von
SolarKraftwerker

Welcher Hinzuverdienst aus selbständiger Tätigkeit wird als Basis für die ungekürzte Rente (Rente nach Altersteilzeit)genommen:
a) Die Einkünfte lt. Anlage GSE der EkSteuererklärung des letzten Jahres vor der Rente für das Folgejahr bzw. die Folgejahre?
b) Die gesamten zu versteuerten Einkünfte Einkünfte einschließlich Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen und Gewerbebetrieb?
c) Das Ergebnis der EÜR?
d) die Hälfte der Erträge nach a) bis c) bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung?

von
Michael1971

Letztendlich maßgeblich für die Hinzuverdienstprüfung ist immer der Steuerbescheid des entsprechenden Jahres.

Als Hinzuverdienst wird dabei die Höhe des Gewinnes (=vor Abzug von der Sonderausgaben und Freibeträge) aus Gewerbebetrieb aus dem Steuerbescheid angesetzt. Ein Verlustvortrag ist z.B. deshalb unbeachtlich.

Bei Zusammenveranlagung ist nur das Einkommen maßgeblich, dass bei Ihnen selbst im Steuerbescheid aufgeführt wird.

von
SolarKraftwerker

Danke Michael1971.
Welches Einkommen wird dabei zugrunde gelegt?
Das vom Vorjahr oder das vom Rentenjahr?
Beispiel: 1. Rentenzahlung im April 2008.
Steuerbescheid für 2008 ergeht irgendwann 2009 oder später.
Wonach wird nun HZV ermittelt. Durch Schätzung oder gewerbliche Einkünfte Basis 2007?

von
Michael1971

Maßgeblich für den Hinzuverdienst 2008 ist der Einkommenssteuerbescheid für das Jahr 2008.

Da dieser in aller Regel noch nicht vorlieg wenn Sie Rente beantragen, werden Sie wohl den letzten Einkommenssteuerbescheid und eine gewissenhafte Schätzung über das Einkommen 2008 vorlegen müssen.

Aufgrund dieser Daten wird dann die Rente unter Vorbehalt gewährt und später mit den exakten Werten aus dem Einkommenssteuerbescheid für das Jahr 2008 rückwirkend überprüft.

Experten-Antwort

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:
Zu a) Es wird auf die Einkünfte des laufenden Kalenderjahres abgestellt.
Zu b) Es wird Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen aus einer Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit oder vergleichbares Einkommen angerechnet. Entscheidend ist daher, dass die Einkünfte z.B. aus Vermietung und Verpachtung etc. beim Einkommen aus Gewerbebetrieb steuerrechtlich berücksichtigt werden. Zu Berücksichtigen ist daher der „Gewinn“ den Sie als Selbständiger aus Ihrem Gewerbebetrieb erzielen.
Zu c) Sofern als Gewinn im Sinne des § 4 Abs. 3 EStG der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben anzusetzen ist, so ist dieser im Rahmen der Prüfung der Hinzuverdienstgrenzen zu berücksichtigen.
Zu D) bei gemeinsamer steuerlicher Veranlagung kommt es darauf an, wem der Gewinn steuerlich zugeordnet worden ist, und ob dies vom Finanzamt so akzeptiert worden ist.