von
t-erdmann@web.de

Guten Tag,
wo kann man bitte Informationen finden, wonach die Altersrente denn nun wirklich ermittelt wird ?
Es wird ein Punktesystem verwendet - klar.
Kann man die Verfahren zur Ermittlung dieser Punkte irgendwo in verständlicher Form erklärt bekommen ?
Inwieweit sind die Rentenbescheide für die Zukunft verbindlich ?

Gruß
T. Erdmann

von
Selina II

Das ist nicht so schwierig wie es sich anhört:
1 Jahr verdient mit Durchschnittsverdienst ergibt 1 Punkt.

1 Jahr verdient mit der Hälfte des Durchschnittsverdienst = 0,5 Punkte.

1 Jahr lang doppelt soviel Verdient wie der Durchschnitt = 2 Punkte

Der aktuelle Rentenwert beträgt 26,27

Ergo:

10 Jahre gearbeitet mit Durchschnittsverdienst = 10 mal 26,27 = 262,70 Euro monatliche Rente.

20 Jahre Durchschnittsverdienst = 20 x 26,27

So einfach ist das.

Die genaue Rechnung lautet:

Ihr JahresVerdienst geteilt durch JahresDurchschnittsverdienst x Aktueller Rentenwert.

von
Antonius

"Inwieweit sind die Rentenbescheide für die Zukunft verbindlich ?"

Wie bereits erwähnt, ist der aktuelle Rentenwert vom jeweiligen Durchschnittsverdienst abhängig. Die Renten können also theoretisch steigen aber auch sinken. Eine "verbindliche" Rentenhöhe auf Lebenszeit gibt es also nicht. Und sollte unser Rentensystem eines Tages ganz zusammenbrechen, sind unsere Rentenbescheide gar nichts mehr wert.

von
Schiko.

Der staat errechnet jeweils jährlich den durchschnittsver-
dienst aller deutschen, für das jahr 2007 ( vorläufig)
29.488 ( das jahr ist ja noch nicht zu ende).

Jemand der genau diesen verdienst hat erdient sich einen
EP. ( Entgeltpunkt) somit ab 1.7.2007 €. 26,27 rentenwert.

Beträgt der verdienst 2007 aber 63.000 : 29488 sind dies
2,1365 EP., mithin 56,13 € rentenwert statt 26,27 euro.

Verdienst 40.000 : 29488 1,3565 EP. x 26,27= 35,64
rentenwert( RW.)

Verdienst aber nur €. 21.324 : 29488 = 0,7231 x 26,27
19,00 RW.
Durchschnittsverdienst 2002 war 28626 €. und 40.000
verdienst; 40.000 : 28626 = 1,3973 EP. und 36,71 RW.

Angenommen, es haben sich 45 EP. angehäuft, EP. für geburten,
ausbildungszeiten etc. außer acht gelassen, rechnet sich dies so:
26,27 x 45 jahre 1.182,15 bruttorente. Hier spricht man auch
von der sogenannten eckrente.
Kämen zu den angenommen 45 EP. keine mehr hinzu und wäre bei renten-
beginn in 2011 die rente um 5% gestiegen, der zuwachs
also 1,3135 €. und der neue RW. ( 26,27 + 1,31) 27,58 €. x 45 EP.
die bruttorente 1.241,10 euro.
MfG.

von
lotscher

Hallo Selina II,

es wäre zu schön gewesen, wenn man für den doppelten Durchschnittsverdienst 2,0000 Entgeltpunkte (EP) bekommen hätte.

Eine solche Berechnung gab es seit Mitte der 50iger Jahre bis einschließlich Jahr 2000 nicht mehr.

Im Jahr 1974 konnte man maximal 1,4720 EP bekommen, auch wenn man drei mal so viel wie der Bundesdurchschnitt verdient hat.

von
pro-fess-or

http://www.ihre-vorsorge.de/Themen-2006-Eine-Formel-fuer-die-Rente-Die-Rentenformel.html

Experten-Antwort

Einzelheiten zur Rentenberechnung enthält die Broschüre "Wie berechne ich meine Rente?". Die Broschüre können Sie auf der Internetseite www.deutsche-rentenversicherung.de einsehen bzw. herunterladen.

von
Ludwig1947

Hallo Lotscher,
warum konnte man 1974 selbst bei doppeltem Verdienst keine 2 EP bekommen?
Gruß Ludwig

von
lotscher

Die Ermittlung der für die jeweiligen Jahre von der Bundesregierung vorgegeben Basiswerte wie:
- Bundesdurchschnitt,
- BBG (Beitragsbemessungsgrenze)
orientieren sich nach meiner Kenntnis an der Lohnentwicklung aller Beitragszahler, wobei der Durchschnitt des Vorjahres ins Verhältnis gesetzt wird zum Durchschnitt des Vorvorjahres.

Weil nun offensichtlich die Lohnentwicklung bis 1974 rückläufig war, wurde als Grenzwert für die BBG dieser niedrige Wert festgelegt, der, dividiert man ihn durch den Bundesdurchschnitt für 1974, nur zu 1,4720 Entgeltpunkten (EP) führt.

Wenn also gut verdient wurde, blieb mehr Netto übrig, da oberhalb der BBG ja keine Beiträge mehr für die Rente gezahlt werden konnten.

Ab 1975 ging es wieder nach oben, ab 2003 gibt es wieder mehr als 2,0000 (EP)

Wenn man in Zeiten geringer Einkünfte hohe Grenzwerte für die Rente festlegen würde, profitierten davon nur die Besserverdiener, was nicht unbedingt in gesamtstaatlichem Interesse liegen kann.