von
klausf1954

Hallo
bin 61. habe in den letzten 10 jahren rv pflichtig gearbeiter. habe ein chronisches nervenleiden. myelitis. habe am zum 30.6.2914 mein Job aus gesundheitlichen Gründen selbst gekündigt und den Antrag auf erwerbsminderumgsrente gestellt.( habe gdb 80) dieser wurde abgelehnt. Nun warte ich auf das Ergebnis meines Widerspruches. Lt. tel. Auskunft wird es wohl wieder abgelehnt. Was passiert wenn ich mich arbeitslos melde, aber ehrlicherweise sagen muss das ich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht arbeiten kann? Das Arbeitsamt empfiehlt mir Rente zu beantragen.. Aber dann ... ?

von
klausf1954

Nachfrage dazu. gibt es sowas wie ein Überbrückungsgeld für die zeit bis der rentenantrag durch ist? Aufgrund meines Alters und der Jahre die ich SV pflichtig gearbeitet habe hatte ich 2 Jahre ALG Anspruch. dann wäre ich 63.......

von
KSC

1) Sofern Sie 35 Versicherungsjahre haben, können Sie jederzeit die Altersrente wg Schwerbehinderung beantragen.

2)Wenn die EM Rente abgelehnt wird, heißt das dass Sie grundsätzlich arbeiten können und dann muss das Arbeitsamt das auch so akzeptieren.
Sie stellen sich dem Arbeitsmarkt in dem Umfang zur Verfügung wie die DRV Sie für erwerbsfähig hält.

Ein Problem gibts nur dann, wenn "Sie rumzicken" und bei Arbeitsamt trotz Rentenablehnung darauf bestehen, dass Sie nicht arbeiten können.
Bei Arbeitslosigkeit können Sie bis zu 2 Jahren ALG 1 erhalten.

von
klausf1954

Zitiert von: KSC

Viele Dank!
1) Sofern Sie 35 Versicherungsjahre haben, können Sie jederzeit die Altersrente wg Schwerbehinderung beantragen.
habe ich leider nicht. war dazwischen 15 Jahre selbsstandig.

2)Wenn die EM Rente abgelehnt wird, heißt das dass Sie grundsätzlich arbeiten können und dann muss das Arbeitsamt das auch so akzeptieren.
Sie stellen sich dem Arbeitsmarkt in dem Umfang zur Verfügung wie die DRV Sie für erwerbsfähig hält.

Ein Problem gibts nur dann, wenn "Sie rumzicken" und bei Arbeitsamt trotz Rentenablehnung darauf bestehen, dass Sie nicht arbeiten können.
Bei Arbeitslosigkeit können Sie bis zu 2 Jahren ALG 1 erhalten.
was meinen sie mit "rumzicken"☺ also wenn ich ehrlich sage das ich nicht mehr arbeiten kann.... dann streicht die Arge das Alg, oder? mir geht es um eine Art Überbrückung bis mein EM Rentenantrag durch ist, und sei es mit dem sozialgericht...

von
Andr*as

Zitiert von: klausf1954

was meinen sie mit "rumzicken"☺ also wenn ich ehrlich sage das ich nicht mehr arbeiten kann.... dann streicht die Arge das Alg, oder?

Die Arge gibt es nicht mehr. Die Arbeitsagentur wird Ihren Gesundheitszustand eventuell begutachten lassen. Wenn deren Gutachten sagt, sie sind arbeitsfähig, dann müssen Sie sich der Vermittlung zur Verfügung stellen und sich Ihre Ehrlichkeit verkneifen. Ansonsten gibt es kein ALG 1.

