von
Anonym2015

Hallo zusammen,

bitte verzeiehen Sie mir, wenn ich hier anonym schreibe aber ich weiß nicht wo mir bei dem Thema der Kopf steht. Ich habe eine Rehamaßnahke bewilligt bekommen, auf Grund einer psychischen Erkrankung. Die Reha habe ich eingewilligt wegen Druck der Kasse. Ich wusste allerdings schon immer wie mein Ziel aussieht. Wieder so schnell wie möglich arbeiten. Leider ist das bei meinen derzeitigen Arbeitgeber nicht möglich da dieser Schuld an der Erkrankung ist. Und auch so möchte ich mich beruflich verändern. Das heisst ich würde nach der Reha meine derzeitige Stelle sowieso kündigen, auch auf anraten meines Therapeuten. Nun ist es so das die Reha in ein paar Wochen beginnen soll, ich aber eigentli h mit meinem Therapeuten ambulant gute fortschritte mache. Ich verspüre richtig den Drang wieder arbeiten zu wollen und mich anderweitig umzuschauen. Meine Angst ist nun das ich nie wieder in meinem Leben eine Reha bewilligt bekomme, wenn ich diese jetzt antrete. Also sollte ich mal einen Unfall mit Folgeschäden haben, dann bekomm ich auf Grund der Ablehung der jetzigen Maßnahme keine Reha mehr. Ich habe allerdings Angst das mein Tatendrang zu arbeiten und meine Lust die ich gerade verspüre durch die Reha weg ist. Ich finde das ich seit ein paar Wochen auf dem richtigen Weg bin und mich jetzt um meine berufliche Situation kümmern möchte. Glaubt ihr wenn ich die Reha aus genannten Gründen absage, hat das für mich Konsequenzen für evtl Rehamaßnahmen in der Zukunft. Bin deswegen stark am grübeln.

Vielen Dank

von
Herz1952

Hallo Anonym,

die Krankenkasse darf Sie nicht zu einer Reha zwingen und Sie brauchen auch keine Angst zu haben, dass Sie nie mehr eine Reha bekommen. Schon gar nicht, wenn ein anderer Grund für eine Reha vorliegt. Die Krankenkasse kann nur eine REHA "vorschlagen". Diese ist dann freiwillig.

Natürlich wäre der Krankkasse an einer Reha vermutlich sehr gelegen, denn dann würde die Rentenversicherung zahlen und nicht die Kasse.

Fragen Sie doch Ihren Therapeuten, was dieser für Ihre Gesundheit am besten hält.

Das Problem ist mehr arbeitsrechtlicher Art. Sie können sich natürlich schnellsten bewerben um eine Stelle zu bekommen. Sie könnten Ihren Arbeitsplatz auch mit ärztlicher Begründung mit sofortiger Wirkung kündigen und sich anschließend bei der Arbeitsvermittlung melden. Vielleicht werden Sie auch nicht gesperrt. Sie kündigen ja nicht ohne wichtigen Grund. Die Arbeitsleistung nämlich nicht mehr aus gesundheitlichen Gründen erbringen zu können, wäre nämlich ein wichtiger Grund, der nicht zu einer Sperre führen dürfte.

von
Anonym2015

Hallo,

mein Therapeut hält es auch für das Beste, mich auf meine berufliche Zukunft zu konzentrieren. Er meint ich wirke so gefestigt, dass wir das aufjedenfall ambulant weiterhin sehr gut in den Griff bekommen und wir auch bei einer neuen Arbeitsstelle die Therapie fortführen und er mich begleitet. Ich fühlte mich damals quasi unter Druck gesetzt auch weil mir dort noch nicht klar war wie es für mich weitergeht. Ich hatte Angst das die Kasse das Krankengekd sofort einstellt wenn ich gegen die Reha bin. Und ich war da ja nicht gegen die Reha. Es geht mir jetzt nur ungemein besser und ich würde ejnfach gerne wieder in das berufsleben einsteigen. Ich denke ein geregelter Arbejtsalltag ist die beste Therapie. Nur ist jetzt eben die Angst da, dass wenn ich das so schildere, ich keine Reha mehr bewilligt bekomme wenn ich eine brauche. Mein Hausarzt hat diese Problematik angesprochen. Wegen einer drohenden Sperre vom Arbeitsamt würde er mir aber ein Attest ausstellen dass ich meine derzeitige Stelle krankheitsbedingt gekündigt habe.

von
Anonym2015

Ich möchte auch nicht einen Rehaplatz besetzen obwohl ihn ein anderer evtl dringender braucht als ich.

von
=//=

Die KK kann Sie zwar nicht zwingen, die Reha-Maßnahme anzutreten. Aber sie kann sehr wohl das Krankengeld einstellen.

