von
Strel

Eine Bekannte von mir hat einen Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsrente oder Berufsunfähigkeitsrente gestellt. Der Rentenantrag wurde abgelehnt, weil sie in den letzten 5 Jahren zuwenig gearbeitet hat. Alle anderen Voraussetzungen (z.B. die gesundheitlichen) liegen vor. Sie gilt als voll erwerbsunfähig und ist z.B. zu 100% schwerbehindert.

Kann sie die Beiträge für die nicht gearbeiteten Monate nachzahlen, um so die Voraussetzungen für die Rente zu erfüllen? Gibt es dabei bestimmte Fristen zu beachten? Und wie hoch wären die Beiträge?

von
?-?

klar, Versicherung abschließen wenn bereits der Schadensfall eingetreten ist.

von
bekiss

Nach Eintritt des Leistungsfalls entrichtete Beiträge werden von keiner Versicherung der Welt nachträglich berücksichtigt. Ganz davon abgesehen, müßte es sich um Pflichtbeiträge handeln.

In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung
müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen
für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit
belegt sein (besondere versicherungsrechtliche
Voraussetzung).

von
Hase

Sollte Ihre Bekannte auf Dauer Erwerbsunfähig sein, wäre ein Antrag beim Grundsicherungsamt in Betracht zu ziehen. Eine Beratung hierzu ist auch bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der DRV zu erhalten.

Experten-Antwort

Ich kann mich bekiss und Hase nur anschließen. Sie müssen mindestens 5 Jahre versichert sein (Wartezeit) und in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt haben. Eine Möglichkeit der nachträglichen freiwilligen Beitragszahlung gibt es nicht.

Seit 1. Januar 2003 gibt es eine neue eigenständige Sozialleistung: Die bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei voller Erwerbsminderung. Sie wird gezahlt durch die Sozialämter der Kreise und kreisfreien Städte oder durch überregionale Leistungsträger. Die Kreise können die Aufgaben auch auf die Gemeinden übertragen. Der entsprechende Antrag kann auch bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt werden.