Solange über den Rentenantrag nicht entschieden ist, wird Sie vermutlich eh keiner einstellen.

von
Klausf1954

Danke für die Infos..
Der Hinweis ' Solange der rentenantrag läuft wird mich eh keiner einstellen' ist gut..
D.h.:
- ich melde mich Arbeitslos
- sage aber das ich einen Rentanantrag am Laufen habe
- und erhalte ALG1
- muss dann aber wahrscheinlich immer wieder persönlich hin... obwohl die wissen das ich eigentlich in der Zeit des Rentenantrages nicht vermittelbar bin
- die Wahrscheinlichkeit das sie mich auf Fortbildungen schicken ist auch eher gering?
Fragen über Fragen:-( Gibt es beim Arbeitsamt nicht eine Beratungsstelle, die mir sagt wie ich mich am besten verhalte?!

von
Andr*as

Zitiert von: Klausf1954

- sage aber das ich einen Rentanantrag am Laufen habe

Das ist auf dem Antragsformular anzugeben.

Das andere ergibt sich nach der Einschätzung des Medizinischen Dienstes der Arbeitsagentur. Hält der Sie für länger als 6 Monate arbeitsunfähig, bekommen Sie ALG 1 nach Nahtlosigkeitsprinzip bis zur abschließenden Feststellung, ob eine Erwerbsminderung vorliegt.

Hält der Sie für arbeitsfähig, sollten Sie sich für eine Vermittlung bereit erklären, ansonsten ist es wahrscheinlich, dass ALG 1 abgelehnt wird.

Zitiert von: Klausf1954

- muss dann aber wahrscheinlich immer wieder persönlich hin... obwohl die wissen das ich eigentlich in der Zeit des Rentenantrages nicht vermittelbar bin

Das ist abhängig vom betreuenden Sachbearbeiter. Da die wissen, dass Sie nicht vermittelbar sind, wäre das auch für die sinnfreie Arbeit.

Zitiert von: Klausf1954

- die Wahrscheinlichkeit das sie mich auf Fortbildungen schicken ist auch eher gering?

Fortbildung mit welchem Ziel? Wenn die DRV feststellt, dass Sie erwerbsgemindert sind, wäre das vermutlich herausgeworfenes Geld.

Zitiert von: Klausf1954

Gibt es beim Arbeitsamt nicht eine Beratungsstelle, die mir sagt wie ich mich am besten verhalte?!

Für die Arbeitsagentur sind Sie ein Kostenfaktor (genauso wie für die DRV), die haben zwar eine Beratungspflicht nach SGB 1, aber ob die dieselbe Meinung haben, was für Sie "am besten" ist?

von
klausf1954

Lieber Andreas,
Viele Dank fur die sehr informativen Tips.

Klaus

von
Herz1952

Mit einem GdB 80 kann Sie die Arbeitsagentur nicht sperren, wenn Sie eine angebotene Stelle ablehnen.

In einem früheren Beitrag habe ich geschrieben, "dass Sie keiner mehr will". Das heißt auch, dass Sie kein Unternehmen einstellt. Also ALG I kassieren, solange es geht.

Vielleicht hält der medizinische Dienst Sie für nicht arbeitsfähig oder nur unter 6 Std. Falls es mit dem EM-Antrag jetzt nicht klappt. Wird die Sache nochmal aufgerollt.

Legen Sie der Arbeitsagentur alle Atteste vor, die Sie haben oder bekommen können.

Falls Sie arbeitsunfähig sind, legen Sie dem Amt auch lückenlos alle Bescheinigungen vor.

Mit Leuten, wie Ihnen, kann die Arbeitsagentur doch keinen "Blumentopf mehr gewinnen", heißt ihre Statistik für Vermittlungen erfüllen.

Bleiben Sie "cool". (smile)

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Klaus1954,
prüfen sie bitte an hand Ihrer letzten Rentenauskunft, ob Sie die Wartezeit von 35 Versicherungsjahren erfüllen. Sie haben dann Anspruch auf eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Sollte diese Wartezeit nicht erfüllt sein, besteht derzeit nur die Möglichkeit, die Rente wegen Erwerbsminderung - vor dem SG - durchzufechten. Da Sie Ihren Job bereits gekündigt haben, sollten Sie sich umgehend bei der Agentur für Arbeit melden, es sei denn, Sie beziehen derzeit noch KG.

von
Andr*as

Zitiert von: Herz1952

Falls Sie arbeitsunfähig sind, legen Sie dem Amt auch lückenlos alle Bescheinigungen vor.