Von einer Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses sollten Sie mal ganz schön die Finger weglassen, solange Sie keinen anderen Arbeitsplatz haben! Die AfA wird es - wenn überhaupt - wenig interessieren, weshalb Sie gekündigt haben. Vielleicht wird die Sperrfrist kürzer, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie gar keine bekommen.

Als Erstes sollten Sie sich mal mit der KK in Verbindung setzen, am Besten persönlich, und dieser unter Vorlage eines entsprechenden Schreibens Ihres Therapeuten Ihr Anliegen schildern. Vielleicht willigt die KK ein, dass Sie z.B. eine Tagesklinik besuchen (Leistung der Krankenkasse), vielleicht bleibt sie auch stur und besteht auf der Durchführung der Reha-Maßnahme. Das kann niemand vorher wissen. Aber ganz so verständnislos, wie die KK oft beschrieben werden, sind sie auch nicht.

Nochmal etwas zu Ihrem Wunsch, so schnell wie möglich wieder arbeiten zu wollen. Eine neue Arbeitsstelle müssen Sie erst mal haben!!! Dass Sie dann weiter mit einer ambulanten Therapie begleitet werden, dürfte wohl selbstverständlich sein. Das Problem ist aber, dass Sie noch keinen neuen Job haben und auch nicht wissen, wann Sie einen bekommen. In dieser Situation zu kündigen, dürfte ein Fehler sein. Auch wenn Ihr bisheriger Arbeitgeber an Ihrer Krankheit "schuld" ist. Sie sind doch eh krankgeschrieben und müssen ihn nicht sehen.

Leider, leider sehen manche psychisch Erkrankte die Aufnahme einer Ganztagsbeschäftigung zu euphorisch. Es wäre nicht das erste Mal, dass sie scheitern. Ich möchte Ihnen wirklich nicht die Hoffnung nehmen, aber sehen Sie das Ganze ein bißchen gelassener.
Für sinnvoll halte ich deshalb immer erst mal die Aufnahme eines Mini-Jobs oder einer Teilzeitbeschäftigung. Sie müssen ausprobieren, wieviele Stunden Sie derzeit arbeiten könn(t)en.

Aber das alles ist Ihre Entscheidung.

Im Übrigen brauchen Sie wirklich keine Angst haben, dass Ihnen nie wieder eine Reha-Maßnahme durch die DRV bewilligt wird, wenn Sie diese jetzt absagen. Wer Ihnen das gesagt hat, hat Quatsch erzählt. :-) Nur wenn Sie jetzt eine Maßnahme durchführen würden, könnten Sie in einem 4-Jahreszeitraum nur nochmals eine Reha bekommen, wenn sich Ihr Gesundheitszustand wesentlich verschlechtern würde ODER aufgrund einer anderen Erkrankung. Daneben muß natürlich auch eine erhebliche Gefährdung der Erwerbsfähigkeit bestehen, sonst ist evtl. die KK oder bei einem Arbeitsunfall die Berufsgenossenschaft zuständig.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Morgen Anonym2015,
Sie können jederzeit einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation stellen, unabhängig davon, ob Sie diese Maßnahme antreten oder nicht. Die Anspruchsvoraussetzungen werden erneut wieder geprüft. Sie sollten aber unbedingt vorab mit der Krankenkasse klären, welche Konsequenzen es für Sie hätte, wenn Sie diese Maßnahme nicht antreten.

von
Herz1952

Hallo Anomym2015,

Die Krankenkasse darf die Krankengeldzahlung wegen der Ablehnung des REHA-Vorschlages nicht einstellen, wenn Sie weiter arbeitsunfähig sind.

