibkraft im Homeoffice tun. Nun sind aber fast alle Schreibkräfte (wie ich gesehen habe) nicht irgendwo angestellt, was mir lieber wäre, sondern Freiberufler. Das heißt, ich wäre dann ja selbstständig, wenn auch nur im Rahmen von 450 Euro. Aber im Normalfall bedeutet das, dass man sich selbst krankenversichern muss etc., oder ? Ist das auch bei Rentenbezug so, oder bin ich trotzdem über die Rente krankenversichert und könnte das machen ?
In diesem Sinne würde ich, wenn es mir gut genug geht, vorher gerne auch eine Weiterbildung (Fernkurs) zur geprüften medizinischen Schreibkraft machen. Kann ich das auch bei Rentenbezug irgendwie über einen Bildungsgutschein o.ä. finanziert bekommen ?

Vielen Dank
euer Schreiberling

von
W*lfgang

Zitiert von: schreiberling
sondern Freiberufler. Das heißt, ich wäre dann ja selbstständig, wenn auch nur im Rahmen von 450 Euro. Aber im Normalfall bedeutet das, dass man sich selbst krankenversichern muss etc., oder ? Ist das auch bei Rentenbezug so, oder bin ich trotzdem über die Rente krankenversichert und könnte das machen ?
schreiberling,

sofern Sie mit der Rente dann Mitglied der KVdR (Krankenversicherung der Rentner) werden, sind Sie zunächst vorrangig pflichtversichert. Eine parallele selbständige Tätigkeit führt erst dann zur freiwilligen Versicherung, wenn die Jahreseinkommensgrenze von 5400 EUR (steuerrechtlicher Gewinn) überschritten wird - aber dann hätten Sie auch ein Problem mit der vollen EM-Rente.

Gruß
w.

von
Herz1952

Hallo Schreiberling, Hallo W*lfgang,

Bei einer Selbständigen Tätigkeit (freiberuflich, gewerblich) gibt es für EM-Rentner bei der Krankenversicherung/Pflegeversicherung eine sog. Freigrenze. Wer darüber kommt, muss den vollen Beitrag an die Krankenkasse abführen. Die Grenze liegt bei etwa 140,-- Euro. Am besten bei der KK nachfragen. Habe selbst mal gegoogled, bin aber leider nicht fündig geworden.

Vielleicht steht es auch auf der Homepage der KK von Schreiberling. Auf der Homepage meiner KK habe ich auch nichts gefunden.

Es sei denn, die Rente liegt schon über der Beitragsbemessungsgrenze der KV/PV, was sehr sehr unwahrscheinlich ist.

Herz1952

von Experte Experten-Antwort

Hallo schreiberling,

über die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung entscheidet die zuständige Krankenkasse. Sofern die Krankenkasse feststellt, dass Sie die Voraussetzungen für die KVdR (Krankenversicherung der Rentner) erfüllen, besteht eine Pflichtversicherung aufgrund des Rentenbezugs. Werden Sie von der Krankenkasse als nebenberuflicher Selbständiger eingestuft, sind neben den Beiträgen aus der Rente auch aus dem Arbeitseinkommen Beiträge zur Krankenversicherung zu zahlen. Beiträge aus selbständiger Tätigkeit fallen jedoch nur an, wenn sie im Jahr 2015 insgesamt einen Mindestbetrag von monatlich 141,75 Euro übersteigen. Klären Sie diese Frage zu gegebener Zeit mit Ihrer Krankenkasse.

Zu Fragen zur Hilfe zum Lebensunterhalt wenden Sie sich bitte an Ihr zuständiges Sozialamt.

von
schreiberling

So, mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: wenn ich damit mehr verdiene, als diese ca. 150 Euro, müsste ich mich selbst krankenversichern.

Hm, dann lohnt es sich ja überhaupt nicht, da ich doch bloß 450 Euro hinzuverdienen darf und die KV ja schon mehrere 100 Euro pro Monat kostet :-(, was sehr schade ist, da mir ein solcher Job noch am ehesten möglich wäre, von zu Hause aus und ich könnte so oft Pausen machen, wie nötig etc.

Aber wäre ich nicht eigentlich bloß "nebenberuflich" selbstständig (bei maximal 450 Euro Einkommen im Monat und maximal 10 Std. Arbeit pro Woche) und damit von der Krankenkasse befreit und "hauptberuflich Rentner" (bei 700 Euro Rente brutto) ?
Hier ( http://www.starting-up.de/gruenden/nebenerwerbsgruendung/nebenberuflich-selbstaendig.html ) steht, dass man wenigstens in normalen Fällen (jemand ist angestellt) nebenberuflich keine Krankenkassenbeträge zahlen muss.

Schreiberling