von
dirk

Ich möchte meine Frage voranstellen:
Wer ist bei gesundheitlichen Schäden durch eine Begutachtung verantwortlich??
Wie kann und will der Auftraggeber, also die DRV, in diesem Fall helfen??

Zum Sachverhalt: Meine Lebensgefährtin war -mal wieder- zu einer Begutachtung geladen. Im Vorfeld hatten Gespräche mit der DRV stattgefunden, in denen gebeten wurde auf die Begutachtung zu verzichten, da die seitens des med. Dienstes der DRV vermutete Essstörung nicht vorliegt. Man bestand auf dieses Gutachten .
Die Gutachterin war nun der Meinung, die Dauerspannung, unter der viele Muskeln im Arm- Hals und Rückenbereich liegen sowie die Sehnenverkürzung seien so nicht vorhanden. Originalaussage:" Ich kann mir das gar nicht vorstellen". Das verordnete Medikament gegen eben dieses kannte sie nicht und musste nachfragen.
Im Verlauf der Untersuchung überdehnte sie nun ruckartig gewaltsam Muskeln und Sehnen, ohne auf Schmerzen zu achten. Die Beschreibung dieser Einschränkungen eines Chirurgen lagen ihr übrigens vor.
Ergebnis ist nun eine Verstärkung der Schmerzen in diesem Bereich! Kopfdrehen, Kopf nichtdrehen, liegen, alles durch Schmerzen extrem eingeschränkt!! Die behandelnde Physiotherapeutin war ob der Verschlechterung erschrocken !! Die schmerzarme Bewegungsmöglichkeit ist weiter und stärker eingeschränkt. Das kleine positive Ergebnis jahrelanger med. Behandlung um Jahre zurückgeworfen!

Das Gutachten liegt uns noch nicht vor.

Nochmals meine Frage: Kann und will die DRV hier helfen??
Als Auftraggeber dieses Gutachtens, als Auswahltreffender für diese Gutachterin, auf das trotz begründeter Bitte, darauf zu verzichten, bestanden wurde, besteht zumindest eine moralische Verantwortung!!!

Experten-Antwort

Derartige Fragen können nicht hier im Forum geklärt werden, da es hierzu zwingend erforderlich ist, auch die Gutachterin zu den Beschwerden und Vorwürfen zu hören. Die Ursächlichkeit der Untersuchungsmethoden für gesundheitliche Probleme, die z.T. nach Ihrer Schilderung schon vorhanden waren, kann hier im Forum weder nachvollzogen noch kommentiert werden.

Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Beschwerde direkt an den auftraggebenden Rentenversicherungsträger.

von
pro-fess-or

Wenn der Vorgang tatsächlich so abgelaufen ist, wie beschrieben, würde ich Anzeige wegen Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft stellen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, das Sie anschließend eine Anzeige wegen Verleumdung/übler Nachrede an der Backe haben, so würde ich mich als betroffener Gutachter wehren.

von
Neutraler

Ich gehe mal davon aus, dass Sie selbst bei der Begutachtung nicht anwesend waren. Daher ist es wohl nur eine reine Vermutung, dass die Gutachterin einen Fehler begangen hat. Und wie "pro-fess-or" bereits sehr richtig bemerkt hat, wird es sehr schwierig sein, der Gutachterin diesen Fehler nachzuweisen. (Sofern es überhaupt einer war !)
Ohne genaue Kenntnis der Krankenakte und einer Stellungnahme der Gutachterin, wird Ihnen von hier aus wohl niemand weiterhelfen können.

von
dirk

Dank Allen, die sich Gedanken gemacht haben.
Leider ist es wirklich so, wie ich es geschildert habe. Bei der Untersuchung war ich nicht dabei - dies wurde von der Gutachterin bereits in der Einladung verneint.
Was wir gemacht haben ist ein Gedächtnisprotokoll sofort nach dem Gutachten. Dass die seitdem bestehenden Verschlimmerungen wieder beser werden hatten wir noch geglaubt, die Schmerztränen halten seitdem (14 Tage!!) fast unvermindert an.
Wir werden wohl den Rat durchdenken, Anzeige zu stellen

Danke nochmals denen, die drüber nachgedacht und damit helfen wollten

von
Ratsuchender

So leicht würde ich mich nicht geschlagen geben. Das Sie schreiben, die Gutacherin hätte
die Teilnahme einer Vertrauensperson verneint, ist
dies ein Indiz dafür, dass sie von vorneherein parteiich war.
Die Gutachterin kann generell
die Teilnahme einer Vertrauens
person während der Begutach-
tung nicht ausschliesen. Siehe
hierzu auch das einschlägige
Urteil des LSG Rheinland-Pfalz.

Da Sie weiterhin schreiben, dass das Gutachten noch nicht
vorliegt, haben Sie jederzeit die
Möglichkeit, die Gutachterin
aufgrund ihrer Verhaltensweise,
wegen Befangenheit abzuleh-
nen.

