von
LS

Gibt es eine vorgeschriebene Handhabungspraxis, wie zu verfolgen ist, wenn aus einem Gesamtverdienst Anteile für Einzelzeiträume zu ermitteln sind.
a)
Ist erst der Gesamtverdienst mit dem Umrechnungsfaktor zu multiplizieren und sind dann daraus die (EP) für den Teilzeitraum zu ermitteln,
oder
b)
Ist erst der Gesamtverdienst ohne Hochrechnung auf die Teilzeiträume aufzuteilen und die Hochrechnung von den Teilsummen vorzunehmen.
.
Erfrage dies hier, weil die Ergebnisse nicht gleich hoch sind.
Verfahren nach a) ergibt weniger (EP)

von
senf-dazu

Zitiert von: LS

... Ist erst der Gesamtverdienst ohne Hochrechnung auf die Teilzeiträume aufzuteilen und die Hochrechnung von den Teilsummen vorzunehmen. ...

Meinen Sie hier Hochwertung (mittels Umrechnungswert aus der Anlage 10 des SGB VI) oder Hochrechnung?
Sowohl für die Hochwertung der Zeiten im Beitrittsgebiet als auch für die Aufteilung von Zeiträumen gibt es genaue Vorschriften.
Können Sie ein Beispiel für Ihre Frage nennen?

von
LS

User "senf-dazu", ja, ich meine die "Hochwertung", "Hochrechnung" nach Anlage 10 mit dem dort angegebenen "Umrechnungswert".
.
Die Ermittlung der EGPT nach Anwendung des "Umrechnungswertes" kann ich vornehmen, wissenswert ist nur die Schrittfolge.
1. nach a) oder nach b)?
.
Im Berechnungsfall war die Entgeltpunktzahl bei Schrittfolge der Berechnung nach
a) < als aus b).
Welche Rechtsvorschrift gilt?
Ausführung nach a) oder Ausführung nach b)

von
Römer

Ich habe den Eindruck Sie arbeiten bei der DRV. Warum fragen Sie nicht Ihre Vorgesetzten oder eine Stelle, wie z.B. Grundsatzabteilungen, die sich mit speziellen Fragen befassen? Oder lesen Sie mal die Arbeitsanweisungen und Dienstverfügungen, die sich damit befassen - dort finden Sie Angaben zu der "vorsgeschriebenen Handhabungspraxis".... aber hier Fragen zu stellen machts natürlich einfacher... da hat man auch anschließend länger Pause!

von
Schade

Nein, DRV Mitarbeiter ist LS nicht.

Er ist privater Rentenberater, der immer wieder nach Möglichkeiten sucht seine private Rentenberechnungssoftware zu optimieren.

Dazu dürfen dann die DRV Experten herhalten.

Kostet LS nichts und seine eigene Dienstleistung wird besser.

Ist doch viel billiger für ihn.......:)

von
senf-dazu

Kein DRV-Mitarbeiter, vermutlich aber schon irgendwie mit der Materie eng vertraut ...

Also ich verstehe z.B. den § 256a Abs 1 so, dass die Beitragsbemessungsgrundlage "der mit den Werten der Anlage 10 vervielfältigte Verdienst" ist, also sollte dies der erste Schritt sein. Danach wird je nach Notwendigkeit der Zeitraum gespilittet und die jeweilige anteilige Beitragsbemessungsgrundlage berechnet.

Nochmal: haben Sie ein konkretes Beispiel, damit die Zahlen-Fanatiker sich daran austoben können (z.B. 1985: 1.1. bis 31.12. Verdienst von 100000 Ost-Mark, jedoch ab 15.10. Vorliegen einer Anrechungszeit ... oder so was ...)?

von
LS

User "Römer", vielleicht war das die Arbeitsweise der -Römer-.
Ich bin betagter Rentner (83), bin kein Rentenberater, arbeite mit einem eigenen Rentenberechnungsprogramm zur Feststellung von benachteiligenden Bewertungen und Sachverhaltszuordnungen in Rentenbescheiden und Rentenauskünften.
.
Dadurch war es mir auch möglich, im Renten-Berechnungsprogramm der BfA/DRV bisher in vier Fällen eine fehlerhafte Berechnung festzustellen, wovon ich auch die Grundsatzabteilung in Kenntnis gesetzt habe, die nicht unbedingt erfreut war.
.
Im konkreten Fall geht es um die Feststellung der richtigen Anwendung der Berechnungsschrittfolge eben weil ich Differenzen festgestellt habe.

