von
Schumacher

Wir haben seit 2001 beim Deutschen Herold eine Wertpapier Plus Rente ( 100 % DWS Fonds ). Zusätzlich seit 2004 noch ein Vorsorge Invest ( wie oben ). Ich bin jetzt 47 Jahr alt. Wozu raten Sie mir ? Weiterlaufen oder stoppen.

von
Maria L.

Hallo,

von den Betreibern dieses Forums werden Sie keine konkreten Anlageempfehlungen erhalten. Sie beziehen sich vermutlich auf die Finanzmarktkrise? Diese sollte kein Grund sein, bestehende Fondssparpläne aufzugeben. Gerade jetzt erwirbt man doch Fondsanteile zu günstigen Kursen. Sie sind doch offenbar noch "jung" genug, um bis zur Rente ein Vermögen aufzubauen. Irgendwann steigen die Kurse schon wieder, auch wenn niemand voraussagen kann, wann das sein wird.

Von fondsgebundenen Versicherungen würde ich zwar eher abraten, aber wenn man schon so eine Versicherung hat, ist eine Kündigung teuer und sollte nicht übereilt erfolgen.

Zum Thema Fondssparen können Sie sich anbieterunabhängig auf folgender website informieren:

www.finanzuni.org

Anbieterabhängig bekommen Sie evt. Rat auf folgender website:

www.gegen-altersarmut.de

Eine allgemeine website zum Thema Altersvorsorge finden Sie auch hier:

www.wertpapier-forum.de

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Maria L. hat vollkommen Recht.
Sie sparen schon seit 2001 und damit schon seit gut 8 Jahren. Das ist eine lange Zeit, in der Sie schon einiges Kapital angespart haben.
Dabei haben Sie auch noch fast zwanzig Jahre bis zur Rente - und damit noch genügend Zeit, eventuell bis heute anfallende Verluste auszugleichen - Fondsanteile kaufen zu günstigen Einstiegskursen.

Bleiben Sie einfach dabei und besparen Sie Ihre Fonds weiter...es ist wie mit dem guten Wein...die Reife kommt erst mit dem Alter.
Oder das Bespiel Ehe...treu bleiben...in guten wie in schlechten Zeiten.
Verlieren Sie also nicht die Geduld. Das kostet nur Rendite.

Nix

Experten-Antwort

Die Deutsche Rentenversicherung kann und darf Ihnen keine konkreten Anlageempfehlungen geben.

von
Familienschutz

MEINE persönliche Meinung, keine Anlageempfehlung: ich würde auf jeden Fall aussteigen denn: Fondssparpläne sind eine Art Wette: ob Sie diese gewinnen hängt einzig davon ab, wie die Aktienkurse kurz vor ihrer Rente stehen. Auch die Exit-Strategien der Anbieter verschieben das Problem nur um einige Jahre. Wenn Sie in ihren Vertrag schauen werden Sie feststellen, dass Sie noch nicht einmal ihre eingezahlten Beiträge erreicht haben! Schließen Sie einen Riester-Banksparplan (z.B. bei der Sparkasse Pfullendorf) ab. Der ist ohne Risiko, mit einer akzeptablen Verzinsung und vor allem ohne Kosten. Bei den Fonds werden Ihnen jedes Jahr mind. 1% vom Vermögen abgezwackt, ob die Kurse steigen oder nicht.

von
Nix

Wie Sie User Schumacher dazu raten können, auszusteigen, ist mir vollkommen unverständlich und absolut verantwortungslos.
Bedenken Sie die Abschlusskosten, niedrigen Rückkaufwerte und sonstigen Verluste, die bei einem Ausstieg in der aktuellen Wirtschafts- und Börsenlage sich auswirken werden.
Nämlich negativ.

Deshalb kann die Empfehlung nur lauten:
Mit 47 Jahren hat User Schumacher noch ganze 13 Jahre bis zum 60.Lebensjahr und bis zum 65. Lebensjahr. Aktienfonds steigen schonmal in einem Jahr um 30%, natürlich fallen Sie auch schonmal genausoviel. Aber über 13 bis 18 Jahre bis zur Rente ist noch viel Spielraum nach oben - von den zusätzlich Ansparraten bis dahin mal abgesehen.

Aus diesem Grunde ist eine Vertragskündiung zum aktuellen Stand das Schlechteste, was man machen kann.

An Schumacher:
Wenn Sie unsicher sind und wirklich unabhängige Beratung haben wollen, melden Sie sich einfach unter www.verbraucherzentrale.de.

Da wird man Ihre Verträge und aktuelle Vermögenssituation analysieren und Ihnen einen unabhängigen Rat geben.

Nix

von
Familienschutz

Hallo Nix,
ist mir schon klar, dass ich damit einen Haufen Widersprüche ernte aber die Aussage, man müsse nur lange genug warten bis die Aktien wieder alte Höchststände erreichen ist nicht bewiesen. Die Aktienhausse seit 1980 ist m.E. nicht wiederholbar und sollte für zukünftige Entwicklungen nicht herangezogen werden. Ich glaube kaum, dass die einseitige Bevorzugung der Shareholder weiter Bestand haben kann. Zu behaupten, die Kurse würden sich schon irgendwann erholen ist reine Spekulation und 13 Jahre sind für Aktienanlagen eine zu kurze Laufzeit. Die angesprochenen Verluste bestehen in erster Linien in den horrenden Abschlußkosten und diese sind, so oder so verloren. Die kommen auch nicht wieder in den Vertrag wenn dieser durchgehalten wird. Wichtig ist bei solchen Empfehlungen, was im Gegenzug mit dem Geld und den künftigen Sparraten gemacht wird. Beim Sparkassen-Riestervertrag geht 0 Euro an Kosten drauf. Das vorhandene Geld kann z.B. dazu genutzt werden um jährlich den Höchstbetrag (2100) einzuzahlen. Hier wird ein guter Teil der "Verluste" recht schnell wieder zurückgewonnen.
Mfg

von
Nix

Ja, so gesehen haben, Sie sicher Recht.
Im TIEFPUNKT EINER KRIESE würde ich aber dennoch nicht den Vertrag kündigen.

Aber deshalb war ja auch mein Rat "Verbraucherzentrale".
Viele Grüsse
Nix