von
Elfi

Ich bin wirklich ratlos und wende mich deshalb mit meinen drängenden Fragen an Sie, da mir in einer persönlichen Sprechstunde bei der Rentenberatung der Deutschen Rentenversicherung nicht geholfen werden konnte.
Aufgrund meiner zunehmenden gesundheitlichen Bewerden hatte ich mit 40 % Schwerbehinderung vor 2 Jahren einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt. Dieser wurde nachdem ich 2 Gutachter besucht hatte, abgelehnt. Nun bin ich längerfristig erkrankt und die Schwerbehinderung wurde auf 50 % erhöht. Mein gesundheitlicher Zustand erlaubt mir keine Vollzeitbeschäftigung mehr, ich merke dies schon jetzt während einer Wiedereingliederungsmaßnahme. Ich überlege nun, meine Arbeitszeit zu reduzieren, frage mich aber welche Konsequenzen das schließlich haben wird, sofern sich mein Gesundheitszustand noch weiter verschlechtert. Ich bin jetzt 54 Jahre alt und habe 38 Berufsjahre zurückgelegt.
Anders gefragt: Wird die wöchentliche Arbeitszeit, die ich bis zu einer Erkrankung noch ausgeübt habe dann als Maßstab genommen und die Erwerbsminderungsrente entsprechend gekürzt?
Welche Berechnungsgrundlage wird herangezogen? Ich habe immer in Vollzeit gearbeitet, wenn ich nun reduziere, welchen Einfluss hat das auf eine mögliche Inanspruchnahme einer Erwerbsminderungsrente?

Experten-Antwort

Hauptgrundlage für die Berechnung einer Rente, egal ob EM-RT oder Altersrente, ist das sozialversicherungspflichtige Arbeitsentgelt. Je höher desto mehr Rente. Der Verdienst wird mit dem Durchschnittsentgelt aller Deutschen aus dem Berechnungsjahr verglichen und erhält eine Entgeltpunktzahl (EP).
Z.B. man hat im Jahr 2010 32.003,- EUR verdient, die werden mit dem Durchschnittsverdienst von aus 2010 von 32.003,- geteilt, dabei erhält man genau einen EP. Wenn man aufgrund der Reduzierung von Arbeitsstunden weniger verdient erhält man auch weniger EP. Z.B. wiederum aus 2010; Verdienst 20.000,- EUR geteilt durch den Durchschnitt (32.003,-) ergeben 0,6249 EP.
Die EP werden mit dem aktuellen Rentenwert von z.Zt. 27,20 mal genommen und das ergibt die Rentenhöhe.
Die beitragfreien und beitraggeminderten Zeiten erhalten, grob gesagt, einen Verhältniswert zu den Beschäftigungszeiten.
Einzelheiten erhalten Sie bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle.

von
-_-

:P

Zitiert von: Elfi

... Nun bin ich längerfristig erkrankt und die Schwerbehinderung wurde auf 50 % erhöht. Mein gesundheitlicher Zustand erlaubt mir keine Vollzeitbeschäftigung mehr. ... Ich habe immer in Vollzeit gearbeitet, wenn ich nun reduziere, welchen Einfluss hat das auf eine mögliche Inanspruchnahme einer Erwerbsminderungsrente?

Die Arbeitszeit spielt für die Rentenhöhe keine Rolle. Ob Sie 30.000,00 EUR in einem Halbtagsjob oder bei Vollbeschäftigung erzielen, ist für die Höhe Ihrer Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und damit auch für die Rentenhöhe ohne Bedeutung.

Einen Rentenanspruch können Sie nur im Rahmen eines formellen Rentenfeststellungsverfahrens erneut prüfen lassen. Das setzt einen erneuten Rentenantrag voraus.