von
sippi0815

Ich komme mal gleich zum Thema. Ich hatte vor 28 Jahren einen Hirntumor. Seit damals hab ich alles versucht auf normalem Wege zu machen, also Realschule, habe eine Ausbildung gemacht und abgeschlossen. Jetzt bin ich seit 14 Jahren arbeitslos. Bekomme nichts bei Zeitarbeitsfirmen, noch sonstwo. Arbeitsamt hilft auch nicht wirklich. Meine Frage ist: Bekannte von mir haben mir gesagt, ich soll doch einen Antrag auf Erwerbsminderung stellen. Was meint Ihr, wie meine Chancen stehen, das so ein Antrag bewilligt wird?

von
Schlaubi123

Der Hirntumor hat ihnen seit 28 Jahren anscheinend keine Einschränkung hinsichtlich der Ausbildung gemacht. Er wird sie jetzt auch nicht daran hindern, irgendeine Arbeit mehr als 6 Stunden ausüben zu können. Ob sie eine Arbeit finden, ist nicht Sache der Rentenversicherung. Daher würde ich sagen, dass sie keine guten Aussichten auf eine EM Rente haben

von
KSC

Keiner im Forum kennt Ihre Chancen auf eine Rente.

Hier kann man nur raten: Stellen Sie im Zweifel nen Antrag, dann wissen Sie in ca 4 Monaten ob die Chance bei 0% = Ablehnung oder bei 100% = Bewilligung liegt.

Fragen Sie Ihre Ärzte, die sollten es am ehesten beurteilen können.

Die Anfrage im Forum ist bei dieser Frage in etwa genauso sinnvoll, wie wenn Sie Ihren Frisör gefragt hätten.

von
W*lfgang

Zitiert von:
Ich komme mal gleich zum Thema.
...womit dieser Satz schon mal gleich sehr flüssig gestaltet worden ist, nämlich überflüssig ;-)

Und, das Jobcenter schaut sich bestimmt nicht 11 Jahre an, dass sich Ihre Hirnströme kontrapunktiv zu Ihrem Arbeitswillen verhalten - eher ist es ja genau umgekehrt *g ...wenn die Behörde ansatzweise eine Einschränkung Ihrer Leistungsfähigkeit gesehen hätte, wären Sie längst zum Gutachter geschickt worden/zwecks Überprüfung der Erwerbsfähigkeit zum EM-Antrag aufgefordert worden.

Also NULL-Chance ...nächste Spassfrage bidde 'n büschen mehr mit Nivea kredenzen.

Gruß
w.
...in Hessen sollte man doch auch anständige Namen wählen können - oder? ;-)

von
Andr*as

Mal abgesehen von den fraglichen Chancen - was sollte ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente bringen? Wenn die DRV tatsächlich volle Erwerbsminderung feststellen sollte, sind anscheinend die Voraussetzungen für eine Zahlung (§ 43 SGB VI) nicht erfüllt. Das Ergebnis wäre der Wegfall von ALG II und als nächstes dann die Grundsicherung. Ob das wirklich erstrebenswert ist?

von
Herz1952

@Andr*as,

Falls es zu EM-Rente käme, wäre das nächste "Aufstockung" als Hilfe zum Lebensunterhalt, wenn EM-Rente auf unbestimmte Zeit, dann "Aufstockung" mit Grundsicherung.

Ob überhaupt ein EM-Rentenanspruch besteht - rein rechnerisch - geht aus den Angaben nicht hervor und wie schon erwähnt, kann die gesundheitliche Situation nicht beurteilt werden.

Ebenso ist es nicht mal ersichtlich, ob Anspruch auf Hartz 4 derzeit besteht (evtl. Haushaltsgemeinschaft). Desgleichen gälte auch für Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung.

Fall sie eine GdB hat, hat sie keine Chance auf einen regulären Arbeitsplatz (Null).

von
Herz1952

Nachtrag

Ich kenne einen Fall mit einem celebrären Anfallsleiden. Ebenfalls Realschulabschluß. Keine Chance auf einen Arbeitsplatz, nicht einmal in einer beschützenden Werkstätte.

