von
Maja

Guten Tag,

ich habe mal eine Frage:

Bin seit über 20 Jahren psychisch krank. Auch kommt eine körperliche Erkrankung hinzu, die sich gegenseitig mit der psychischen Erkrankung aufstachelt.
Seit Anfang des Jahres habe ich nun den hartnäckigsten Schub und war bereits in einer Tagesklinik, aus der ich als arbeitsunfähig entlassen wurde.
Ich habe eine instabile Persönlichkeitstörung (neue Diagnose) vom Typ Borderline, Traumtische Belastungsstörung, Angst und Panikattacken ausgelöst u. A. durch meine Allergien (wird grade ausgetestet, ob eine Intoleranz und Stoffwechselstörung vorliegt), leicht paranoide Tendenzen, mittelgradige Depression...

Das Problem ist nun, dass ich einen 3 jährigen Sohn habe, der ebenfalls grade auf seine Entwicklung hin untersucht wird. Er kann mit sich verändernden Situationen nicht umgehen und wird dann agressiv, so dass ich zum jetzigen Zeitpunkt in keine stationäre Reha möchte, weil er dann zu sehr darunter leiden würde.Er ist extrem fixiert auf mich. Mir wurde vom Therapeuten eine Klinik für Mutter- Kind- Therapie ans Herz gelegt (beim Erstgespräch). Für solch eine intensive Therapie über längeren Zeitraum fühle ich mich lange nicht stabil genug. Auf Grund meiner Medikamentenunverträglichkeiten kann ich keine Psychopharmaka nehmen. Diese haben mich bereits per RTW ins Krankenhaus gebracht.

Meinen Sie, es besteht die Möglichkeit, bei dieser speziellen Situation direkt eine EM- Rente bewilligt zu bekommen? Damit ich wieder auf die Beine komme.

Mit freundlichen Grüßen

Maja

von Experte/in Experten-Antwort

Grundsätzlich können Sie auch ohne vorherige Reha direkt einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung stellen.

Ob Ihr Antrag bewilligt wird, können wir hier im Forum leider nicht beurteilen.

von
=//=

Selbstverständlich können Sie auch gleich eine EM-Rente beantragen. Das Problem bei diesem Krankheitsbild ist aber, dass Sie EVTL. zunächächst eine Reha-Maßnahme durchführen müssen, da ambulante Maßnahmen (Psychotherapie etc.) nicht geholfen haben.

Ihr Therapeut hat Sie wohl nicht ausreichend informiert. Sie können eine Reha-Maßnahme beantragen UND natürlich Ihr 3-jähriges Kind mitnehmen. Vermutlich wird eine längere Reha-Maßnahme unumgänglich sein und sofern eine solche bewilligt wird, sollten Sie sie auch unbedingt durchführen. Sie haben keine Ahnung, wozu Sie in der Lage sein werden (längere Zeit durchhalten). Die Kliniken sind spezialisiert auf diese Erkrankungen und bekommen solche Sätze bestimmt öfter zu hören.

Wenn Sie wirklich wieder ein besseres Leben führen möchten - auch Ihrem Sohn zu Liebe - beantragen Sie zunächst eine Reha-Maßnahme.

Sofern der Arzt der DRV feststellt, dass sich Ihr Leistungsvermögen auch durch eine Reha nicht mehr verbessern wird, besteht evtl. ein Rentenanspruch, z.B. auf Zeit.

von
Maja

Hallo,

ja, die Möglichkeit ist mir bewusst. Wozu ich in der Lage bin weiß ich. In den letzten 20 Jahren musste ich mir auf Grund langer Wartelisten meist selbst helfen. Und wurde mit Medikamenten zugedröhnt... Aber außer Nebenwirkungen haben die leider nichts gebracht.(und ich habe wirklich einiges ausprobiert)

Was die Betreuung meines Sohnes angeht hatte ich bereits geschrieben, wieso das in der Form nicht möglich ist.
Er hat bereits unter der Situation gelitten. als ich in der Tagesklinik war und der Tagesablauf sich verändert hat und ich ca. 2 Std. weniger am Tag für ihn da war.
In einer Reha wäre er nicht nur nicht bei mir tagsüber, sondern ganz weg aus seinem gewohnten Umfeld. Das möchte ich ihm nicht antun!
Prinzipiell bin ich allem gegenüber offen, was mir helfen kann.
Leider hat mir die Tagesklinik nicht geholfen. Dort hat man die meisten meiner Probleme unter den Tisch gekehrt.Dort ist man auf andere Krankheitsbilder spezialisiert.

Mir ist am Wichtigsten, dass unserem Kind geholfen wird! Sobald ich wieder stabiler bin, werde ich eher eine Klinik bevorzugen, bei der Mutter UND Kind therapiert werden. Aber auch das ist laut seinem Kinderarzt momentan zuviel für ihn...

