von
Hajo

Hallo, ich bin seid Juli 2014 krankgeschrieben. Meine Aussteuerung ist am 30.12.2015. Da ich nicht gekündigt bin wollte ich mich ab 31.12.2015 obwohl ich noch arbeitsunfähig bin, gesund schreiben lassen. Würde ab 31.12.2015 bei meinen AG meinen Urlaubsanspruch geltend machen. Da die erste Krankschreibung ja länger als 12 Monate her ist habe ich ja wieder Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung. Da ich erst ab 02.05.2016 in Altersrente gehen kann, müsste ich mich noch für ca. 4 Wochen beim AA
melden. Wäre das so richtig oder muss ich nochwas beachten.
Viele Grüße Hajo

von
=//=

Ob und wie lange Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld oder ALG haben, müssen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, der Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit klären. Vielleicht macht Ihnen die KK noch einen Strich durch die Rechnung und fordert Sie zur Reha-Antragstellung auf. Bei einer solange bestehenden AU ist es eigentlich ungewöhnlich, dass die KK noch nicht zur Reha-Antragstellung aufgefordert hat. Oder war dies bereits der Fall?

Einen Anspruch auf eine Reha-Maßnahme dürften Sie aber nicht haben, wenn Sie in 6 1/2 Monaten in Altersrente gehen wollen (Ausschluß § 12 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI).

von
Herz1952

Hallo Hajo,

Sie brauchen Sich nicht "gesundschreiben" lassen, sondern nur nicht länger AU "beantragen".

Ob Ihr Arbeitgeber mit einer neuen AU wieder LFZ leisten muss, kann ich Ihnen leider nicht sagen, es könnte sein, dass er dies mit der gleichen Erkrankung nicht braucht. Er hat das Recht bei der Krankenkasse sich zu erkundigen, ob die gleiche Vorerkrankung vorliegt oder eine neue Erkrankung. Mit den Fristen kenne ich mich auf Anhieb auch nicht mehr aus, dazu bin ich schon zu lange aus dem Geschäft. Ich weis aber noch genau, dass ich auf telefonische Anfrage bei der KK schon eine Auskunft wegen neuer oder "alter" Erkrankung erhalten habe. Also Vorsicht und informieren Sie sich diesbezüglich. Dies können Sie vielleicht auch über die Krankenkasse tun. Ob Sie als Versicherter eine genaue Auskunft bekommen können, weis ich auch nicht. Ich war bei diesen Angelegenheiten immer auf der Arbeitgeberseite und konnte die dafür zuständigen Sachbearbeiter fragen.

Dies ist auch eigentlich keine Frage für dieses Forum. Sie könnten allerdings mit einem entsprechenden ärztlichen Attest, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihre bisherige Arbeit nicht mehr erfüllen können, Ihr Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund selbst kündigen und beim Arbeitsamt als arbeitssuchend melden.

Es stellt sich auch noch die Frage, um wie viel tausend Euro (smile) Ihre Rente höher sein wird.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, würde das bei einem Entgeltpunkt pro Jahr (Durchschnitt aller Versicherten) für 1 Monat ca 12,-- Euro Rente brutto weniger ausmachen, wobei ich "faulheitshalber" für 1 EP 29 Euro zugrunde gelegt habe. "Peanuts/ct." habe ich einfach nicht berücksichtigt.

von
qwertz

Zitiert von: Hajo

Da die erste Krankschreibung ja länger als 12 Monate her ist habe ich ja wieder Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung.

ich muss immer schmunzeln, wenn ich sowas lesen.
so einfach, wie Sie das Ganze sehen, ist es dann doch nicht.
Sie berufen sich auf die Regelung nach § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 EntgFG.
Genau für diese Fallkonstellation gibt es auch die Nr. 1 zu besagtem Paragrafen.

Sofern der Urlaubsanspruch bei Ihrer Vorgehensweise nicht länger als sechs Monate andauert, wird das mit der erhofften wiederaufgenommenen sechswöchigen Lohnfortzahlung nichts.

http://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__3.html

von
Silvia

Hallo Hajo

Ich würde mich an Ihrer Stelle vorab gut sachkundig machen, damit es für Sie keine böse Überraschung gibt.

Meine Gedanken dahingehend beruhen sich auf folgendes:

Wenn die Aussteuerung vollzogen ist und sie sich nach Ablauf der Urlaubsabgeltung erneut AU melden bleibt es vorab von der KK zu prüfen, ob es eine neu hinzugekommene oder eine auf die vorherige Erkrankung ausgestellte AU ist.

Ihr Arbeitgeber wird das ggf. auch durch den MDK prüfen lassen. Ich könnte mir denken, dass er freiwillig nicht gewillt sein wird, Ihnen erneut sechs Wochen Lohnfortzahlung zu gewähren, wenn er dies nicht muss.

Innerhalb der sogenannten "Blockfrist" (drei Jahresfrist) wird keine neue Blockfrist erfolgen, zumal die Fortführung der AU lediglich nach Urlaubsabgeltung und nicht nach erfolgreicher Arbeitsaufnahme erfolgen wird.