Davon würde ich unbedingt abraten. Wenn der Gutachter des Medizinischen Dienstes der Arbeitsagentur ihn für arbeitsfähig einstuft, gibt es kein ALG 1 nach Nahtlosigkeitsprinzip. In dem Fall muss man sich der Vermittlung zur Verfügung stellen. Wenn man dagegen mit AU-Bescheinigungen kommt, kann das zu einer Ablehnung von ALG 1 führen, weil er der Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht.

Das ist unabhängig davon, ob er tatsächlich vermittelbar ist oder nicht.

von
KSC

@Herz1952 - das was Sie raten, nämlich auf au Bescheinigungen zu bestehen, war das was ich im 1. Beitrag mit "rumzicken" meinte.

Darf man gerne tun, wenn man in so einem Fall den Stress mit der Agentur selbst herausfordern möchte - nun ja, jeder darf tun und lassen was er will....:)

von
Klausf1954

Vielen Dank an alle!
Ich verstehe das mit dem Zicken gut :-)

Inzwischen hat sich was neues ergeben:
----
Mein Antrag auf EM ist nicht abgelehnt worden,
sondern ich muss irgendwann zu einem neuen
Allgemeinarzt Gutachter.
Viellleicht wirds ja doch was:-)
---
Ich melde mich dann arbeitslos und zeige denen nur meinen
80 gdb und meinen Antrag zur EM Rente.
---
Dann muss ich zum Ärztlichen Dienst vom Arbeitsamt, nehme ich mal an....dauert das lange bis man da nen Termin bekommt, oder wird das gleich beim Anmeldetag der Arbeitslosigkeit erledigt?

Auf jeden Fall wirds spannend:-)

Klaus

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

Mit einem GdB 80 kann Sie die Arbeitsagentur nicht sperren, wenn Sie eine angebotene Stelle ablehnen.

Wie kommt man bloß auf so einen Unsinn?

Ob eine Sperrzeit oder Sanktion verhängt wird, hängt einzig und allein davon ab, ob man für die Stellenablehnung einen wichtigen Grund hatte.
Und ein GdB 80 alleine stellt noch keinen wichtigen Grund da.

Auch für Schwerbehinderte mit GdB 80 und höher gibt es leidensgerechte Arbeitsplätze.
Ob man so einen findet, steht auf einem anderen Blatt.

von
Klausf1954

Danke für die vielen Kommentare-eine vermeintlich letzte Frage habe ich dennoch:-)
Wie lange dauert es bis man zum ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes geladen wird, also ab der Arbeitslos Meldung? Hat da jemand Erfahrung oder eine Idee???

LG
Klaus

von
Schorsch

Zitiert von: Klausf1954

Wie lange dauert es bis man zum ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes geladen wird, also ab der Arbeitslos Meldung? Hat da jemand Erfahrung oder eine Idee???

Das ging bei mir damals sehr schnell.
Allerdings wurde in meinem Fall nach Aktenlage entschieden, ohne dass ich persönlich beim sozialmedizinischen Dienst erscheinen musste.

Die Einwilligung dafür hatte ich bei meiner Arbeitslosmeldung gleich mit unterschrieben.

Eine persönliche Vorstellung beim ärztlichen Dienst ist nur dann erforderlich, wenn keine aussagekräftigen Befundunterlagen vorliegen.

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

Wg. Sperre bei GdB.

Man muss auch mal den Mut haben, dagegen vorzugehen. Können tun KK und Arbeitsagentur vieles. Wenn der Betroffene nichts dagegen unternimmt, bekommt er halt nicht "sein Recht".

Wenn mir z.B. der Arbeitgeber aus einem nichtigen Grund kündigt und ich klage nicht rechtzeitig dagegen, ist die Kündigung wirksam. (Ausschlussfristen beachten, soll das heißen).

