von
irisb

guten abend.

da mein krankengeld ausläuft, stelle ich einen antrag auf eu-rente.
ich gehe also nahtlos ins alg1 über.
nun meine frage:
darf ich mein arbeitsverhältnis jetzt kündigen? notfalls per attest.
oder handle ich mir dadurch eine 3monatige sperre beim alg1 (nahtloser übergang) ein???

danke
iris

von
Corletto

Ja, natürlich können Sie ihr Arbeitsverhältnis während eines gestellten EM-Antrages kündigen , ohne das Ihnen beim anschließendem ALG I
eine Sperrzeit entsteht.

Wenn die Kündigung dann sogar mit ärztlichem Attest und auf Rat des Arztes erfolgt, dürfte es in aller Regel keine Probleme mit der AfA deswegen geben.

Nur warum wollen SIE selbst kündigen ?

Warten Sie doch erstmal ab, ob ihrem EM-Antrag überhaupt stattgegeben wird.

Mit einer Eigenkündigung verwirken Sie alle eventuell vorhandenen Ansprüche auf eine Abfindung und alle anderen Ansprüche gegenüber ihrem Arbeitgeber.

Warten Sie doch einfach ab, vielleicht kündigt Ihnen ja auch ihr Arbeitgeber in nächster Zeit und dann haben Sie die Chance im Rahmen einer anschließenden Kündigungsschutzklage noch eine Abfindung zu erhalten.

Experten-Antwort

Hallo irisb,

in diesem Forum kann nicht geklärt werden, ob sich eine Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses negativ auf Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeldzahlung auswirkt. Dies müssen Sie direkt mit Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit klären.

von
irisb

hallo corletto,
danke für deine ausführliche schilderung.
hat mir sehr geholfen.
aber:
ich spekulier auf keine abfindung oder so.
ich bin bei der firma erst seit 1,5 jahren. außerdem ist mir ein gutes arbeitszeugnis viel wichtiger.
und das bekomme ich, wenn ich von mir aus kündige!

ich habe es also richtig verstanden?
ich gehe nach der aussteuerung mit dem kk-schreiben zum amt.
stelle vorher noch einen eu-antrag.
nehme atteste zum amt mit.
kündige dann krankheitsbedingt meinen job.
teile dies dem amt dann mit.
notfalls reiche ich ein attest vom arzt ein.

ps: werde ich dann vom amt überhaupt vermittelt?
ich weiß ja nicht, ob die eu-rente durch geht.

und:
darf ich notfalls, wenn ich einen geeigneten job finden sollte, den eu-antrag wieder zurücknehmen???

ich möchte einfach nicht lustlos rumsitzen, und warten wie der bescheid ausgeht.
die chancen stehen ja als 38jährige gering aus...
danke
iris

von
Corletto

Bei nur 1,5 Jahren Betriebszugehörigkeit werden Sie auch mit Sicherheit keine Abfindung bekommen...

Ein Arbeitszeugnis bekommen Sie aber immer - ob Sie selbst kündigen oder gekündigt werden spielt dabei keine Rolle.

Darauf haben Sie sogar einen Rechtsanspruch !

Ebenfalls darf bei der Qualität ihres Zeugnisses keine Rolle spielen oder erwähnt werden, wer gekündigt hat und warum oder sonstige Dinge..

Da dürfen nur und vor allem wahrheitsgemäß ihre Arbeitsleistungen niedergeschrieben werden.

Sollte dies nicht so sein, empfehle ich Ihnen - aus eigener Erfahrung - via Anwalt ein ordentliches Zeugnis von ihrem Arbeitgeber anzufordern.

Dann bekommen Sie ein 1a Zeugnis mit Sternchen.....

Sie glauben gar nicht, was dann alles möglich ist ( bis soweit hin, das man sein Zeugnis gleich selbst schreibt und dies auch so vom Arbeitgeber wörtlich übernommen wird... )

Der andere Ablauf ist so richtig, wobei Sie sich schon 2 Monate VOR Aussteuerung erstmals bei der AfA melden sollten.

Dann wird man Ihnen gleich weitere Termine ( wie ALG I Antragstellung etc. ) nennen und Ihnen auch alles andere zum weiteren Verfahrensablauf erklären.

Auch betreffend der konkreten Jobkündigung sollten Sie dies - zur Sicherheit ! - bei dem ersten Termin mit dem Sachbearbeier der AfA besprechen und sich diese Eigenkündigung
" absegnen " lassen.

EM-Antrag können Sie schon vor ALG I Beantragung bereits stellen oder damit warten bis zum ALG I Antrag.

Haben Sie den Antrag bei ALG I Beantragung z.B. noch nicht gestellt, wird Sie die AfA dann mit Sicherheit in einer knappen Frist zur Antragstellung auffordern.

Während der EM-Antrag läuft werden Sie natürlich nicht vermittelt oder müssen sich selbst bewerben.

Gewisse Pflichtgesprächstermine ( in ca. monatlichen Abständen ) bei der AfA müssen Sie hingegen sehr wohl wahrnehmen.

Sie werden aber im Prinzip nur als " Karteilleiche " behandelt.

Und natürlich können Sie immer und jederzeit einen gestellten EM-Antrag auch wieder zurück nehmen !

Das würde ich mir allerdings vorher sehr gut überlegen
und auch unbedingt mit dem behandelndem Arzt absprechen.

Wenn der EM-Antrag allerdings läuft und Sie in dieser Zeit einen Job annehmen , würden ihre Chancen auf Zuerkennung einer Rente natürlich nicht unbedingt steigen....

Insofern werden Sie wohl die Zeit so lange wie der Antrag läuft warten müssen.