von
Beatrix

Hallo,ich brauche dringend einen Rat.
Nach einer Reha wurde ich für dauerhaft Arbeitsunfähig geschrieben,nicht mehr als 3 Std Arbeitszeit.
Vor der Reha ,im Jahre 2007 stellte ich einen Rentenantrag der wegen einer 5 Monatigen Fehlzeit der letzten 5 Arbeitsjahre abgelehnt wurde.
Nun meine FRage:
Spielt diese Fehlzeit bei einem neuen Antrag auf Rente immer noch eine Rolle nach dem Gutachten aus der Reha?
Würde mir ein neuer Antrag aus diesem Grunde wieder abgelehnt werden?
Ich habe 2 Kinder und hatte 27 Jahre Arbeitszeiten,von den mir wie gesagt in den letzten 5 Jahren diese 5 Monate fehlen.
Ich bekomme zur Zeit Grundsicherung.
Ich danke im Vorraus für jede Hilfe
Gruß Beatrix

von
Klaus Richter

Sie wurden sicher als dauerhaft ERWERBSunfähig entlassen und nicht als dauerhaft arbeitsunfähig.

Soviel schon mal zur Begrifflichkeit...

Wenn Sie die versicherungs rechtlichen Voraussetzungen für den Bezug einer EM-Rente nicht erfüllen ( und das sind nun mal 36 Monate Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren VOR Eintritt der Erwerbsminderung ) , wird ihnen auch ein erneuten Rentenantrag nichts nützen.

Ob Sie medizinisch für eine Rente in Frage kämen
ändert leider daran nichts...

Info :

Medizinische Voraussetzungen:

Die medizinischen Voraussetzungen für eine volle Rente wegen Erwerbsminderung liegen bei Ihnen vor, wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können.

Die Deutsche Rentenversicherung prüft das anhand ärztlicher Unterlagen. Eventuell fordert sie weitere Gutachten an und stellt dann Ihr Leistungsvermögen fest.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen :

Neben den medizinischen sind außerdem folgende versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erforderlich:

Sie müssen mindestens 5 Jahre versichert sein (Wartezeit).

In den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein

Für die Wartezeit zählen mit:

Beitragszeiten (Pflicht- und freiwillige Beiträge)
Kindererziehungszeiten
Zeiten aus dem Versorgungsausgleich und dem Rentensplitting unter Ehegatten
Zeiten geringfügiger Beschäftigung mit Beitragszahlung des Arbeitnehmers
Zeiten aus Zuschlägen für eine geringfügig versicherungsfreie Beschäftigung (400-Euro-Job)
Ersatzzeiten (zum Beispiel Kriegsdienst, Kriegsgefangenschaft)

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Sie die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 5 Jahren vorzeitig erfüllt. Das ist der Fall, wenn Sie

1.wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung oder wegen politischen Gewahrsams vermindert erwerbsfähig geworden sind. Grundsätzlich genügt hier schon ein einziger Beitrag zur Rentenversicherung, bei einem Arbeitsunfall oder Eintritt einer Berufskrankheit nur, wenn Sie zum Zeitpunkt des Unfalls oder der Erkrankung versicherungspflichtig waren; anderenfalls müssen Sie mindestens 1 Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten 2 Jahren davor gezahlt haben.

2.vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden sind und in den letzten 2 Jahren vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge haben. Der Zeitraum von 2 Jahren vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres bis zu 7 Jahren.

Sonderregelung :

Wer schon vor Erfüllung der Mindestversicherungszeit (= 5 Jahre) wegen einer Behinderung nicht (mehr) erwerbsfähig ist, kann einen Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung haben, wenn er bis zur Erfüllung der Wartezeit von 20 Jahren ununterbrochen voll erwerbsgemindert geblieben ist. Diese Regelung betrifft besonders Beschäftigte in einer Werkstatt für behinderte Menschen.

Experten-Antwort

Hallo Beatrix,

um Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung zu haben, benötigt man unter anderem in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit 3 Jahre Pflichtbeiträge.
Es ist in Ihrem Fall wichtig zu wissen, ab wann die Erwerbsunfähigkeit eingetreten ist. Dieses Datum wird durch den Arzt bestimmt und ist auf einer der letzten Seiten des Entlassungsberichtes angegeben. Wenn es sich bei diesem Datum auch wieder um das gleiche Datum, wie 2007 handelt, käme der Rentenversicherungsträger zu dem gleichen Ergebnis.