Ähnlich wie bei den Kündigungen meiner Bausparverträge. Zwei Kündigungen hab ich durch "konkludente" Handlung akzeptiert. Ob ich das bei 3. und 4. Vertrag wieder mache, steht noch in den Sternen. Ein Bundesgerichtshofurteil liegt (noch) nicht vor. Und wenn mich "der Teufel reitet" und ein Anwalt eine Chance sieht, werden ich dagegen vorgehen. Ich habe doch nichts zu verlieren. Dann gilt aber auch alles oder nichts, weil die RS bei einem Vergleich nicht zahlt. "Monopoly......").

Nach derzeitigem Stand bekomme ich so wie so keine Zinsen. Für Aktieninvestment ist mein Gesundheitszustand zu kritisch. Erbe muss evtl. an Grundsicherungsamt in bar ausgezahlt werden. Ich werde unseren Sohn auch nicht zu einem Pflichtteilsverzicht vor meinem Tod zwingen. Danach wird der Verzicht nicht anerkannt.

So ist das Leben (Es ist "eines der Härtesten").

von
Andr*as

Zitiert von: Herz1952

Man muss auch mal den Mut haben, dagegen vorzugehen. Können tun KK und Arbeitsagentur vieles. Wenn der Betroffene nichts dagegen unternimmt, bekommt er halt nicht "sein Recht".

Ich verstehe Sie nicht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er ALG 1 bekommen kann, er muss dafür nur angeben, dass er sich der Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt.

Wenn er dagegen auf seine Arbeitsunfähigkeit besteht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der ALG 1 Antrag abgelehnt wird. Vermutlich wird auch der Widerspruch abgelehnt, ob dann das Sozialgericht in 1. Instanz ihm recht gibt, steht auch in den Sternen.

Welches Verhalten ist also dem Betroffenen zu Empfehlen? Ihr Vorschlag ganz sicher nicht.

von
Herz1952

Mir ging es mehr darum, wegen der Ablehnung eines Arbeitsplatzes bei GdB 80.

Einen solchen Arbeitsplatz zu finden wird fast unmöglich sein, außerdem ist so gut wie kein Arbeitgeber mehr bereit, einen SB einzustellen. So gesehen wird er deswegen keine rechtlichen Schritte unternehmen brauchen.

Unser eigener Sohn hatte GdB 40. Deshalb hatte ich mich damals kundig gemacht und festgestellt, dass er im Falle der Ablehnung eines Stellenangebotes keine Sanktionen zu fürchten bräuchte. Er hat allerdings auf seine Bewerbungen hin, keine Stellenangebote erhalten, bzw. nur Ablehnungen bekommen. Im IT-Bereich werden halt nur "eierlegende Wollmilchsäue" gesucht. Er hatte nur den "Fachinformatiker Bereich Anwendung", später noch Fachabitur in diesem Bereich. Dann kam allerdings bald schon die "Rente".

Es kann sich auch jeder selbst entscheiden, wie weit er geht. Ich selbst musste schon mit anderen Dingen - im medizinischen Bereich - Sachen durchbringen, die selbst ein Facharzt nicht ernst genommen hatte. Ich habe z.B. das Attest selbst "vorgeschrieben" - sachlich natürlich richtig - und der MDK meiner KK hat es anerkannt.

Man glaubt gar nicht wie wenig Wissen bei manchen Sachbearbeitern vorliegt. Man muss nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand gehen um Recht zu bekommen.

von
Herz1952

Nachtrag

Das mit der SB und Angebot ablehnen ist eigentlich nur hypothetisch. Wer macht das schon, wenn das Angebot finanziell zumindest lukrativer ist als das ALG I.

Bei AU sieht es ein wenig anders aus. Medizinischer Dienst, Widerspruch etc.

Welcher Arzt schreibt auch ohne Begründung AU? Vielleicht beim ersten Mal um sicher zu gehen.

Man sollte nicht immer "nur Bild" lesen. Auf dem Arbeitsmarkt sieht es leider tatsächlich ganz anders aus.