von
Bertram

Ende 1982 musste ich in der DDR aus politischen Gründen meinen Arbeitsplatz aufgeben und war fast ein Jahr lang ohne Arbeit. In den letzten vier Monaten vor meiner Ausreise habe ich dann als Aushilfe für monatlich 300 M/DDR gearbeitet.
Nach der Übersiedlung war ich 14 Monate lang arbeitslos, bevor ich wieder einen Job gefunden habe.

Warum wird jetzt im Rentenbescheid meine Arbeitslosigkeit im Westen als "Zeiten im Beitrittsgebiet" (Flucht, Vertreibung) ausgewiesen?

Die vier Monate als Aushilfe sind im SV-Ausweis eingetragen, tauchen jetzt aber überhaupt nicht mehr auf, nur noch ein Durchschnittswert als "Ersatzzeit". Warum?

von
Wolfgang

Hallo Bertram,

die Ersatzzeit(Flucht/Vertreibung) = gesamte Arbeitslosigkeit im Anschluss an die 'tatsächliche' Flucht erhält einen höheren Wert zugeordnet, als wenn diese Zeit nur Arbeitslosigkeit (Anrechnungszeit) gewesen wäre. Warum die West-Arbeitslosigkeit zur Beitrittsgebietszeit (DDR) wird, kann ich mir auch keinen Reim drauf machen.

Gruß
w.

von
Bertram

Danke für die Information!

Kann vielleicht noch ein Experte dazu antworten?

Experten-Antwort

Hallo Bertram,

der Tag Ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland ist ein Ersatzzeittatbestand wenn Sie im Besitz eines Flüchtlings- oder Vertriebenenausweises sind. Sollte sich unmittelbar daran eine Zeit der Arbeitslosigkeit anschließen, ist dies rententechnisch eine sog. Anschlussersatzzeit, die im Rahmen der Rentenberechnung höher bewertet wird als die reine Zeit der Arbeitslosigkeit.
Ein Grund warum die Arbeitszeit als Aushilfe nicht berücksichtigt wird, kann sein, dass die Ersatzzeit ebenfalls höher bewertet wird als die Beschäftigungszeit mit dem Entgelt von 300 "DDR"-Mark. Wir empfehlen Ihnen sich an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger zu wenden.