Kein Arbeitgeber war bereit ihn einzustellen. Heute ist er ca 65 Jahre. Ursprüngliche Lebenserwartung 30 Jahre.

Deswegen wage ich auch nicht, an der "Story"
irgendetwas anzuzweifeln bzw, in frage zu stellen.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Fall sie eine GdB hat, hat sie keine Chance auf einen regulären Arbeitsplatz (Null).

Es ist für Schwerbehinderte zwar schwieriger zumutbare Arbeit zu finden als für Nicht-Schwerbehinderte, aber keinesfalls aussichtslos.

Sowohl bei meinem früheren Arbeitgeber als auch bei dem Arbeitgeber, bei dem ich seit meiner BU hin und wieder meine Rente aufbessere, sind sogar mehrere fest angestellte Schwerbehinderte beschäftigt.

Sehr seltsam, wenn die Chancen tatsächlich gleich null wären, nicht wahr?

von
Herz1952

Schorsch,

Sie mögen rein theoretisch recht haben. Und wenn ein Behinderter einen Arbeitsplatz hat, kann er diesen durchaus sehr zufriedenstellend ausfüllten.

Aber mit Lücken in der Arbeitsbiografie wird es tatsächlich sehr, sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich etwas zu finden. Lesen Sie doch mal seriöse Zeitungsbericht.

In dem mir bekannten Fall, war es so, dass dieser Mensch sofort erfahrene Hilfe gebraucht hat, um nicht dabei zu sterben.

Heutzutage gehen selbst die Ärzte von Rauschgiftkonsum aus, wenn was ähnliches passiert. So habe ich es bei einer Bekannten erlebt, die es aber geschafft hat, Mathe- und Physik-Lehrerring zu werden. Sie hatte nämlich einen falschen Blutgerinnungsfaktor, (Leiden 5 Faktor, wie die Stadt Leiden), der heutzutage gut behandelt werden kann.

Wenn Sie Ihre Rente noch nebenbei Aufbessern können, dann gönne ich Ihnen das, auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich Sie darum beneide.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Aber mit Lücken in der Arbeitsbiografie wird es tatsächlich sehr, sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich etwas zu finden.

Zitiert von: Herz1952

Fall sie eine GdB hat, hat sie keine Chance auf einen regulären Arbeitsplatz (Null).

Was stimmt denn nun?

Experten-Antwort

Hallo sippi 0815,

auch wir wollen hier nicht spekulieren. Wir sehen aber, dass das Arbeitsamt bzw. Jobcenter Sie bis heute offensichtlich für vermittelbar hält. Daher, wie von KSC vorgeschlagen im Zweifel den Antrag stellen und die Antwort abwarten.
Ob der Antrag im Hinblick auf ergänzende Leistungen oder Grundsicherung sinnvoll ist, war nicht die gestellte Frage und kann an dieser Stelle auch gar nicht beantwortet werden u.a. schon deswegen, da wir die näheren Umstände gar nicht kennen, so z.B. auch nicht, ob Sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

wenn ich Politiker wäre, würde ich die Chance als "Schwarze Null" - also ganz leicht "positiv" einschätzen.

In der Praxis sieht es z.Zt. so aus, dass bei 100 bis 200 Bewerbungen je Arbeitsplatz Behinderte "bevorzugt" aussortiert werden.

So ähnlich hat es ein Personaler einer Zeitarbeitsfirma ausgedrückt. Trotz, dass von diesen Bewerbungen auch Mehrfachbewerbungen bei anderen Firmen "drunter" sind.

Auch sollte man bedenken, dass die Arbeit auch passen muss - im Sinne von "auf den/die Bewerber/in zugeschnitten.

Nach einem Jahr ALG I gilt man sogar als ungelernt. Macht zwar bei manchen Arbeitsplätzen nichts aus, diese sind aber ebenfalls rar gesät.

Im Klartext: Die Tendenz als Behinderter einen Arbeitsplatz zu finden (soll auch zur beiderseitigen Zufriedenheit sein, bzw. Aufgaben und Können sollen passen). geht gegen "0".

