von
Kostenüberprüfer

Guten Tag.

Nach ca. 10 Monaten Bearbeitungszeit wurde mir eine Reha genehmigt.
Der Termin steht noch nicht fest, vermutlich beruft man mich aber wohl sehr schnell ein, habe ich erfahren. Mit der Klinik habe ich schon telefoniert und mich extrem gestritten mit der garstigen Person am anderen Ende der Leitung. Es war unmöglich, Antworten auf meine Fragen dort zu erhalten. Ich solle mich unterordnen, die Zuteilung des Termins abwarten und tun, was mir gesagt würde. Jede konkrete Aussage wurde vermieden. Das war schon etwas befremdlich. Die psychosomatische Klinik steht u.a. für sehr viel Sport und irgendwelche Bädertherapien. Aufgrund seelischer Belastungen, die aus der Kindheit resultieren, kann ich keine öffentl. Badeeinrichtungen besuchen, der Versuch bereits würde Panikattacken auslösen. Es ist mir egal, wie schön das andere finden, mich bringen keine zehn Pferde ins Wasser. Mit vielen Sportarten außerhalb des Wassers kann ich mich auch schwer anfreunden, so kann ich mir nichts Peinlicheres vorstellen als eine Tanztherapie. Außerdem habe ich Probleme mit dem linken Fuß, da wurde in meiner Kindheit eine OP vergeigt. Rennen, Springen, Hüpfen ist eigentlich ausgeschlossen. Nordic Walking würde von mir aus gehen, wenn die Strecke nicht zu weit ist, denn sonst schmerzt das Fußgelenk.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wieviel Therapie darüberhinaus überhaupt noch übrig bleiben würde - aber wie ist es denn rechtlich, kann ich einzelne Therapieformen ablehnen oder erwachsen mir daraus Nachteile? Man liest ja immer von bestimmten Mitwirkungspflichten. Ich möchte nicht am Ende mit einer Rechnung von 8000,- € dastehen. Da sage ich lieber noch ganz schnell die ganze Reha ab. In den langen Wartemonaten habe ich durch Neueinstellung der Medikamente und durch ambulante Therapie ohnehin große Fortschritte erzielt und denke, dass ich relativ bald wieder eine Arbeit aufnehmen kann, notfalls ohne Reha.

Also wie ist es, kann man relativ frei bestimmte Therapieformen ablehnen?

Beste Grüße.

von
Schade

Zunächst mal: auf irgendwelchen Kosten bleiben Sie nicht hängen wenn Sie eine Reha abbrechen oder ablehnen - das mit 8000 € ist also völlig unbegründet und aus der Luft gegriffen.
Eine Reha passiert freiwillig, wer nicht will sagt besser ab oder bricht ab, wenn er mit Klinik und Therapieangebot (warum auch immer) nicht klar kommt.

Über Sinn und Unsinn einzelner Therapien müssen Sie sich vor Ort mit den Ärzten und Therapeuten auseinandersetzen. Das im Vorfeld sei es im Forum, sei es mit der Verwaltung der Klinik) schon ausdiskutieren zu wollen, macht wenig Sinn - so gesehen kann ich mir gut vorstellen wie das zitierte Telefonat gelaufen ist. :)

Sie sollten allerdings auch unvoreingenommen und offen an die Sache herangehen.

So wie ich Ihr Schreiben interpretiere ist das nicht so und nach meinem Gefühl könnten Sie "das ganze auch sein lassen".....

Denn dass eine Reha kein Wellness / AI Urlaub ist, sollte natürlich klar sein.