von
LS

User "senf-dazu" ergänzende Bemerkung auf Grund weiterer Beiträge.
.
Meine Kenntnisse auf diesem Gebiet beruhen auf 'autoditaktischer' Aneignung. Habe mich erst als Rentner damit beschäftigt.
.
Bin auch kein privater Rentenberater, wie "User Schade" meint, dafür gibt es ja das Rechtsberatungsgesetz, da kann man nicht so einfach privater Rentenberater werden.
.
Zum gewünschten Beispiel die folgenden Angaben:
Beitrittsgebiet
01.01. - 09.11.83 . . .6.160,58 M ohne Hochrechnung.
10.11. - 31.12.83 Ausfallzeit.

von
senf-dazu

Hallo LS!

Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass der mit der Anlage 10 multiplizierte Verdienst die Beitragsbemessungsgrundlage darstellt. Damit wird dieser Schritt zuerst, und ein Splitten des Zeitraumes danach durchgeführt.
Bei meinem Vergleich für den angeführten Zeitraum komme ich auf eine Differenz von 0,0001 EP. Das ist typisch für Rundungsunterschiede bei unterschiedlichem Ablauf der Rechenvorgänge, entspricht aber nicht mal einem Cent ...

von
LS

User "senf-dazu",
die Differenz entsteht nicht aus der Rundung, sondern ausschließlich aus der Verfahrensweise (Berechnung der EP nach a)).
Frage ist:
"sind die EP grundsätzlich nach a) zu ermitteln?

von Experte/in Experten-Antwort

Die allgemeinen Berechnungsgrundsätze des § 121 Abs. 4 SGB VI sehen vor, dass bei einer Division zunächst die anderen Rechengänge durchzuführen sind. Sind also mehrere Rechengänge durchzuführen, ist vor einer Division zunächst die Multiplikation vorzunehmen. Damit wird der Grundsatz "Multiplikation geht vor Division" gesetzlich festgelegt. Er soll vermeiden, dass Rundungsdifferenzen zu einem geringeren Endergebnis führen.
Somit wäre also a) zutreffend.

von
LS

Hallo Experte/in
genau die von Ihnen genannte Handhabung, Ausgeführt nach a)führt zur Minderung, von der Sie sagen, das damit Rundungsdifferenzen vermieden werden sollen.

von
Jonny

Ob West oder Ost ist egal. Zunächst ist festzustelle, wie viel Entgelt euf die vollwertigen Monate Januar bis Oktober mit 300 SV-Tagen entfallen; der Rest dann auf den beitragsgeminderten Monat November.

Da hier Ost, werden die Teilbeträge anschließen hochgewertet
Meint jedenfalls
Jonny

von
ATZler

Meine Meinung:

Beide Rechenwege a) und b) sind gleichwertig. b) ist komplizierter, führt aber zum gleichen Ergebnis bis auf minimale Rundungsfehler. Das habe ich selbst nachgerechnet.

Wenn Sie bei Weg b) einen merklich höheren Wert erhalten, dann haben Sie einen Denkfehler gemacht. Rechnen Sie Weg b) mal nach mit der Annahme der Versicherte hat vom 1. bis 10. Januar 6160,58 M verdient. Kommen Sie jetzt auf erheblich mehr EGP? Kann nicht sein oder?

von
ATZler

Ich kann hier nur mutmaßen, wie Sie b) berechnen. Sie müssten das mal genau darstellen, sonst kann das nicht beurteilt werden.
Sorry, aber ich bin auch nur Laie.

von
ATZler

Beispiel:

Jahresverdienst Ost = 6.160,58 M
Hochrechnungsfaktor = 1,5
Durchschnitts-Jahresverdienst für 1 EGP = 12000 DM

6.160,58 M * 1,5 / 12000 = 0,7700725 EGP

Der Zeitraum ist vollkommen egal. Man kann das im Januar verdient haben und das restliche Jahr nichts mehr oder gleichmäßig auf das Jahr verteilt. Das Ergebnis muss immer gleich sein.

von
Jonny

Zitiert von: ATZler

Beispiel:

Jahresverdienst Ost = 6.160,58 M
Hochrechnungsfaktor = 1,5
Durchschnitts-Jahresverdienst für 1 EGP = 12000 DM

6.160,58 M * 1,5 / 12000 = 0,7700725 EGP

Der Zeitraum ist vollkommen egal. Man kann das im Januar verdient haben und das restliche Jahr nichts mehr oder gleichmäßig auf das Jahr verteilt. Das Ergebnis muss immer gleich sein.

