von
Gitta

Ich schwebe ein wenig im luftleeren Raum und so was mag ich gar nicht. Deshalb bitte ich um Hilfe:

Ich habe am 24.07.2014 einen REHA Antrag bei der Rentenversicherung gestellt, der auch im August bewilligt wurde. Die REHA begann am 11.12.2014. Ich war während des gesamtes Zeitraumes ( auch nicht vor Antragstellung der REHA) krank geschrieben, habe voll durchgearbeitet bis zum 10.12.2014. Die REHA wurde auf 5 Wochen verlängert. Entlassen wurde ich als voll erwerbsgemindert. Ich habe dann im Anschluss (Januar 2015) einen entsprechenden Rentenantrag gestellt.
Heute rief mich die Krankenkasse an und sagte, dass der medizinische Dienst ihrer Kasse die Erwerbsminderung genauso einschätzt wie die REHA und sie den entsprechenden Bericht an die RV senden. Aber: Der Rentenbeginn soll laut Krankenkasse auf den Juli 2014 verlegt werden (Antrag REHA). Ich habe aber das ganze Jahr voll gearbeitet, ohne Krankengeld. Wenn die RV genauso entscheiden sollte- was passiert mit meinen Beiträgen, die ja immer voll gezahlt wurden? Zählen die nicht mehr für die Berechnung? Muss ich mein Gehalt für die Zeit zurück zahlen? Obwohl ich voll berufstätig war?? Dieses Nichtwissen macht mich irre .....
Vielen Dank- wenn jemand helfen kann.

von
KSC

Bei den Beiträge kommt es nicht auf den Rentenbeginn an sondern auf das Datum ab wann Erwerbsminderung durch die Ärzte festgelegt wird.

Beiträge die nach Eintritt der EM liegen, werden erst beim nächsten Versicherungsfall (Alter, Tod) berücksichtigt.

"Irre werden" nützt nichts, weil Sie es eh nicht in der Hand haben.

von
W*lfgang

Hallo Gitta,

da bei einer EM-Rente sowieso die verbleibende Zeit bis 62 hochgerechnet/bewertet wird, ist es ziemlich egal, ob sich ein paar Monate tatsächliche Beiträge mit der zugerechneten Zeit überschneiden - da geht es wirklich nur um 'Pfennigbeträge'. Sollten die fehlen, werden die (vielleicht) mit dem nächsten Rentenfall/Alter ausgezahlt - siehe Beitrag von KSC.

Gruß
w.
...Ruhig bleiben, es ist alles viel entspannter, als Sie es sich jetzt ausmalen! :-)

von
Gitta

Danke für die Antworten. Aber mein Hauptproblem: Muss ich mein Gehalt an meinen Arbeitgeber zurück zahlen obwohl ich voll gearbeitet habe. Das ist für den langen Zeitraum kaum machbar......

von
W*lfgang

Zitiert von: Gitta
Aber mein Hauptproblem: Muss ich mein Gehalt an meinen Arbeitgeber zurück zahlen obwohl ich voll gearbeitet habe. Das ist für den langen Zeitraum kaum machbar......
Gitta,

pauschale Aussage: das ist tarifvertraglich geregelt, in welcher Weise der AG sich aus einer Rentennachzahlung bedienen kann/muss/zurückfordert - dazu können Sie hier keine weiteren Aussagen erwarten (sofern kein tarifvertraglich + arbeitsrechtlich affiner User dazu was sagen kann). Hilfsweise wenden Sie sich bitte an Ihren Personalrat.

Gruß
w.

von
Cassandra

...W*lfgabngs Antwort vergessen Sie bitte mal.
Selbstverständlich müssen Sie an der AG nichts zurückzahlen, Sie haben ja schließlich eine Arbeitsleitung erbracht.
Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass Ihr Monatslohn auf die eventuell zeitgleich zustehende Rente angerechnet wird, als sog.Hinzuverdienst, § 96a SGB VI.