Desweiteren empfehle ich Ihnen, sich umgehendst an
einen Sozialverband, wie z.B.
SoVD oder VDK zu wenden,
die Ihnen Rechtschutz gewäh-
ren können.

von
Antonius

Den Ratschlag, einem Sozialverband beizutreten, kann ich nur unterstützen. Mir hat der SoVD äußerst professionell zu meiner BU-Rente verholfen.

Alles Gute !

von
Antonius

Nur der Vollständigkeit halber:
(www.sovd.de) oder (www.vdk.de) !

MfG

von
Amadé

Auch die Mitwirkungspflicht eines Antragstellers von Sozialleistungen am Verwaltungsverfahren ist nicht unbegrenzt und schon gar nicht der etwaigen Willkür eines Gutachters ausgesetzt. Studieren Sie daher den Inhalt des Paragraphen 65 Absatz 2 SGB I (Sozialgesetzbuch).

Sind die Rechte der Betroffenen eindeutig verletzt worden, wehren Sie sich unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe (siehe Vorredner).

Sollten Sie einen Anwalt bevorzugen, bitte nicht einen "Wald- und Wiesen-Anwalt", sondern nur einen Fachanwalt für Sozialrecht in Betracht ziehen. Ggf. zu empfehlen ist hier auch ein (kostenpflichtiger) privater Rentenberater.

Hier die zitierte Vorschrift:

http://sozialgesetzbuch.de/gesetze/01/index.php?norm_ID=0106500

Hier Infos über private Rentenberater:

http://www.rentenberater.de/relaunch/wir_ueber_uns.php

von
Anzeigeerstatter

Überlassen Sie das der Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei.

Strafanzeigen UND Strafanträge (beides muß sein) wegen Körperverletzung (ob fahrlässig oder vorsätzlich) nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

von
Anzeigeerstatter

"dies wurde von der Gutachterin bereits in der Einladung verneint. "

Wegen Besorgnis der Befangenheit ablehnen. Jeder hat das Recht mit Beistand zu Begutachtungen zu erscheinen.

von
Franz

Es ist wirklich eine
unglaubliche Unverschämtheit
was sich die von der DRV beauftragten Ärzte/ Gutachter erlauben.
Ich wurde zu einem
psychiatrischen Gutachten
( bei einem Neurologen/Psychiater)
geladen und dort musste
ich mich - im Beisein der Arzthelferin - komplett nackt ausziehen, weil der Arzt die
Operationsnarbe meiner
Hodentumor OP sehen wollte....
Was hat solch ein Vorgehen
bei einer psychiatrischen Untersuchung verloren ????
es war für mich einfach nur demütigend.
Die Qualität vieler - nicht aller ! - Ärzte ist ein Armutszeugniss höchsten
Grades.
Eine Kontrolle seitens der DRV über die Qualität der Gutachten und der Gutachter scheint nicht
vorgenommen zu werden ( oder wird bewusst nicht vorgenommen ?! )
Auf jeden Fall handelt es sich bei diesen fachlich schlechten Gutachten keinesfalls um Einzelfälle wie hier immer so gerne von daran Intessierter Seite behauptet wird !

von
???

Ich hoffe Sie haben sich beschwert und eine schriftliche Stellungnahme der DRV gefordert. Nur so kann nämlich gegen die schwarzen Schafe vorgegangen werden.

von
§§§

" Auf jeden Fall handelt es sich bei diesen fachlich schlechten Gutachten keinesfalls um Einzelfälle wie hier immer so gerne von daran Intessierter Seite behauptet wird !"

Einer der Leser hier hat ein paar Tage zurück eine Mängelliste (der LVA-Gutachter)reingestellt. Die Kommentare lassen tief blicken.

"Ich wurde zu einem
psychiatrischen Gutachten
( bei einem Neurologen/Psychiater)
geladen und dort musste
ich mich - im Beisein der Arzthelferin - komplett nackt ausziehen, weil der Arzt die
Operationsnarbe meiner
Hodentumor OP sehen wollte...."

Man gehe halt ohne Beistand nicht zu solchen Leuten. Arzthelferinnen haben bei solchen Untersuchungen nichts zu suchen. Eigentlich ein Fall für die Ärztekammer (m.E. Verstoß gegen Schweigepflicht).

Ich würde den Gutachter wegen Besorgnis der Befangenheit ablehnen.

von
§§§

"Ich hoffe Sie haben sich beschwert und eine schriftliche Stellungnahme der DRV gefordert. Nur so kann nämlich gegen die schwarzen Schafe vorgegangen werden."

