von
Nicole B

Hallo,

ich habe eine befristete volle Erwerbsminderung bis Dezember 2016 von der Rentenkasse bestätigt bekommen.
Da ich nicht genug Beitragsjahre habe, bekomme ich keine Rente.
Ich erhalte zur Zeit Hilfe zum Lebensunterhalt von der Sozialkasse.
Ich möchte so gerne eine Ausbildung machen (finanziert mit Bildungsgutschein) doch jetzt kann ich das ja nicht mehr weil das Jobcenter nicht mehr für mich zuständig ist.
Ich wollte auch nie eine volle Erwerbsminderung. Hatte damals auch Widerspruch dagegen erhoben, leider aufgrund keinerlei weiteren Bezüge (Jobcenter hat direkt Leistungen gestrichen) den dann nach einem Monat zurück genommen damit ich wenigstens vom Sozialamt irgendwas bekomme.
Gibt es für mich irgendwelche Möglichkeiten da vor Dezember 2016 wieder raus zu kommen?
Ich fühle mich voll Arbeitsfähig und will unbedingt etwas machen! Aber mein Lebenslauf ist echt fürchterlich, daher finde ich kein Ausbildungsbetrieb. Für mich ist die letzte Chance eine Ausbildung zu machen ein Bildungsgutschein.

Nur zur Info:
Ich bin 30 Jahre, habe früher stark mit Depressionen zu kämpfen gehabt und habe bereits Therapien hinter mir.

Wäre echt dankbar, wenn mir da jemand helfen kann.

von
=//=

Ich weiß nicht, was Sie sich unter einem "Bildungsgutschein" vorstellen. So etwas gibt es weder von der Arbeitsagentur noch von der Deutschen Rentenversicherung.

Ich kann ja verstehen, dass es schwierig ist, bei Ihrem bisherigen Lebenslauf eine Ausbildungsstätte zu finden. Aber hier ist nun wirklich mal Eigeninitiative gefordert!

Sie müssen ja niemandem, also keinem potentiellen Arbeitgeber, auf die Nase binden, dass Sie laut DRV erwerbsgemindert sind, da Sie ja keine Rente erhalten. Und nach Ihren Angaben sind Sie ja auch voll arbeitsfähig.

Sie sind bestimmt nicht die Einzige, die Schwierigkeiten hat, eine Arbeit zu finden. Ob ein Arbeitgeber Sie mit 30 Jahren noch als Auszubildende einstellt, ist auch sehr fraglich. Aber vielleicht sucht jemand eine Mitarbeiterin, die "nur" für ein paar Wochen oder Monate eingelernt werden muß. Oder noch besser, machen Sie ein Praktikum, damit Sie sehen, welche Leistungen Sie erbringen können.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Nicole B,

bitte lassen Sie sich hierzu ggf. nochmals persönlich in Ihrer örtlichen Rentenservice-Stelle zur Einschätzung Ihrer beruflichen und gesundheitlichen Perspektiven beraten.

von
W*lfgang

[quote="Nicole B"]Da ich nicht genug Beitragsjahre habe, bekomme ich keine Rente.[/quote]Hallo Nicole B,

Sie bekommen ein Rente, eine Rente wg. EM, _weil_ Sie genug Beitragsjahre haben - und da es nur eine befristete Rente ist/aus rein med. Gründen, eben auch ergänzende Leistungen zur Hilfe zum Lebensunterhalt vom Sozialamt - da ist das Jobcenter komplett außen vor!

> Gibt es für mich irgendwelche Möglichkeiten da vor Dezember 2016 wieder raus zu kommen?

Ja, wenn Sie selbst die Fäden in die Hand nehmen und eine versicherungspflichtige Beschäftigung/Ausbildung beginnen und damit die möglichen Hinzuverdienstgrenzen Ihrer Rente 'sprengen'/sie wegfällt - andere können Ihnen zz. nicht helfen!

Gruß
w.

> Experten/in:
bitte lassen Sie sich hierzu ggf. nochmals persönlich in Ihrer örtlichen Rentenservice-Stelle zur Einschätzung Ihrer beruflichen und gesundheitlichen Perspektiven beraten.

...eine wirkliche 'hilfreiche' Online-Anwort auf eine Online-Frage.

Gruß
w.

von
Andr*as

Zitiert von:

Ich weiß nicht, was Sie sich unter einem "Bildungsgutschein" vorstellen. So etwas gibt es weder von der Arbeitsagentur noch von der Deutschen Rentenversicherung.

Natürlich gibt es einen Bildungsgutschein bei der Arbeitsagentur ...
"Im Rahmen der Förderung der beruflichen Weiterbildung können die Agenturen für Arbeit bei Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen Bildungsgutscheine für zuvor individuell festgestellte Bildungsbedarfe aushändigen." Einfach mal auf deren Homepage nachschauen ...

von
KSC

liebe Antworter, liebe Nicole B.

Aus meiner Sicht liegt doch das Hauptproblem darin, dass Nicole B. (von wem auch immer) bis 12/2016 als voll erwerbsgemindert beurteilt wurde.