Arge intern gelten Behinderte so gut wie nicht vermittelbar.

von
Luna

Hallo , wer kennt sich da aus ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Luna
Hallo , wer kennt sich da aus ?
Luna,

wo ...da oder hier? Ich kenne mich an beiden Orten aus – beantwortet das jetzt Ihre Frage? ;-)

Machen Sie sinnvollerweise eine neue Frage auf (oben links über den Expertenforum "Neues Thema eröffnen") und machen ein paar mehr Angaben, sonst kann Ihnen keiner weiterhelfen. Zitieren Sie ggf. aus Fragen/Antworten und/oder setzten Sie einen Link auf einen älteren Beitrag.

Empfehlenswert ist auch ein Kurs „Internet und Senioren“, wird bei jeder örtlichen VHS angeboten.

Gruß
w.

von
Luna

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Luna
Hallo , wer kennt sich da aus ?
Luna,

wo ...da oder hier? Ich kenne mich an beiden Orten aus – beantwortet das jetzt Ihre Frage? ;-)

Machen Sie sinnvollerweise eine neue Frage auf (oben links über den Expertenforum "Neues Thema eröffnen") und machen ein paar mehr Angaben, sonst kann Ihnen keiner weiterhelfen. Zitieren Sie ggf. aus Fragen/Antworten und/oder setzten Sie einen Link auf einen älteren Beitrag.

Empfehlenswert ist auch ein Kurs „Internet und Senioren“, wird bei jeder örtlichen VHS angeboten.

Gruß
w.

wie läuft die abwicklung , hartz 4 chronisch krank auf dauer krankgeschrieben schwerbehinderung 80 % ohne merkzeichen - jetzt termin sozialpsychatrische Gutachen Gesundheitsamt Hessen - wass passiert wenn nicht mehr erwerbsfähig- kommt dann sozialhilfe - antrag rente ???? dauer wie lange ???ß dann rente oder und dass wars - finanziell wie siehts da aus....jajaja fragen über fragen......wäre dankbar wenn mir dass jemand konkret beantworten kann...ach ja ist die sanktion eigentlich gerechtfertigt ....menschenwürde existenz ??? ich bedanke mich im vorraus und hoffe auf gute sachlich präzise loyale antworten , lg luna

von
Luna

ach ja noch zur info , weiblich 51 jahre

von
W*lfgang

Zitiert von: Luna
hartz 4 chronisch krank auf dauer krankgeschrieben schwerbehinderung 80 % ohne merkzeichen - jetzt termin sozialpsychatrische Gutachen Gesundheitsamt Hessen - wass passiert wenn nicht mehr erwerbsfähig- kommt dann sozialhilfe - antrag rente ?
Luna,

sagte ich nicht was von 'neue Frage stellen' ;-)

Üblicherweise wird Sie das Jobcenter entsprechend dem Gutachten/Gesundheitsamt auf den Rentenweg schicken, wenn Sie von dort auf Dauer für unter 3 Std./täglich für erwerbsfähig gehalten werden. Heißt, Sie sollen/müssen sich anschließend mit der nächsten Beratungsstelle DRV/oder Rathaus - Versicherungsamt in Verbindung setzten, eine EM-Antragstermin vereinbaren und das dann dem Jobcenter nachweisen (Bestätigung über die Antragstellung erhalten Sie und können es dem Jobcenter vorlegen - das hält bis zur Entscheidung über die EM-Rente erst mal still).

Wie lange es dauert, nun, realistisch je nach Auslastung des med. Dienstes der DRV nur 3 Mon. - da können aber auch schon mal 6 Mon. ins Land gehen, ehe Sie weitere Nachricht erhalten/einen Gutachtertermin bei der DRV genannt bekommen.

Rat: Füße stillhalten, alles mitmachen und abwarten!

Sollte eine EM-Rente bewilligt werden (und die 'klein' sein) erhalten Sie ergänzende Sozialhilfe, als HLU (Hilfe zum Lebensunterhalt) oder Grundsicherung - je nach EM-Rentenart; ggf. sind Sie dann aber auch weiterhin Kandidatin beim Jobcenter, wenn es nur eine so genannte Arbeitsmarktrente wäre.

Gruß
w.