von Experte/in Experten-Antwort

Guten Tag Gitta,

Ihre Unsicherheit aufgrund der für Sie offenen Fragen ist gut nachvollziehbar. Doch bitte versuchen, Sie die Ruhe zu bewahren. Vorweg sei folgender Tipp erlaubt:
Sollten Sie trotz der bisherigen Ausführungen der anderen Forumsteilnehmer und der folgenden Ausführungen noch Fragen haben oder unsicher sein, nehmen Sie bitte das kostenlose Beratungsangebot der Deutschen Rentenversicherung in der nächstgelegenen Auskunfts- und Beratungsstelle wahr. Meistens ist das persönliche Gespräch der bessere Weg zur Klärung von Fragen.
Es ist richtig, dass der Rentenversicherungsträger einen Antrag auf Rehabilitationsleistungen in einen Antrag auf eine Rente wegen Erwerbminderung „umdeuten“ kann, wenn trotz der durchgeführten Rehabilitationsleistung Anhaltspunkte für eine Erwerbsminderung vorliegen. Der Beginn einer Rente wegen Erwerbsminderung ist jedoch nicht nur vom Antragdatum abhängig, sondern auch vom Leistungsfall, d.h. dem Tag, ab dem Erwerbsminderung vorliegt. Ob und ab wann dieser Leistungsfall der Erwerbsminderung vorliegt stellt der Rentenversicherungsträger fest.
Korrekt ist es ebenfalls, dass im Falle der Bewilligung einer Rente wegen Erwerbsminderung in die Rentenberechnung in der Regel nur die Beiträge und übrigen rentenrechtlichen Zeiten, bis zum Eintritt des Leistungsfalls berücksichtigt werden. Über den Eintritt der Erwerbsminderung hinaus wird dann eine sogenannte “Zurechnungszeit“ in der Rentenberechung berücksichtigt. Diese beginnt mit dem Eintritt des Leistungsfalls und endet mit der Vollendung des 62. Lebensjahres.
Die tatsächlich über den Eintritt der Erwerbsminderung hinaus zurückgelegten Beitragszeiten bzw. übrigen rentenrechtlichen Zeiten würden dann erst in der Rentenberechung beim nächsten Leistungsfall berücksichtigt, z.B. in einer sich anschließenden Rente wegen Alters.
Wird eine Renten wegen Erwerbsminderung rückwirkend bewilligt und wurde bis zur Erteilung eines Rentenbescheides eine Beschäftigung ausgeübt, so liegt in der Regel aus rentenrechtlicher Sicht neben der Rente eine sogenannter „Hinzuverdienst“ i.S. § 96a SGB VI vor. Dafür gelten sogenannte „Hinzuverdienstgrenzen“, die konkret im Rentenbescheid benannt werden.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Infobroschüre „Erwerbsminderungsrentner: So viel können hinzuverdienen“
Ob und inwieweit die Bewilligung einer Rente wegen Erwerbsminderung Auswirkungen auf Ihr Arbeitsverhältnis hat, ist eine Frage des Arbeitsrechts bzw. eventueller tarifvertraglicher Regelungen. Diese Fragen sollten Sie mit dem Personal-/ Betriebsrat, der Personalabteilung oder einem entsprechenden Experten für Arbeits-/ Tarifrecht klären.

von
W*lfgang

Zitiert von: Cassandra
...W*lfgabngs Antwort vergessen Sie bitte mal. Selbstverständlich müssen Sie an der AG nichts zurückzahlen, Sie haben ja schließlich eine Arbeitsleitung erbracht.
Cassandra,

so lange tatsächlich Arbeitsleistung erbracht worden ist, ist das zutreffend. Bei (verlängerter) Lohnfortzahlung kann das anders aussehen. Dazu verweise ich auf diesen Beitrag:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=23311&tx_mmforum_pi1[sword]=Saskia%20Bethke#pid193589

Sofern das auch im rückwärtigen Zeitraum nicht der Fall war, ist ja alles ok :-) ...wir wissen es nur nicht genau ;-)

Gruß
w.

von
Gitta

Ich danke allen, die mir geantwortet haben. Ein klein wenig blicke ich jetzt besser durch.

Und nur noch mal nebenbei: keinerlei Lohnfortzahlungen. Ich bin selbst mit Krücken arbeiten gegangen. Nie über 6 Wochen Krankschreibung. Und vergesst doch mal die Tarifverträge oder Betriebsräte. Das ist für Arbeitnehmer in normalen kleinen und mittelständischen Firmen Utopie.......