von
AS

Hallo,

ich befinde mich nach zwei Darm Ops und Rückverlegung eines künstlichen Darmausganges aufgrund einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (sowie 80% entferntem Dickdarm) in einem sog. Integrationsprojekt für behinderte Menschen über die RV Bund.(Teilhabe am Arbeitsleben, Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, berufliche Rehabilitation) seit Ende April 09.

Grad der Behinderung 20, Gutachten laut letztem Rehabericht: 6-8 Stunden Arbeit.

Nun habe ich hier aber das Problem, dass die Schule in der ich bin, so gut wie nichts für die berufliche Wiedereingliederung tut, heisst, ich werde von einem Praktikum ins nächste gesteckt, ohne dass irgendwas wirklich auf mein Krankheitsbild und das Gutachten abgestimmt ist, bin auf 8 Stunden eingeteilt, obwohl es viel zu anstrengend ist, und in der Theoriezeit zwischen den Praktika gammeln wir wortwörtlich den ganzen Tag in dieser Schule rum, früh bekommen wir einen Zettel von einem "Dozenten", mit Kreuzworträtseln etc, und nachmittags sagt er uns schnell noch Tschüss.

In dem Raum stecke ich mit lernbehinderten, psychisch kranken und schwerstbehinderten Menschen und dann noch mit Leuten, die mit mir Ende April die Maßnahme begonnen haben und auch mittlere Einschränkungen körperlich haben, sprich also wie ich in dem alten Beruf aufgrund des Krankheitsbildes nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten können.

Mindestens drei von uns 8 Leuten wurde von derselben Reha-Beraterin vor Antritt in das Projekt gesagt, dass wir zu 80 % eine Chance haben, wieder auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt zu werden.

Bei mir stand beispielsweise als Alternative eine Umschulung zur Industriekauffrau 2 Jahre ( über das Berufsförderungswerk) zur Debatte, aber die Beraterin meinte, jetzt in den 9 Monaten kann ich aufgrund meiner Flexibilität und Fähigkeiten viel schneller wieder erfolgreich auf den ersten Arbeitsmarkt zurück mit entsprechender Orientierungsphase, was an Berufsbildern so in Frage kommt.

Ich bin 31 und riesig enttäuscht, da im Praktikum die Arbeit recht wenig meine Fähigkeiten fördert,ich war vorher in meinem alten Beruf sehr erfolgreich und ich weiss nicht, wie es weitergehen soll.
Selbst wenn ich dort ne Chance auf nen Arbeitsvertrag hätte, wäre ich auf der einen Seite komplett beruflich heruntergestuft, da die Qualifikationen die ich habe, nicht auf selbem Niveau wie die derzeitige Tätigkeit sind bzw. nicht gebraucht werden, auf der anderen Seite muss ich mich in vollkommen neue Bereiche einarbeiten, die meinen Fähigkeiten null entsprechen, zusätzlichen Stress verursachen, demotivieren und ggf neue Schübe auslösen können, was letztmalig einen künstlichen Darmausgang zur Folge hätte und sicherlich größere berufliche Einschränkungen als jetzt schon. Was kann ich tun, um mich aus dieser Lage zu befreien!
In die Schule und auch die Rehaberaterin habe ich kein Vertrauen mehr. Habe ich die Möglichkeit, doch noch auf die Industriekauffrau oder einen anderen passenden Beruf umzuschulen oder war es das dann jetzt mit meinem neuen Berufs- und Lebensweg.

Ich bin wegen dieses Angebotes von der Reha-Beraterin extra in eine neue Stadt gezogen und dachte, es eröffnen sich nach schwerem Krankheitsverlauf (1 1/2 Jahre krank gewesen) sowie totalem beruflichen, finanziellen sowie privaten Zusammenbruch neue Perspektiven für einen jungen Menschen wie mich. Ich war hoch motiviert und wollte in meinem Alter noch keine Rente beantragen.

Was hier gerade passiert, ist die Härte. Sorry für die Umgangssprache, aber anders kann ich das nicht beschreiben.

Gibt es eigentlich Rahmenbedingungen, wozu die jeweilige Schule oder auch das Unternehmen, welches an der Wiedereingleiderung eines erkrankten Menschen interessiert ist, evtl. verpflichtet sind oder stehe ich jetzt als beruflicher Rehabilitant ganz alleine da auf weiter Flur.

Wohin kann ich mich wenden, was für Möglichkeiten habe ich?

Danke im Voraus für die Antwort.

Experten-Antwort

Rahmenbedingungen diesbezüglich gibt es nur i.V.m. dem Schwerbehindertenrecht (SGB IX).

Hier sollten Sie trotzdem (wg. Vertrauen), mit Ihrer Reha-Fachberaterin ein zusätzliches Gespräch führen und alle Punkte, die Sie in der E-mail aufgeführt haben, bereden. Was anderes kann ich Ihnen leider nicht sagen.