MfG

von
Beatrix

Hallo,lieben Dank für Ihre Antwort.
Nein 2007 war ich noch nicht dauerhaft Arbeitsunfähig.
Dieses wurde erst nach der Reha 2008 und einer 60% Schwerbeschädigung festgelegt.
Ich stellte nach der Reha keinen erneuten Antrag weil ich glaubte das es nichts ändern würde.Nun hörte ich das es keine Rolle mehr nach diesem Gutachten spielt und ich somit einen neuen Antrag stellen könne.
Da ich aber keinerlei Ahnung davon habe bin ich für jede Hilfe dankbar die mir sagen kann was ich machen soll und ob es zu einem Erfolg führen kann.
Lieben Dank,Beatrix

von
Beatrix

Hallo..DANKE..ja stimmt..dauerhaft Erwerbsunfähig.
Also macht es keinen Sinn einen erneuten Antrag zu stellen?
Ich bin jetzt 52 Jahre...wann kann ich dann wieder einen tellen?
Sorry und Danke,Beatrix

Experten-Antwort

Hallo Beatrix,

damit Sie Gewissheit erlangen können, empfehle ich einen Besuch in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung. Die Adresse erhalten Sie im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de.
Die KollegenInnen vor Ort können sich den Sachverhalt genau anschauen.

MfG

von
Brüggensmeier

Haben Sie denn seit 2007
noch mal gearbeitet und damit PFLICHTbeiträge gezahlt ?

Wenn Sie in der ganzen Zeit seit 2007 natürlich nicht mehr gearbeitet haben bzw. konnten , fehlen ihnen diese 5 Monate ja sowieso bis heute und die Sache ist dann aussichtslos.

Es wäre natürlich besser gewesen gleich nach der Reha in 2008 einfach wieder einen neuen EM-Antrag zu stellen und das ganze noch mal überprüfen zu lassen .

Das war natürlich ein großer Fehler , das Sie damals in 2008 keinen neuen EM-Antrag gestellt haben. Der wäre ja medizinisch zumindest sicherlich durchgegangen...

Mehr als noch einmal aus nur versicherungsrechtlichen Gründen abgelehnt werden, hätte er ja nicht können...

Aber auch wenn die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen jetzt heute für eine EM-Rente vorliegen würden, wäre das Rehaergebnis von vor 2 Jahren ( aus 2008 ) sicher nicht mehr relevant und es müsste hier sowieso wieder völlig neu medizinisch ihre Erwerbsfähigkeit überprüft werden.

Und da ist die Frage ob heute bei ihnen eben überhaupt noch volle EM vorliegt.

Kein einfacher Fall also.

Lassen Sie sich doch mal beim VDK, SoVD ( günstig ) oder einem Anwalt ( teurer ) ausführlich beraten.

Ohne alle genauen Einzelheiten zu kennen, kann man hier im Rahmen dieses Forums nicht korrekt antworten.

Alles Gute und viel Erfolg.

von
Beatrix

Hallo..DANKE für diese ausführliche Antwort.
Ich werde Ihren Rat befolgen und mich Fachmännisch beraten lassen.
Schönes WE und nochmal danke
Beatrix

Experten-Antwort

In Ihrem ersten Beitrag sagten Sie, dass Sie Grundsicherung erhalten.
Wenn das die "Grundsicherung für 65 jährige oder auf Dauer voll Erwerbsgeminderte" ist, erübrigt sich m.E. jede weitere Prüfung, weil in diesem Fall bereits damals geprüft wurde, dass Sie voll erwerbsgemindert sind. Sie erhalten nur deshalb keine EM Rente, weil Sie zum damaligen Zeitpunkt zu wenig Beiträge hatten.

Ist das so, müssten Sie in der Zwischenzeit wieder gesund geworden sein, nun die fehlenden Beiträge haben und heute erneut voll erwerbsgemindert sein, was ich doch für sehr, sehr unwahrscheinlich halte.

Beziehen Sie hingegen die "Grundsicherung für Arbeitslose (Hartz 4)", kann alles ganz anders aussehen....Sie sehen, es ist bei jeder Fragestellung im Forum natürlich auch ganz wichtig, die korrekten Begriffe zu verwenden und nicht Äpfel und Birnen zu vermischen.