PS: wenn Sie eh wissen was Ihnen gut tut und was nicht, hatten Sie doch bereits 10 Monate Zeit Ihr Wissen im Sinne der Gesundung einzusetzen.

von
Rentner1956

Ich kann über manche Fragesteller wirklich nur den Kopf schütteln. Hier erwächst sich mir der Eindruck, das jemand Leistungen beziehen will, aber selber keine Gegenleistung erbringen möchte.Einfach nur den Staat abzocken. Der Antwort von Schade ist nichts mehr hinzu zufügen.

von
Kostenüberprüfer

Sie können sich sicher vorstellen, dass mich Ihre despektierliche Meinung ungefähr soviel interressiert wie der berühmte Sack Reis, der irgendwo am anderen Ende der Welt umfällt. Ich bewundere aber ganz sicher (...) Ihre unnachgiebige und übermotivierte Persönlichkeit, die Sie dazu verleitet hat, diesen unsachlichen, respektlosen und absolut abstoßenden Beitrag zu verfassen. Wenn sie nichts Sachliches beizutragen haben, wieso geben Sie sich dann die Mühe, wildfremde Personen zu beleidigen? Ist das der Mühe wert, bereichert das Ihr Leben auf irgendeine obskure Art und Weise? Mein Leben und das Leben all derer, die Ihren Beitrag lesen müssen, wurde ganz sicher nicht bereichert, im Gegenteil, es kostet einfach nur unnötig Zeit, diesen Schmutz lesen zu müssen.

Ich möchte einzelne Therapien ablehnen, vor allem aufgrund großer Ängste, die mit wirklich schlimmen Kindheitserinnerungen zusammenhängen. Das ist alles. Was ist daran Staatsabzocke?

Das Ziel einer psychosomatischen Reha sollte es meinem Verständnis nach sein, Menschen, die relativ weit unten angekommen sind dank ihrer Probleme, aufzupeppeln - man sollte ihnen die Möglichkeit geben, aufzustehen und nicht am Boden liegen zu bleiben. Das bedeutet, man sollte wieder dahinkommen, das Leben selbst im Griff zu haben, Initiative ergreifen zu können. Eigene Entscheidungen (!) treffen zu können - für sein eigenes Leben. Nicht mehr fremdbestimmt Leben muss das Ziel doch sein! Man darf doch nicht abhängig von der Krankheit bleiben, abhängig z.B. von Depressionen - und abhängig von krankmachenden, angstmachenden Einflüssen durch Personen, abhängig gemacht durch bestimmte äußere Umstände. Stattdessen sollte man doch lernen, selbst zu entscheiden, welchen Einflüssen man sich weiter aussetzen will und kann (!) im Leben. Man muss lernen, Entscheidungen zu treffen, was man im Leben tun und erleben will - und was eben nicht.

All das muss Teil des Konzepts sein, um Leute wieder zurück ins Arbeitsleben zu führen. Und genau dorthin möchte ich wieder.

Und das führt mich zum Thema Tanztherapie, von der ich nicht begeistert bin:
Als mündiges Elternteil schicke ich informierterweise vielleicht auch absichtlich mein Kind nicht zur Waldorfschule, u.a., weil diese Eurythmie-Stunden mir wie esoterischer Humbug vorkommen. Ich lasse anderen die Entscheidung für deren Kinder. Aber: wenn ich jetzt nichts davon halte, dann setze ich meine Kinder diesem Tanz-Zeug eben nicht aus.

Wenn ich mich (depressiverweise) allem zustimme, was andere mir aufzwingen wollen, was aber gegen mein Wohlbefinden geht, was soll das für eine Therapie dann sein? Die eine Therapieform, die mein Ehrgefühl massiv verletzen würde, die andere, die Panikattacken auslösen würde, dem soll ich mich aussetzen? Auf diese Weise kommt niemand ins Arbeitsleben zurück, sondern bleibt ein weiteres Jahr krankgeschrieben, lebt von ALG I oder ALG II. Das ist doch das Dümmste, was man verlangen kann von einem kranken, hilfsbedürftigen Menschen! Situationen, die zur völligen Zerstörung des Selbstwertgefühls führen würden, dem setze ich mich doch nicht blindlings aus! Ich gehe ja auch nicht in den Boxring und lasse mich zu Brei schlagen!
Wenn Sie diesen Vergleich nicht akzeptieren, dann nenne ich Sie heuchlerisch. Die Psyche kann durch bestimmte Situationen / Umgebungen - d.h. durch eine Art psychischer Gewalteinweirkung Schaden nehmen, ganz genauso, wie der Körper durch körperliche Gewalt schaden nimmt!
Sie würden doch eine Person mit 350kg Gewicht auch nicht zum Joggen schicken! Die Gelenke würden zerstört, vermutlich würde sich die Person nach wenigen Metern schon das Bein brechen durch die Belastung, von der Belastung des Kreislaufes ganz zu schweigen.