Alles leider nicht so einfach! Ich stecke eben in der Zwickmühle zwischen meiner Genesung, aber dabei meinem Sohn nicht unnötig schaden zu wollen.

von
KSC

Stellen Sie den Antrag und warten ab was passiert.

Bietet Ihnen die DRV im Rahmen des Verfahrens eine Reha an, können Sie immer noch entscheiden ob Sie hingehen oder nicht.

Gegebenenfalls tragen Sie die Folgen einer Weigerung = mögliche Rentenablehnung wegen fehlender Mitwirkung.

Da wir jedoch keine Hellseher sind, weiß keiner was wirklich rauskommen wird.

Gute Besserung

von
Silvia

Liegen bei Ihnen die rentenrechtlichen Voraussetzungen einer EM-Rente vor?

Aus welchem Status heraus würden Sie die EM-Rente stellen, sind Sie im Krankengeldbezug/ALG I aufgrund Nahtlosigkeit?

Wie wurde Ihr Kind bisher betreut, z.B. als Sie in der Tagesklinik waren.

aufgrund des Alters des Kindes käme eine Haushaltshilfe, gestellt durch die KK in Frage, damit er in seinem umfeld verbleiben kann, falls Sie doch zu einer stationären Reha sollten und Sie ihm die Umstellung ersparen und ihn nicht mitnehmen möchten.

Sie sollten ein wenig auch nach sich schauen und sich helfen lassen zu gesunden, bei dem multiplen Krankheitsbild, damit Ihr Sohn noch viele schöne Stunden mit und an Ihnen hat.

Alle guten Wünsche schickt Silvia

von
Maja

Hallo,

ich befinde mich zur Zeit im Krankegeldbezug.Die Voraussetzungen für die EM- Rente liegen vor.
Mein Arbeitgeber hat mir während dessen gekündigt. Hätte einen RA bemühen können, aber dazu fehlte die Kraft. Hätte auch wenig Aussicht auf Erfolg gehabt. Habe mich da erkundigt.

Unser Sohn geht in den Kindergarten. Während meiner Tagesklinikbehandlung wurde er von einem Pflegedienst (Haushaltshilfe bewilligt über die Krankenkasse) zum Kindergarten gebracht und dann mittags auch abgeholt und für ca. 2 Stunden betreut bis mein Mann und ich wieder da waren. Diese Zeit hat ihm sehr zugesetzt, obwohl er mit der Hilfe sehr gut klar kam. Deswegen scheue ich diesen Schritt.
Bin momentan auch nicht tatenlos. Es geht mir bereits besser als zu Beginn des Jahres.
Momentan werde ich noch gesundheitlich auf den Kopf gestellt. Denn auch meine körperliche Erkrankung kann natürlich der Psyche enorm schaden.
Es bewegt sich also was.
Ist natürlich sehr viel auf einmal, besonders da wir auch noch einen nahen Angehörigen betreuen wegen einer Demenz Erkrankung.

Ich danke Ihnen für die Antwort und sende freundliche Grüße

Maja

von
Melody

Sie können natürlich die Rente einreichen und werden anschließend sicherlich von der DRV zu einer Rehamaßnahme aufgefordert.
Es bleibt die Möglichkeit, die Reha anzutreten oder aber Sie lassen sich von Ihrem behandelnden Facharzt rehaunfähig schreiben ein paar Tage bevor die Reha starten soll.
Bei mir hat es geklappt, ich war wirklich nicht fähig die Reha anzutreten, die volle EMR auf Dauer habe ich dennoch bekommen.
Alles Gute Ihnen und Ihrem Sohn!

von
Maja

Hallo,

Danke für die Antwort! Zum momentanen Zeitpunkt fühle ich mich dazu ehrlich gesagt auch nicht in der Lage. Ich werde auf alle Fälle weiter an meiner Genesung arbeiten.

Alles Gute für sie!

Maja

von
Herz1952

Hallo Maja,

alles Gute für Sie. Das mit dem "Durchalten" ist von =//= zwar gut gemeint, kann aber die Sache noch verschlimmern, weil Sie schon mehr als genug belastet sind.

Ich kann Ihnen nur wünschen, dass das mit der Rente auch ohne weitere Reha gut klappt.

von
Maja

Hallo Herz1952,

ich Danke Ihnen. Dieses gutgemeinte "halte durch!" empfinde ich mittlerweile als lieb gemeint. Es ist als Aussenstehender schwer nachzuvollziehen, wie es einem in dem Gemütschaos ergehen kann. Ich kann mich trotz eigener Erkrankung auch nicht in alle hinein fühlen.

Mir liegt natürlich meine Genesung am Herzen, aber trotz Allem würde ich dabei nie in Kauf nehmen, dass mein kleines Schätzchen da Schaden durch nimmt.

Ich hoffe auf alle Fälle, dass alles wieder besser wird und arbeite daran. Entweder mit Rente oder- wenn ich mich stabiler fühle und alles körperliche abgeklärt wurde- Rehe/ Klinik.

Freundliche Grüße

Maja