von
Pascal

Hallo zusammen

Ich bin echt schockiert.

Ende september antrag auf em-rente gestellt.Anfang dezember termin bekommen bei der drv selbst zur sozialmedizinischen untersuchung. Dabei wurden von mir alle ärzte,und befundberichte etc. an die drv geschickt.

Der termin bei dem arzt der drv dauerte ganz genau 9!! minuten. Das erschien mir schon sehr merkwürdig.

Zwei wochen später kam postwendend die ablehnung der em-rente aus medizinischer sicht.

Auch eine BU rente wurde geprüft. Da wird geschrieben das ich in meinem bisherigen beruf nicht mehr 6 stunden täglich erwerbsfähig sei.

Aber andere tätigkeiten auf dem allgemeinen arbeitsmarkt könne ich noch in diesem umfang ausüben.

Ist das normal das die drv jetzt im schnelldurchgang diese entscheidungen trifft, sprich neun minuten den arzt gesehen ??

Habe inzwischen die ganze sache einem anwalt übergeben.

Gruß Pascal

Experten-Antwort

Hallo Pascal,

Sie werden sicher verstehen, dass ich als Experte aus der Ferne zu Ihrem Unmut über den Ablauf des Rentenverfahrens, insbesondere der Vorstellung beim Arzt, nichts sagen kann.

Rechtlich ist es aber so, dass seit der Rentenreform 2001 der Berufsschutz für alle Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, abgeschafft wurde. Für Sie gelten jetzt die gleichen Voraussetzungen für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente wie für alle ungelernten Arbeitnehmer. Das heißt, wer noch zeitweise arbeiten kann, muss dies jetzt auch in einem weniger qualifizierten Beruf tun.

von
Pascal

An den Experten

Danke für ihre antwort.

Mein geburtsjahr ist 1957

Experten-Antwort

Hallo Pascal,

sorry, habe aufgrund Ihres Nicknames vermutet, dass Sie nach dem Stichtag für die "Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit" geboren sind.
Wenn Sie tatsächlich nur noch 3 bis unter 6 Stunden täglich in Ihrem erlernten Fachberuf arbeiten können,
kann der Grund für die Rentenablehnung auch darin liegen, dass Sie in sogenannten zumutbaren Verweisungsberufen noch tätig sein können.

von
Seven67

Grundsätzlich ist die zeitliche Länge einer med. Untersuchung/Begutachtung nicht unbedingt massgebend und entscheidend für deren Qualität, aber 9 Minuten erscheint mir doch etwas sehr wenig....

Wenn jemand ganz ganz schwer erkrankt ist und bereits sehr viele Befundberichte etc. vorliegen kann man dies sicher auch in 9 Minuten erkennen - umgekehrt oder in zweifelhaften Fällen ist dies in dieser Zeitspanne sicher nicht möglich !

Das Sie die Sache dann gleich einem Anwalt übergeben haben , der dann ja auch bereits den Widerspruch führt, ist vollkommen richtig .

Wenn Sie bzw. der Anwalt jetzt Widerspruch einlegt , sollte dieser sehr sehr gut medizinisch nachvollziehbar begründet werden. Vielleicht konsultieren Sie dazu noch ihre behandelnden Ärzte.

Das aus der 9 minütigen
" Begutachtung " enstandene Gutachten sollte und wird ihr Anwalt mit absoluter Sicherheit anfechten und
als Entscheidungsgrundlage für eine EM-Rente als nicht relevant erklären.

Es sollte hier auf jeden Fall im Widerspruchsverfahren dann eine erneute Begutachtung stattfinden bzw. von ihrer Seite drauf gedrungen werden !

Allerdings wenn Sie wirklich nicht erwerbsgemindert sind, wird dann diese erneute Untersuchung wohl zu demselben Ergebnis kommen.