Und wieviel Entgeltpunkte entfallen dann auf den beitragsgeminderten Monat November?

von
ATZler

Also gut, dann mal eine Rechnung nach Weg b)

Beispiel:

Jahresverdienst Ost = 6.160,58 M
Hochrechnungsfaktor = 1,5
Durchschnitts-Jahresverdienst für 1 EGP = 12000 DM

Der Einfachheit halber:
Januar bis Juni je 1000 M Verdienst
Juli 160,58 M Verdienst
August - Dezember 0 M

Januar:

1000 M * 1,5 / 1000 DM (Durchschnittsverdienst) = 1,5 EGP
Anteilige EGP für Januar 1,5 / 12 Monate = 0,125
Im Januar wurden 0,125 EGP erworben

Entgeltpunkte Januar bis Juni (6 Monate):
0,125 * 6 = 0,75

Entgeltpunkte im Juli:

160,58 M * 1,5 / 1000 DM = 0,24087
Anteilige EGP für Juli 0,24087 / 12 Monate = 0,0200725
Im Juli wurden 0,0200725 EGP erworben.

Gesamte Entgeltpunkte Januar bis Juli:
0.75 + 0,0200725 = 0,7700725

Also exakt das gleiche Ergebnis wie in der einfachen Jahresrechnung oben.
q.e.d.

Ich bin Laie, wie würden denn die Experten hier rechnen, bzw. LS, wie ist Ihr Rechenweg für b)

von
ATZler

Der Einfachheit halber ist hier der Juli beitragsgemindert. Das spielt aber keine Rolle, bei November ist nur die Rechnung etwas schwieriger. Das Jahresergebnis ist immer exakt das gleiche, wenn man nicht rundet.

von
LS

Ausgeführte Berechnung in meinem Programm 1983.
Übliche Handhabung bei mir ist Berechnung nach b)
. 1. Werte aus Anlage 2 Rentenbescheid
. . 01.01.-09.11.83 Betrag aus . . .6.160,58 DM * 3,2627 = 20.100,12 DM .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 Mon. Pflichtbeitragszeit
. . 10.11.-31.12.83 . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 Mon. Ausfallzeit
. 2. Werte aus Anlage 3 Rentenbescheid, DRV-Berechnung
. . 01.01.-31.10.83 . . . . . . . . . . . . . . . . . .= 19.514,68 : 33.293 = 0,5861_vw
. . 01.11.-09.11.83 . . . . . . . . . . . . . . . . . .= . .585,44 : 33.293 = 0,0176_bg
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .= 0,6037
Rechenschritt DRV: (20.100,12 : 309) * 300 = 19.514,68 DM
. . . . . . . . : (20.100,12 : 309) *. .9 = . . 585,44 DM
.
Rechenschritt im eigenen Programm nach b)
. . 01.01.-09.11.83 Betrag aus (6.160,58 : 309)*300 = . 5.981,15 DM*3,2627 = 19.514,70 DM
. . 01.11.-09.11.83 Betrag aus (6.160,58 : 309)* . 9 = . . 179,42 DM*3,2627 = . . 585,39 DM
Ergebnisse daraus nach Anlage 3
. . 01.01.-31.10.83 . . . . . . . . . . . . . . . . . .= 19.514,70 : 33.293 = 0,5862
. . 01.11.-09.11.83 . . . . . . . . . . . . . . . . . .= . .585,39 : 33.293 = 0,0176
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .= 0,6038
.
Die Differenz ist sehr klein, aber es gibt sie halt und ich möchte herausfinden, ob die
AA der DRV den Rechenweg nach a) oder b) verbindlich vorschreibt
.
.
Die Darlegung des/der Experten/in sagt lediglich aus, wie in § 121 Abs 4 festgelegt, dass vor
der Division zunächst die anderen Rechengänge durchzuführen sind.
.
Es ist nicht festgelegt, welches Verfahren, hier a) oder b), anzuwenden ist.
.
Sowohl a) als auch b) beinhalten einen Multiplikationsschritt, der zuerst auszuführen ist.