Ein 350kg - Mensch kann sich nicht einreden, alles zu können. Er kann sich nicht einreden, von einem Moment zum anderen losrennen zu können, vermutlich würde auch der Versuch Rad zu fahren kläglich scheitern. Man muss seine Grenzen kennen.

Meine Grenzen sind mir eben in manchen Punkten klar: Ich gehe nicht ins Wasser und in einer Gruppe zu tanzen als Therapie, das ist einfach nur angsteinflößend, ich würde vor Scham zusammenklappen und einen Nervenzusammenbruch erleiden. So, wie eine 350kg-Person einen Herzinfarkt vielleicht hätte beim Versuch "normal" Sport zu treiben.

Es ist ja nicht so, dass ich alles ablehne. Es sind einzelne Therapieformen, die ich mit meiner Psyche einfach nicht mitmachen kann.

Bitte unterlassen Sie weitere abscheuliche Antworten.

von
Rentner1956

Sie sind einfach nur peinlich schlichtweg ein Schmarotzer

von
meinEigener

@Rentner1956: Was soll das???? Man sollte nicht sofort von sich auf andere schließen ;-)

@Kostenüberprüfer: Ich verstehe nicht warum Sie mit einer solchen Problematik in eine REHA gehen und nicht in ein Akutkrankenhaus.
Ihr Posting liest sich, als steckten Sie mittendrin und eine REHA ist doch eher eine Festigung von Erlerntem.
Ihren Eindruck bezüglich Therapien möchte ich widersprechen. Man wird versuchen Ihnen zu helfen Dinge wieder anzugehen, aber man wird Sie bei Vermeidungsstrategien nicht unterstützen. Das wäre nicht zielführend und würde Angst- und Panikattacken noch verstärken, bzw. manifestieren. Evtl. sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen ob für Sie nicht ein Aufenthalt in einer Fachklinik für Traumata geeignet wäre.

Ich bin schon ein großes Stück dieses Weges gegangen und egal wer Ihnen irgendwann was angetan hat: SIE haben das Recht weiterzugehen und das Leiden abzulindern.

Liebe Grüße und alles Gute!

von
Schorsch

Zitiert von: Kostenüberprüfer

....das er ein Querulant ist.

Sagen Sie besser die ganze Reha ab.

Die anderen Patienten, das medizinische Personal, sowie die Solidargemeinschaft der Beitragszahler werden es Ihnen danken!

von
HotRod

Zitiert von: Rentner1956

Sie sind einfach nur peinlich schlichtweg ein Schmarotzer

SO ist es !

von
Elisabeth

Du solltest deine Probleme gleich beim Aufnahmegespräch ansprechen.

von
???

Einzelne (!) Therapieformen kann man natürlich immer ablehnen - bei Ihnen ist es aber ein ganzes Paket, dass Sie nicht wahrnehmen wollen. Von daher befürchte ich wie Sie, dass die Kur an sich Ihnen nicht viel bringen wird, da wahrscheinlich nicht mehr viel für Sie übrig bleiben wird, was noch geht.
Sie sollten die Situation mit Ihrem behandelnden Arzt/Therapeuten besprechen. Vielleicht kann der Ihnen einen vernünftigen Rat geben, was Sie am Besten tun sollen. Inwieweit Sie sich aus therapeutischen Gründen zwingen sollten, Ihnen unangenehme Dinge zu tun und ob die dargestellten Probleme nur Ausdruck einer uneingestandenen Vermeidungstaktik der Kur sind, kann hier schließlich keiner beurteilen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

natürlich kann Sie niemand zwingen, an einzelnen Therapien teilzunehmen. Allerdings kann durch eine starke Verweigerungshaltung der Erfolg der Gesamtmaßnahme in Frage gestellt werden, so dass eine sinnvolle Reha nicht zu erwarten ist. Bei einem Abbruch der Leistung entstehen Ihnen grundsätzlich keine Kosten.