Sie erhält aber keine Rente, weil Beiträge fehlen.
Wegen dieser vollen EM ist aber sowohl das Jobcenter als auch die Agentur für Arbeit "außen vor", Nicole B erhält wohl ergänzende Sozialhilfe (oder wie auch immer das Sozialgeld genau heißt) vom Landratsamt.
Bei JC und AfA kommt sie nicht weiter, weil diese Stellen wegen der festgestellten EM sagen dass sie bis 12/2016 nichts tun, weil Nicole ja voll EM ist. (Zitat: komm wieder wenn du gesund bist)

Die DRV macht auch nichts, weil die Em ja festgestellt ist aber wegen fehlender Beiträge keine Rente ansteht. (Zitat: was will die, die ist doch em)

Nicole B. will eine amtliche Feststellung, dass sie nicht mehr erwerbsgemindert ist um als Erwerbsfähige wieder irgendwelche Förderungen abgreifen zu können, aber keine Institution will sich damit befassen.

Eine Möglichkeit, die ich sehe wäre irgendein versichertes Arbeitsverhältnis aufzunehmen und damit zu dokumentieren, dass Nicole B. arbeiten kann. Nach einiger Zeit könnte sie sich dann um Förderung einer Berufsausbildung bemühen.

Oder sie beantragt Teilhabe am Arbeitsleben, in diesem Verfahren müsste m.E. der Gesundheitszustand wieder geprüft werden.

Nicht beurteilen kann ich im Forum ob die eigene Einschätzung der Gesundheit realistisch ist oder ob die Behörden vollkommen zu Recht von voller EM ausgehen.

von
Knobloch

Zitiert von: KSC

liebe Antworter, liebe Nicole B.

Aus meiner Sicht liegt doch das Hauptproblem darin, dass Nicole B. (von wem auch immer) bis 12/2016 als voll erwerbsgemindert beurteilt wurde.

Sie erhält aber keine Rente, weil Beiträge fehlen.
Wegen dieser vollen EM ist aber sowohl das Jobcenter als auch die Agentur für Arbeit "außen vor", Nicole B erhält wohl ergänzende Sozialhilfe (oder wie auch immer das Sozialgeld genau heißt) vom Landratsamt.
Bei JC und AfA kommt sie nicht weiter, weil diese Stellen wegen der festgestellten EM sagen dass sie bis 12/2016 nichts tun, weil Nicole ja voll EM ist. (Zitat: komm wieder wenn du gesund bist)

Die DRV macht auch nichts, weil die Em ja festgestellt ist aber wegen fehlender Beiträge keine Rente ansteht. (Zitat: was will die, die ist doch em)

Nicole B. will eine amtliche Feststellung, dass sie nicht mehr erwerbsgemindert ist um als Erwerbsfähige wieder irgendwelche Förderungen abgreifen zu können, aber keine Institution will sich damit befassen.

Eine Möglichkeit, die ich sehe wäre irgendein versichertes Arbeitsverhältnis aufzunehmen und damit zu dokumentieren, dass Nicole B. arbeiten kann. Nach einiger Zeit könnte sie sich dann um Förderung einer Berufsausbildung bemühen.

Oder sie beantragt Teilhabe am Arbeitsleben, in diesem Verfahren müsste m.E. der Gesundheitszustand wieder geprüft werden.

Nicht beurteilen kann ich im Forum ob die eigene Einschätzung der Gesundheit realistisch ist oder ob die Behörden vollkommen zu Recht von voller EM ausgehen.

Das nenne ich mal eine gute und verständliche Antwort. Super !

von
Nicole B

Zitiert von: KSC

liebe Antworter, liebe Nicole B.

Aus meiner Sicht liegt doch das Hauptproblem darin, dass Nicole B. (von wem auch immer) bis 12/2016 als voll erwerbsgemindert beurteilt wurde.

Sie erhält aber keine Rente, weil Beiträge fehlen.
Wegen dieser vollen EM ist aber sowohl das Jobcenter als auch die Agentur für Arbeit "außen vor", Nicole B erhält wohl ergänzende Sozialhilfe (oder wie auch immer das Sozialgeld genau heißt) vom Landratsamt.
Bei JC und AfA kommt sie nicht weiter, weil diese Stellen wegen der festgestellten EM sagen dass sie bis 12/2016 nichts tun, weil Nicole ja voll EM ist. (Zitat: komm wieder wenn du gesund bist)

Die DRV macht auch nichts, weil die Em ja festgestellt ist aber wegen fehlender Beiträge keine Rente ansteht. (Zitat: was will die, die ist doch em)

Nicole B. will eine amtliche Feststellung, dass sie nicht mehr erwerbsgemindert ist um als Erwerbsfähige wieder irgendwelche Förderungen abgreifen zu können, aber keine Institution will sich damit befassen.

Eine Möglichkeit, die ich sehe wäre irgendein versichertes Arbeitsverhältnis aufzunehmen und damit zu dokumentieren, dass Nicole B. arbeiten kann. Nach einiger Zeit könnte sie sich dann um Förderung einer Berufsausbildung bemühen.

Oder sie beantragt Teilhabe am Arbeitsleben, in diesem Verfahren müsste m.E. der Gesundheitszustand wieder geprüft werden.

Nicht beurteilen kann ich im Forum ob die eigene Einschätzung der Gesundheit realistisch ist oder ob die Behörden vollkommen zu Recht von voller EM ausgehen.

Danke für diese hilfreiche Antwort.
Ich bewerbe ich schon seit Monaten, leider bisher immer mit Absagen verbunden.
Ich werde mich mal wegen dieser "Teilhabe am Arbeitsleben" informieren und dies beantragen. Wusste nicht, dass es sowas gibt.
Vielen Dank!