Normalerweise sind die Reha-Vorschläge auch nicht mit dem medizinischen Dienst Ihrer Krankenkasse abgesprochen, sondern es sind reine "Verwaltungsakte".

Ich habe wegen eines sog. Rehavorschlages schon einmal eine KK-Mitarbeiterin belehren müssen. Da war auch der Vorschlag medizinisch nicht gerechtfertigt.

Außerdem darf sich die Krankenkasse nicht in die ärztliche Entscheidung einmischen.

Allerdings sagen selbst manche Ärzte vor lauter Angst und Unwissenheit: "Es könnte sein, dass die Krankenkasse nicht mehr zahlt".

Das ist Unsinn.

von
Anonym2015

Hallo,

Ja ich werde die Reha ablehnen und das auch mit der Kra kenkasse ao komunizieren das ich ambulant gute Fortschritre mache. Ich will da auch kein Risiko eingehen das sich daran was ändert. Zusätzlich wurde bei meiner mutter schweres Rheuma diagnostiziert. Da ich der einzigste in der Familie mit einem auto bin kann ich da jetzt erst recht nicht weg. Ich muss mit ihr zu den ärzten und ihr bei den einkäufen helfen. Evtl akzeptiert die krankenkasse es auf grund dieser umstände daa ich die Reha nicht antrete und ich weiterhin ambulant eine Therapie mache. Evtl zahlt die krankenkasse weiterhin krankengeld solange mich mein arzt krank schreibt, was er tun wird.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

die Krankenkasse darf Sie nicht zu einer Reha zwingen.....

Wenn man es sich leisten kann aufs Krankengeld zu verzichten, könnte man das tatsächlich so sehen. ;)

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

das ist nicht das Krankengeld abgelehnt, sondern nur das Recht wahrgenommen.

Wenn Anonym2015 mit der KK spricht, wird sich das auch klären. Natürlich machen die Kassen erst mal Druck. Aber das sind keine Ärzte, die das machen, sondern Geldeintreiber.

Ich habe so eine Situation bei unserem Sohn erlebt. Gerade psychisch Kranke werden damit unter Druck gesetzt. Die Kasse hatte nicht einmal den Arzt unseres Sohnes benachrichtigt. Der war irgendwie schon sauer auf die Kasse, dass er übergangen wird.

Als ich das bei der Kasse klären wollte, wurde ich erst einmal angeschnauzt. Ich habe die Dame bestimmt aber höflich "in den Senkel gestellt". Dann hat sie kleinlaut zugegeben, dass die eine freiwillige Sache sei, er braucht auf den Vorschlag nicht einzugehen und hat keine negativen Konsequenzen zu erwarten. So war es denn auch.

Hinzu kam, dass er die Art der Therapie nicht vertrug, bzw. in seinem Fall wäre sie kontraindiziert gewesen, da sie für seine Krankheit absolut nicht geeignet war.

Eigentlich hätte die Kasse das wissen müssen. Sie hatte ja den entsprechenden Bericht vorliegen. Aber hier klappt halt der Datenschutz. Die Krankheitsberichte werden nicht an die Verwaltungsangestellten weitergegeben.

Das habe ich so ähnlich bei mir selbst erlebt. Ich war noch nicht operiert, hatte nur einen "Not-Stent". Da rief die KK bei meinem Arzt an und fragte nach, weil ich doch schon von der "Reha" zurück sein müsste. Mein Arzt sagte, dass ich evtl. ein Spenderherz bräuchte. Auch hier war klar, dass er keinen KH-Bericht vorliegen hatte. Es kam dann keine Anfrage der Kasse mehr. Natürlich bekam ich die vollen 72 Wochen Krankengeld.

Aber mal ganz "unter uns". Die Ärzte haben im allgemeinen so viel "Respekt" vor den Kassen, dass sie ständig "die Hosen voll" haben müssen. Und das auch noch ohne Grund. Sie haben aber Angst vor ihrem Budget (sehr oft unbegründet) und auch der Verwaltungskram ist ihnen einfach zu viel (verständlich).