Das ist ein Fall für die Ärztekammer und falls der Arzt beamtet ist, in den meisten Bundesländern ein Fall für die Rechtsaufsicht nach dem SGB IV.

von
franz

Ja habe schon einen Fachanwalt für Sozialrecht eingeschaltet.
Ich habe das " Gutachten " über meinen Anwalt schon
vorliegen und auch lt. meinem Anwalt ist es fachlich medizinisch völlig fehlerhaft sowie unvollständig
und vor allem zeitlich (Untersuchungszeit ca. 20 Minuten ! ) unmöglich ,psychiatrisch in dieser kurzen Zeit jemanden sozialmedizinisch zu beurteilen..
Wir haben das Gutachten wegen Befangenheit und Inkompetenz des Gutachters abgelehnt.
Ich werde a l l e verfügbaren
rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um diesem
Arzt/Gutachter persönlich zur Rechenschaft zu ziehen.
Ich musste nach diesem Gutachten - weil ich völlig fertig war - einen Notfalltermin bei meinem
behandelden Psychiater ( in einer Klinik für Psychiatrie ) wahrnehmen.
Dieser mich seit mehr als 3 Jahren behandelnde Oberarzt
für Psychiatrie war fassungslos angesichts
dieses " Gutachtens "
seines Kollegen .
Hier zerstören gutachterlich tätige Ärtze in 20 Minuten
einer 3 jährigen Behandlungserfolg.....
Ich behaupte weiterhin - auch aufgrund
Erfahrungswerten meines Anwaltes -
dieses alles hat Methode.
Die Leute sollen mürbe gemacht werden, um Ihr
EM-Renten Begehren aufzugeben.
Das ist eine SCHANDE, das sich niemand auch aus der Politik dieser Sache annimmt.

von
Mitleser

"Dieses alles hat Methode. Die Leute sollen mürbe gemacht werden, um ihr EM-Rentenbegehren aufzugeben......."

Bei allem Respekt und Veständnis für Ihre Probleme, "franz": Versuchen Sie bitte sachlich zu bleiben. Ihr oben zitierter Vorwurf ist durch nichts zu belegen und entspricht auch nicht der Wahrheit ! Es interessiert mich auch nicht, ob Ihr Anwalt Ihre Meinung teilt. Ich habe nämlich meine eigenen, überwiegend positiven, Erfahrungen mit Gutachtern gemacht ! Auch unter denen gibt es solche und solche !

Alles Gute für Sie !

von
dirk

Nun, ich kann hier allen, die sich Gedanken machen nur Danken
Mein Vertrauen in die DRV ist, muss ich hier ganz sachlich feststellen, sehr in Mitleidenschaft gezogen. Im Vorfeld der Begutachtung hatte ich umfangreichen Kontakt mit der DRV, wo ich diese bat, auf gerade dieses Gutachten zu verzichten.
Bei der Erkrankung, mehrere Gendefekte, handelt es sich um eine Sache, die viele Ärzte gar nicht kennen. Jeder der bisherigen Gutachter hatte da so seine Probleme. Warum weiß ich nicht, im Netz werden Beschreibungen angeboten, nach Ärzten, die die Ursachen führ das Fehlwachstum fanden, mussten wir auch suchen. Chirurgen hatten dabei die Erwerbsunfähigkeit aus deren Sicht bestätigt. Die Auswirkung sind ähnlich dem etwas mehr bekannten Marfan-Syndrom. Der med. Dienst der DRV geht nun von einer Magersucht, also einer Mangelernährung aus. Dass dies falsch ist, müsste ein Mediziner eigentlich an dem Blutbild erkennen.
Nun, diese Begutachtung sollte eigentlich nur eine Abklärung der Fehl und Ferndiagnose Magersucht erbringen. Diese Gutachterin war nicht sorgfältig ausgewählt! Sie hat mit ihrer rücksichtslosen und gefährlichen Untersuchungsmethode viel Schaden angerichtet.
Man kann doch nicht bei einer Patientin, wo Sehnenverkürzung und extreme Muskelspannung vorliegt, die schon zwei Halswirbel aus ihrer normalen Lage ziehen, gewaltsam eine nicht mehr mögliche Halsbewegung rückartig erzwingen.

Ich werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, diese Sache nicht auf sich beruhen zu lassen, auch wenn meine Lebensgefährtin mittlerweile immer mehr resigniert.
Ich habe auch versucht, meine Wut auf den med. Dienst der DRV hier zu unterdrücken. Zehn Minuten Aufwand und Recherche über die Gendefekte (ich habe es doch auch gefunden) hätten dieses Gutachten unnötig gemacht. Eine bessere Auswahl der Gutachterin hätte Schmerzen, Zerstörung med. Behandlungserfolge und Erhöhung des krankheitsbedingten seelischen Druckes verhindern können.

von
Eberhard

Hallo,
ich würde zu meiner zuständigen Krankenkasse gehen, und mitteilen,
daß durch die Begutachtung sich mein Zustand verschlimmert hat.
Die Gkv. wird sicherlich tätig, da sicherlich vermehrte Kosten enstehen. Außerdem ist es möglich,
daß die Gkv. gerichtlich vorgeht.
Sprechen sie doch mal mit Ihrer Kasse.

von
dirk

Das war meine erste Reaktion. Da die Krankenkasse seit über 5 Jahren wöchentlich mehrmals Physiotherapien bezahlt, war das Interesse der Krankenkasse erstmal sehr hoch.
Als ich den Auftraggeber, die DRV ins Spiel brachte lautete die Antwort nur noch: wir würden sehr gern helfen, uns sind aber hier die Hände gebunden.