Sollten Sie jedoch von der Krankenkasse, der Agentur für Arbeit oder dem Rentenversicherungsträger (im Rahmen eines Rentenverfahrens) zur Antragstellung aufgefordert worden sein, können Ihnen wegen der Mitwirkungspflichten Sozialleistungen (Krankengeld, Arbeitslosengeld, Rente) verweigert werden.

von
Rentner1956

Sämtliche Leistungen streichen ist der einzig richtige Weg der bei so einer Einstellung sinnvoll ist Hier wird die Solidargemeinschaft ausgenutzt

von
=//=

@Kostenüberprüfer: Ich verstehe nicht warum Sie mit einer solchen Problematik in eine REHA gehen und nicht in ein Akutkrankenhaus.
Ihr Posting liest sich, als steckten Sie mittendrin und eine REHA ist doch eher eine Festigung von Erlerntem.
Ihren Eindruck bezüglich Therapien möchte ich widersprechen. Man wird versuchen Ihnen zu helfen Dinge wieder anzugehen, aber man wird Sie bei Vermeidungsstrategien nicht unterstützen. Das wäre nicht zielführend und würde Angst- und Panikattacken noch verstärken, bzw. manifestieren. Evtl. sollten Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen ob für Sie nicht ein Aufenthalt in einer Fachklinik für Traumata geeignet wäre."

Das sehe ich genauso. Was ich nicht verstehe, weshalb im Reha-Antrag (bzw. vermutlich eher im Widerspruchsverfahren nach 10 Monaten?) von Ihnen UND Ihren Ärzten nicht angegeben wurde, bei welchen Therapien Sie Panik-Attacken oder Ähnliches erleiden? Das kann ja niemand von der DRV oder der Klinik, ohne Kenntnisse davon zu haben, ahnen.

Im Übrigen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass bei einer psychosomatischen Reha-Maßnahme nicht nur Gespräche geführt werden. Dazu würde auch eine ambulante Therapie oder eine Tagesklinik oder eine Akutklinik ausreichen.

Vielleicht sollten Sie sich auch mal klar machen, dass Körper UND Geist zusammen gehören und gerade deshalb so viele körperliche Therapien durchgeführt werden. Googeln Sie das doch mal spasshalber.

Sie sagen im voraus, dass Sie an diesen Sporttherapien unmöglich teilnehmen können. Haben Sie es denn schon mal probiert??? Außerdem ist das kein Hotel mit gesunden Hotelgästen, die Sie evtl. auslachen. Jeder wird sein Päckchen zu tragen haben. Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass es bei der Tanztherapie auf Ästhetik und Können ankommt. Wie gesagt, probieren geht über studieren.

Wenn Sie sich aber partout gegen die meisten Therapien sträuben, sollten Sie zum Wohle anderer kranker Menschen, die gerne die "Strapazen" einer solchen Reha auf sich nehmen und gesund werden wollen, auf die Reha verzichten.

von
Worpswede

Hallo Kostenüberprüfer,

ich würde an deiner Stelle erst einmal unvoreingenommen die Reha antreten. Ich war 2 mal in einer Psychosomatischen Reha und die Ärzte haben die Therapien mit den Patienten abgesprochen. Ich habe nie wirklich Probleme damit gehabt. Aber ich ließ mir auch nichts überstülpen. Das ging gar nicht.
Darum, Panik schieben brauchst du nicht
An die anderen, die mit Beleidigung und Beschimpfung auf die/den TE reagiert. Was erdreistet ihr euch so zu einem Menschen öffentlich zu schreiben. Der oder die TE hat seine/ihre massiven Probleme erläutert. Ich möchte nicht erleben, wenn jemand eine Panikattacke bekommt, weil ich nicht weiß, wie man einer Person helfen kann. Außerdem kennen wir alle den oder die TE nicht.
Kostenprüfer, falle aber bitte nicht mit der Türe ins Haus, sondern warte, was dir angeboten wird.
MfG Worpswede