Ich komme gerade vom Arzt und weil ich noch dieses ominöse "Fahrverbot" habe, das eigentlich von keinem intelligenten Menschen eingehalten wird, fuhr mich eine Frau hin. Sie war MTA bei einem Internisten. Sie sagte, ihr Chef hat mit 65 Jahren "hingeschmissen", weil er die "Nase voll" hatte wegen des ganzen "Verwaltungskrams".

Fazit: Meistens wird der Datenschutz eingehalten. Die Verwaltungsangestellten haben keine Ahnung von Medizin.

Ich bin mit meinen Argumenten sogar gut mit dem medizinischen Dienst meiner KK durchgekommen. Es war halt alles richtig begründet.

Ich habe als Rentner halt auch die Zeit, mich mit den Vorschriften etc. zu befassen. Nur nicht der RV weitersagen, sonst kommt die noch auf "dumme Gedanken". Aber wer nach einer Viertelstunde "Arbeit" fast den ganzen restlichen Tag pausieren muss, der ist eben keine 3 Stunden täglich in der Woche als Arbeitnehmer zu "gebrauchen". (smile).

Bei Anonym2015 kommt es wegen des Krankengeldes in erster Linie darauf an, ob er arbeitsunfähig ist oder nicht. Deshalb habe ich auch den "Plan B" erwähnt.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

fast hätte ich was vergessen. Ich habe für die Aufsetzung meines Attestes kein Arzthonorar bekommen. Der Arzt hat allerdings auch nur für das erste (nicht ganz richtige Attest) 10,-- Euro verlangt. (smile).

von
Anonym2015

Hallo Herz1952,

finde ich super von Ihnen wie ausführlich Sie immer antworten. Gebau das hat mein Rherapeut und auch Arzt angesprochen. Die Kassen machen druck, das ist genau dass, was Menschen mit einer psychischen Erkrankung nicht brauchen. Druck. Dazu kommt noch die Existenzangst die man haben muss, weil man Angst hat dass einem das Krankengekd von heute auf morgen gestrichen wird. Mein Hausarzt ist wirklich keiner, der da Respekt oder Nagst vor den Kassen hat. Im Gegenteil. Was meine Ambulantr Betreuung betrifft bin ich wirklich mit einem super "Team" ausgestattet. Auch mit unter ejn Grund das ich daran nichts ändern möchte weil ich endlich mal Fortschritte verspüre. Ich muss mir nur quasi die richtige Taktik überlegen, wie und was ich der Kasse bei dem Termin nächste Woche erzähle. Es ist vielleicht besser, auf das Krankheitsbild nicht konkreter einzugehen, da sollen die sich an meine Ärzte wenden. Und eigebtlich geht es die ja auch nichts an. Wie sagte mein Arzt, die Kra kenkasse ist dazu da, dass Geld der Arbeitenden zu verealten und an die weiterzugeben die gerade nicht arbeiten können. Mehr nicht. Und oft überschätzen die Ihre Kompetenzen und werden geschult die Leute unter Druck zu setzen die Krankengeld beziehen. Ein Freund von mir der auch wegen einer psychischen Erkrankung ein paar Monate ausfiel, kamen sie mit Statistiken dass ja 95% der Patienten mit dieser Erkrankung nach schon paar Wochen wieder arbeiten könnten. Das ist doch eine Frechheit, die Seele eines Menschen mit Statistiken zu beurteilen. Jeder Mensch hat seine eigene indivudelle Geschichte.

Naja ich bin gespannt was nächste awoche rauskommt

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

Sie sagen: Wir können Ihnen helfen, sagen aber nicht dazu, dass es immer wieder auftreten k a n n.

Aber der genannte Psychiater ist schon ein "irrer" Typ und tatsächlich ärztlicher Leiter einer Psychiatrieklinik. Er bringt vieles mit Humor und dass nicht gleich die "kräftigen Pfleger" kommen müssen. Eine kleine einfühlsame Krankenschwester tut es meistens auch. Aber er spricht auf von schweren, tragischen Fällen. Er tritt ab und zu im TV auf, bzw. wird wiederholt.

Viel Spaß mit ihm (falls Sie ihn sehen und hören).