von
Cornelia

Hallo ,
ich beziehe eine volle, befristete Erwerbsminderungsrente. Da ich wahrscheinlich nicht wieder arbeiten kann, überlege ich einem Aufhebungsvertrag bei meinem Arbeitgeber zuzustimmen. Wenn ich dafür eine Abfindung bekommen würde, würde diese auf meine Rente angerechnet werden ?
Grüße,
Cornelia

Experten-Antwort

Hallo Cornelia,

Abfindungen im Zusammenhang mit der Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses sind kein Arbeitsentgelt und führen deshalb auch nicht zur Kürzung der Erwerbsminderungsrente.

von
Melman

Nein, eine Abfindung wird
nicht angerechnet.

von
Pythia

Warum sollte in diesem Fall ihr Arbeitgeber eine Abfindung zahlen?Er läßt einfach ihren Arbeitsvertrag ruhen und das wars.

von
Corletto

Weil viele Arbeitgeber, das Arbeitsverhältnis eben nicht ruhend stellen wollen, sondern sich von dem Arbeitnehmer - im Falle einer EM-Rente - endgültig und schnellstens trennen wollen.

Und um es zu beenden, muss es entweder einseitig gekündigt oder im Rahmen eines Aufhebungsvertrages beendet werden.

Das ruhend stellen eines Arbeitsverhältnisses bringt den Arbeitgeber gar nichts, da er ja immer damit rechnen muss , das der Arbeitnehmer írgendwann mal wieder
" auftaucht " und seine Arbeitskraft anbietet - obwohl durch die Erkrankung diese eventuell ja nicht mehr voll vorhanden ist , der einstige Arbeitsplatz gar nicht mehr existiert oder keine Verwendung für denjenigen mehr besteht.....

Außerdem verursacht -was viele Leute nicht wissen - auch ein ruhend gestelltes Arbeitsverhältnis dem Arbeitgeber nicht unerhebliche Kosten (z.b. für Versicherungen,Berufsgenossenschaft etc. )

Und warum sollte ein Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer bezahlen, der jahrelang ( vielleicht sogar nie mehr ) arbeitet ??

Desweiteren soll der Arbeitsplatz in manchen Fällen auch komplett weg rationalisiert oder anderweitig besetzt werden.

Insofern muss man zumindest versuchen auch einmal die Situation des Arbeitgebers zu verstehen.

Dann bietet er eben freiwillig eine meist kleine Abfindung an , um das Arbeitsverhältnis ohne Arbeitsgericht und große Probleme aufzulösen.

In wieweit man im Rahmen einen Kündigungschutzklage ( wenn der Arbeigeber kündigen würde ) ein höhere Abfindung erzielen könnte, lässt sich ohne Kenntnis des genauen Einzelfalles hier nicht sagen.

Ich würde in jedem Falle aber v o r Unterschrift unter einen Abfindungsvertrag einen Rechtsanwalt konsultieren.

Bietet ein Arbeitgeber etwas freiwillig an - ist meistens etwas faul an der ganzen Sache.......

von
AGAN

Möchte mich mal bedanken für die guten Infos und dein Engagement!