Hier wird die KK zunächst die aktuelle Blockfrist-Zeit prüfen und (ggf.) eine Einzelfallentscheidung treffen.

Da Sie bis dahin aber schon ausgesteuert sind, wird man Sie an die AfA weiterreichen (Nahtlosigkeitsregelung).

Gruß Silvia

von
Fee

Zitiert von: Hajo

Da ich erst ab 02.05.2016 in Altersrente gehen kann,

Die Altersrente beginnt immer am Ersten eines Monats!

von
Silvia

Zitiert von: Fee

Zitiert von: Hajo

Da ich erst ab 02.05.2016 in Altersrente gehen kann,

Die Altersrente beginnt immer am Ersten eines Monats!

Der 1.5. ist immer ein Feiertag, von daher wird der Beitragseröffner auch den 2.5. benannt haben, was aber eh "Jacke wie Hose wäre" ;)

von
Hajo

Danke für die ausführlichen und sachkundigen Antworten. Möchte noch einiges erläutert.
1. War im Dezember 2014 schon zur Reha und als arbeitsunfähig entlassen.
2. Es wurde mir bescheinigt das ich meinen Beruf nur noch unter 3 Stunden ausüben kann.
3. Der MDK ist der gleichen Meinung
4.Die Kk hat mir mit der LFZ recht gegeben, da
ja die 12 Monatsfrist abgelaufen ist

Danke im voraus für Euere Antworten.
Grüße Hajo

von
Verwirrter

Zitiert von: Hajo

4.Die Kk hat mir mit der LFZ recht gegeben, da
ja die 12 Monatsfrist abgelaufen ist

Oben haben Sie noch geschrieben
"Da ich nicht gekündigt bin wollte ich mich ab 31.12.2015 obwohl ich noch arbeitsunfähig bin, gesund schreiben lassen"

Wie kann die Krankenkasse Ihnen zu einem Ereignis Recht geben, welches erst in der Zukunft liegen sollen?

Soweit ich Sie richtig verstanden haben, waren Sie die ganze Zeit durchgängig AU. LFZ wurde daher (von heute in die Vergangenheit geschaut) nur einmal, und zwar am Anfang, Ihrer Arbeitsunfähigkeit gezahlt.

von
Herz1952

Hallo Verwirrter,

einesteils wird Hajo recht haben, wenn nämlich nach einem Tag Arbeit eine neue Krankheit beginnt, dann hat er wieder einen Anspruch gegenüber seinem Arbeitgeber für 6 Wochen LFZ.

Wenn die "neue Krankheit" aber die "alte ist", wird sich der Arbeitgeber zu Recht wehren und wie ich schon erwähnte, Auskunft von der Krankenkasse, die die Diagnose kennt, verlangen. Der AG bekommt natürlich nicht die Diagnose mitgeteilt, sondern nur ob "alt" oder neu". Das verstößt nicht gegen irgendwelchen Datenschutz.

von
Herz1952

Nachtrag:

es ist auch nicht sicher, ob die Mitarbeiter der Krankenkasse diesen Umstand kennen. Sie antworten nach ihren "Wunschgedanken". Hauptsache sie müssen keine Lohnersatzleistungen zahlen.

Die zeit zwischen alter und neuer Krankheit für KG Ansprüche beträgt Monate wenn nicht Jahre (1 1/2). Aber nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich es nicht selber Google. (Programm lässt keine Kleinschreibung zu, da es nicht als "Tätigkeitswort" anerkannt wird. smile).

Vorschlag: "Krankengeld" googlen. "Wiederaufleben bei alter Krankheit" oder ähnlich.

von
Herz1952

Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht doch eine neue LFZ-Pflicht des AG beginnt, wenn es praktisch nach der Aussteuerung beginnt.

Ich kenne nur Fälle, die noch innerhalb der "Aussteuerung" liegen bei "derselben" Krankheit.

von
Herz1952

Hier ein Link zur 12-Monatsregelung. Die Krankenkasse scheint recht zu haben:

http://www.lohn-info.de/lohnfortzahlung_im_krankheitsfall.html

Ist ein ausführlicher, übersichtlicher link/Seite, aber privat.

Unter Lohnfortzahlungsgesetz ist wahrscheinlich eine "amtliche" Beschreibung eines solchen Falles zu finden.

von
Hajo

Ich wünsche Euch allen einen guten Abend.
Das Problem ist doch eigentlich nur das ich am 09.11.15 ein Gespräch mit meiner KK hatte und sie mir nach endlosen Telefongesprächen auf meine Anfragen recht gegeben hat. Es war nicht telefonisch sondern in der Geschäftsstelle der KK. Ich habe vergessen zu schreiben
das ich am 17.11. noch einen Termin bei der Rentenversicherung habe. Wie gesagt ich habe vor 2 Jahren meine 45 Jahre Beitragszahlung erfüllt.
Ich danke und grüße Euch Alle